11. Dezember 2011
| Wir freuen uns! |
wir sitzen auf dem flughafen und vertrinken unsere letzten shekel. die kontrollen haben schlappe 2 stunden gedauert. unglaublich. dabei war die einzige frage, die beantworten mussten, welche beziehung wir zueinander haben. Was auf diesem blog ein geheimnis bleiben soll.
Außerdem wurde uns angeboten – für GELD! – einen späteren flug morgen um 6.00 uhr zu nehmen. Was wir selbstverständlich ablehnen mussten. Schließlich wollen wir morgen früh schon auf arbeit sein.
Eine erlebnisreiche israel-reise wünschen wir dem turnbeutelvergesser und lps ein paar erholsame tage.
heiß … heiß … heiß
Nachdem wir gestern mit lilapapierschwein durch die gegend gezogen sind und ich mehrfach pitschenass vom schweiß war, sind wir heute im hostel geblieben. Es ist sowieso schabat und die stadt ist wie ausgestorben. Auch wegen der hitze.
Nun liegen wir vor dem ventilator und schwitzen trotzdem…
heute geht hier und woanders natürlich auch der ramadan los. Zu merken war das schon gestern abbend, als von allen minaretten besonders lange und live gesungen wurde. außerdem wurde die zeit letzte nacht um eine stunde zurückgestellt. praktisch, weil ja erst nach sonnenuntergang wieder gegessen und getrunken werden darf. die fastenzeit verkürzt sich dadurch um eine stunde. die einheimischen sind sehr müde und viel ruhiger als wir es sonst von ihnen kennen.
morgen verlassen wir ägypten und machen uns auf den weg nach tel aviv.
Leider war die fahrt mit der eisenbahn nach kairo nicht so aufregend. Es war ja auch nicht der orient- express, wie aufmerksame leserInnen feststellten, der fuhr ja weiter östlich.
Der schlafwagen der ägyptischen eisenbahn erinnerte eher an einen wagen der ddr-reichsbahn in besten zeiten – funktionell und wenig luxeriös. Wir konnten trotzdem nicht schlafen, das lag an den schienen. Manchmal dachte ich, dass wir gleich das gleisbett verlassen. Aber der zug hielt tapfer durch bis kairo.
Kairo hat uns dann auf dem falschen fuss erwischt. Wir waren schon um 6.00 uhr am hostel, da schlief aber selbst noch der nachtwächter. Bis 9.00 uhr haben wir uns dann zusammen mit schlafenden wachleuten und obdachlosen auf den straßen herumgetrieben. Aber dann mussten wir noch mal bis mittag warten, bis wir das zimmer endlich beziehen konnten. Da waren wir dann todmüde und schlecht gelaunt.
Leider konnte kairo das nicht so richtig wieder gut machen. Die stadt ist unglaublich.
(achtung jetzt folgt eurozentristische kulturkritik) laut, schmutzig, voll und überhaupt nicht lebenswert. Es braucht sicher besser ausgeschlafene menschen als uns, um in kairo liebenswerte dinge zu entdecken.
Aber erstaunliches lässt sich schon finden:
Die straßen zu überqueren ist eigentlich lebensgefährlich – wie in einem „jump and run“ computerspiel springen hier die menschen über die mehrspurigen straßen. Aber oft ist stau, dann ist es leichter die straße zu überqueren. Geparkt wird hier oft 2-4 reihig am straßenrand. Wie dann die leute aus der ersten spur ausparken? In diesem fall geht dann gar nichts mehr, breite straßen verkommen zu unfreiwilligen parkplätzen. Wenn du dann die straße überqueren willst, musst du in die fahrerkabinen gucken, um herauszubekommen, ob das auto gerade parkt oder enventuell jeden moment losfahren kann, weil da einer drinsitzt. Über diesen unfreiwilligen parkplätzen schwebt die abgaswolke und es ist laut. Alle hupen!!!
Es gibt auch fußwege. Da aber alle leute auf der straße laufen, sind die fußwege vollgestellt mit autos, kiosken, obstständen, diskutierenden menschen oder (zur not) mit bäumen bepflanzt. Der bordstein ist sehr hoch und eigentlich nur von leuten zu erklimmen, die freizeitsportler und nicht älter als 35 jahre sind.
Aber älter wird hier wahrscheinlich sowieso keine/r. Ich habe in den 2 tagen mindestens 2-3 leute gesehen, die besinnungslos durch die gegend getragen wurden oder von menschen umringt behandelt wurden. Heute hat unsere straßenbahn ein auto gestreift – sah böse aus, ist aber weiter nichts passiert. In berlin würde mensch sagen – totalschaden am auto. Aber das machte nichts. Auto wurde an den rand geschoben und die straßenbahn fuhr weiter. Uns war es recht. Selbstredend das krankenwagen mit martinshorn im stau stecken bleiben. Da macht keiner platz.
Ach ja, die pyramiden haben wir auch gesehen. Sie sind schon ganz schön beeindruckend. Unser weg dorthin und wieder zurück hat mich allerdings mehr beschäftigt und in atem gehalten. Es war ein kampf gegen schlepper und touristInnenjäger. Aber leute! Wir haben es geschafft und sind ohne größere verluste durch diesen tag gekommen. Auch wenn wir uns mit einem taxifahrer richtig streiten mussten. Er war im recht und wir glaubten uns von ihm betrogen. Peinlich!
Das ägyptische museum ist eine riesige und unschätzbar wertvolle rumpelkammer. Danke an an den, an den wir glauben: mister „lonely planet“. Er hat uns durch die unzähligen räume geführt und nur das schönste und wichtigste erwähnt. So haben wir nur 3 stunden dort verbracht und diese auch genießen können.
Staubiges gesicht, verätzte schleimhäute durch abgase, verschwitzte hemden, wunde füße – der tag schreit nach einem feierabendbier. Aber nirgendwo ist bier so schwerer zu bekommen oder so teuer, wie in kairo.
Morgen früh gehts noch mal für eine tag nach dahab – in den backpackerhimmel.
Dit ham wa uns vadient.
Unsere Nil-kreuzfahrt war doch spannender als erwartet. Leider konnten wir uns nicht so entspannen, wie erhofft. Aber von anfang an:
Die passagiere unseres kleinen nildampfers kamen aus vielen verschiedenen laendern der erde. Gleich zu beginn unserer cruise lernten wir ein symphatisches paar aus amerika kennen. Sie waren auf hochzeitsreise. Sie musste aus reichem haus gewesen sein, er wirkte ein wenig prollig. Aber wie gesagt ganz nett. Eigentlich haetten wir schon hellhoerig werden muessen, als linