Malerweg / 8. Tag / 31.10.2017

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Weißig – Pirna 17 km
Die Nacht war gar nicht so kalt, weil wir uns gut unter den dicken Steppdecken versteckt hatten. Nach dem Frühstück wollte die Inhaberin über 60€ von uns haben. Ein Preis, wie er nicht abgebacht war und viel zu teuer für eine spartanische Unterkunft ohne Heizung! Also hab ich mich mit ihr gestritten und 10€ weniger gezahlt. Sie war sauer.
Der Tag war kalt und regnerisch. Über den Rautenstein gings ein letztes Mal mit Leitern und Treppen über die Felsen. Dann oberhalb der Elbe auf einem sehr nassen Weg mit vielen umgestürzten Bäumen. Die wir manchmal kletternd überwinden mussten. Dann gings runter zur Elbe und wir sind für Bier und Tee in Niedervogelsang eingekehrt. Die vorletzten Kilometer haben wir auf dem Elbradweg zurückgelegt. Das war windig kalt. Zum Schluss wollten uns die Organisatore*innen des Malerwegs auf schönen Wegen durch Pirna führen. Das klappe nur semigut, weil der Weg schlecht ausgeschildert und durch Baustellen versperrt wr. Aber wir haben zu früh am Bahnhof und nahmen dann einen regionalzug nach Dresden. Auf dem Hauptbahnhof sind wir in unserem traditionellen Februar-Bahnhofscafe auf unsere Zug gewartet. Der war wegen des Feiertages sehr voll und wir haben abwechselnd auf dem Boden gesessen.
Um 20.00 Uhr waren wir zu Hause.
Der Malerweg ist sicherlich einer der schönsten Fernwanderwege hierzulande. Abwechslungsreich und etwas herausfordernd. Großartig!

Malerweg / 7. Tag / 30.10.2017

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Papstdorf – Weißig 23,5 km
Nach schmalem Frühstück liefen wir um 9 Uhr los. Es hatte schneegeregnet und war entsprechend kalt. Über 3° kam das Thermometer nicht. Wir mussten erstmal 4 km bis zum Wiedereinstieg in den Malerweg laufen. Wir liefen über den Papstein und um den Gohrischstein herum. Dann ging es hoch zum Pfaffenstein und in einer großen Schleife runter nach Königstein. Den Bäcker versagten wir uns aus Zeitgründen. Wir füllten nur unsere Brotbüchse mit Kuchen auf. Anschließend ging es hinauf zur Festung Königstein, deren Besichtigung wir uns klemmten. Wir nahmen nur einen kurzen Imbiss im Biergarten und beobachteten die anrollenden Touribusse. Von hier ging es runter nach Thürmsdorf. Hier wollte wir im Schlosscafé auf eine heiße Schokolade einkehren. Aber diese Idee haten an diesem schönen, kalten Brückentag zu viele Leute. Es war voll. Unser letzter Abschnitt auf dieser längsten Etappe führte oberhalb der Elbe an der Malerwegskapelle vorbei. Das waren nochmal schöne Blicke auf dem Weg nach Weißig. Unser Quartier war ein ehemaliges Betriebsferienlager. Unbeheizte Schlafräume und ein Ofen-beheizter Aufenthaltsraum. Heißer Tee und heiße Dusche machten und fit für die letzte Unternehmung an diesem Tag: Suche nach Abendbrot. Zum ersten Mal waren wir nicht erfolgreich. Es gab nur ein Hotel mit völlig überzogenen Preisen. wie gut, dass wir Vorräte angelegt hatten…

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Malerweg / 6. Tag / 29.10.2017

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Schmilka – Papstdorf 15km
Nach der nächtlichen Zeitumstellung konnten wir eine Stunde länger schlafen. Nach dem ungewöhnlich langen Fernsehabend (zwei langweilige Krimis) haben wir das gerne angenommen. Frühstück gab es an einer langen Tafel in der Küche in familiärer Atmosphäre. Der Orkan drückte gegen die Hauswände und warf die Gartenmöbel um. Als wir um 9 Uhr zur Fähre kamen, wollte der Fährmann auf keinen Fall übersetzen. Er könne nicht anlegen und die Bahn führe sowieso nicht wegen Oberleitungsschaden. Also liefen wir auf dem Elbe-Radweg ca. 8 km bis zur nächsten Brücke hinter Bad Schandau. Hier fanden wir den ersten Lebensmittelladen auf dem gesamten Malerweg und kehrten in ein Bäckercafé ein. Weil Jan immer Sorge hat, dass es an einem Etappenende mal keine Kneipe geben könnte, bevorrateten wir uns. Auf der anderen Seite der Elbe ging es bergauf in den Wald. Regen, umgestürzte Bäume und starker Wind begleiteten uns. Nach einer halben Stunde waren wir innen und außen nass und hatten noch eine weitere halbe Stunde nach Papstdorf. Das Quartier fanden wir schnell, duschten heiß, lasen und vergammelten den Nachmittag. Abendbrot gab es in der „Guten Hoffnung“, wo wir auch hätten schlafen können (22€ p.P.): Eisbein mit Thüringer Klößen.

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Malerweg / 5. Tag / 28.10.2017

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Felsenmühle – Schmilka 17 km
Nach subversivem Frühstück (trotz Verbot Lunchbrote geschmiert!) liefen wir im Nieselregen los. Heute gab es viel Auf (700m) und Ab (800m) zu bewältigen und das teilweise ziemlich steil. Die erste Pause machten wir im alten Zeughaus, ein spartanisch eingerichtetes star-up mit 10€-Spaghetti. Wir tranken nur einen Tee. Danach erklommen wir die höchste Erhebung des gesamten Malerweges, den Großen Winterberg. Auf ihm gibt es ein weiteres start-up, tschechisch geführt. Wir kehrten nur kurz ein und suchten Schutz vor Wind und Nieselregen. Anschließend ging es nur noch bergab nach Schmilka. Hier fanden wir nach 17 km unser einfaches Quartier mit geteiltem Außenbad aber mit Riesenfernseher. Schmilka ist ein aufgeregter Touri-Ort. Teuer und viel Spektakel. Da war unser Gastgeber erfrischend unaufgeregt: wir tranken an seiner Bude unseren ersten Glühwein in diesem Jahr.

Malerweg / 4. Tag / 27.10.2017

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Altendorf – Felsenmühle / Kirnitzschtal 21 km
Heute hatten wir unsere längste Etappe. Um 9 Uhr sind wir deshalb nach einem guten, kräftigem Frühstück und einer Lunchtüte losgelaufen. Der Himmel war grau und ab und zu nieselte es. Nach 5 km erreichten wir die Schrammsteine. Die erklommen wir auf ziemlich steilen Leitern und wanderten auf ihrem Grat zum Felsplateau. Von hier auf liefen wir runter ins Kirnitzschtal, wo die alte elektrische Straßenbahn von 1898 noch fährt. Die haben wir natürlich nicht genommen, sondern sind bis zum Lichtenhainer Wasserfall gelaufen und dort eingekehrt. Das war nach 15 km die erste Einkehrmöglichkeit. Anschließend sind wir zum Kuhstall hochgeklettert. das ist ein riesiges Felsentor. Durch eine Schlucht ging es steil zurück ins Kirnitzschtal zur Felsenmühle. Von hier sind wir irrtümlicherweise einen knappen km weiter zur Neumannmühle gelaufen. Also wieder zurück und eingecheckt in eine fernsehloses Zimmer. Zum Abendbrot mussten wir nur eine Treppe runter in die Gaststube gehen. Wieder war um 19.30 Uhr Küchenschluss, obwohl heute der erste Tag eines langen Wochenendes ist.

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Malerweg / 3.Tag / 26.10.2017

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Hohnstein – Altendorf 14,5km
Nach spärlichem Frühstück, das uns direkt ins Zimmer gebracht wurde, kamen wir gegen halb zehn los. Schon nach 5 km kehrten wir in die Brandbaude mit toller Aussicht ein. Unsere Gastgeberin aus Hohnstein ließ grüßen: Ich trank einen Tee aus ihrer Kräuterstube. Wir mussten viele Treppen ins Tal hinabsteigen und anschließend gleich wieder steil hoch nach Waitzdorf. Weiter duch Kohlmühle, wo vor jedem Haus eine Tafel mit der Hausgeschichte stand. Hinter dem Bahnhof thronte die imposante alte Linoleumfabrik – seit 4 Jahren stillgelegt. Immerhin denkmalgeschützt. Von hier aus stiegen wir auf den Adamsberg, dem Hausberg von Altendorf. Das waren heute viele steile Auf- und Abstiege. Wir waren hungrig und durstig und kehrten erstmal in die einzige Kneipe auf Kürbissuppe und ein Bier ein. Im Quartier ein kurzer Nachmittagsschlaf – so schön sind Herbstferien! Das Abendbrot im „Heiteren Blick“ war ok.

Malerweg / 2. Tag / 25.10.2017

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Wehlen Dorf – Hohnstein 13 km
Heute kamen wir in die Kernzone des Nationalparks „Sächsische Schweiz“. Wir stiegen auf zur Bastei, wo wir viele Touris trafen. Am Amselfall kehrten wir ein und erlebten zweimal den „großen Schwall“ beim Wasserfall für 30 cent. Am Hockstein stiegen wir durch die Wolfsschlucht hinab. Danach ging es wieder hoch nach Hohnstein. Hier fanden wir diesmal recht zügig unser Quartier unterm Dach eines kleinen Hauses. Das Abendbrot im „Weißen Hirsch“ war nur mäßig ok. Schon um 20 Uhr mussten wir die Kneipe verlassen.

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Malerweg / 1. Tag / 24.10.2017

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Pirna – Wehlen Dorf 18km
Anreise mit EC nach Dresden, S-Bahn nach Pirna und Bus nach Liebethal. Alles sehr unkompliziert und sehr zügig. Schon um 10 Uhr sind wir losgelaufen. Vorbei am weltgrößten Wagnerdenkmal mit Musik aus Lohengrin und durch das Uttewalder Felsentor zum Gasthaus „Idylle“. Hier sind wir eingekehrt. Bis zur Stadt Wehlen an der Elbe waren es nur noch 2 km. Unser Quartier war jedoch im Dorf Wehlen 4 km weiter. Nach langer Suche fanden wir unser Ferienzimmer auf einem alten Bauernhof, der von 4 Generationen bewohnt war. Die älteste nahm uns in Empfang. Wir hatten ein kleines Zimmer mit schickem Bad, hielten einen Nachmittagsschlaf und kehrten zum Abendbrot in eine ziemlich touristische Kneipe ein.

10.8.2017 Grande Traversata delle Alpi: Abreise

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10. Tag
Wir haben beschlossen nach Hause zu fahren. Wir machen uns große Sorgen um den weiteren Wanderweg. Das Wetter will in den Bergen nicht besser werden. Im Gegenteil: Es ist von unwetterartigen Regenfällen die Rede. Leider sind wir nicht auf Städtetour vorbereitet, sodass wir auch nicht spontan umdisponieren können, um uns z. B. Rom oder Milano oder Venedig anzuschauen.
Da spontan weder Bahn noch Flugzeug bezahlbar sind, entschieden wir uns für Flixbus, der uns von Milano über Dortmund nach Berlin brachte. 25 Stunden Bus fahren. Schön war’s nicht.

9.8.2017 Grande Traversata delle Alpi: St. Antonio – Oropa

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9. Tag
Niemand aus dem Posto Tappa machte sich heute auf den Weg zum Colle Maccagno, obwohl die Sonne schien. Für den Nachmittag war wieder Regen angesagt. So beschlossen wir, die offensichtlich sehr schwere Etappe zu umfahren. Wir wanderten aus dem Vogna-Seitental hinaus nach Riva Valdobia und sahen unterwegs Monte Rosa! Von Valdobia sollte uns gegen 11 Uhr ein Bus aus den Bergen herausfahren. Bei Da Mario freuten wir uns über Cappucco und Internet. Mit insgesamt zwei Bussen und zwei Eisenbahnen kamen wir zwei Etappenziele weiter nach Oropa. Mit vielen Aufenthalten zwischendurch waren wir erst gegen 17 Uhr am Ziel. Oropa liegt auf 1180m und ist ein Wallfahrtsort im Stile einer Schlossanlage.

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Wir schliefen in einer der Pilgerunterkünfte, die von langen Fluren abgingen. Leider lag unsere Kemenate direkt über der Küche eines der zahlreichen Restaurants, sodass wir ständig Bratgerüche im Raum hatten. Ich mochte es gar nicht!

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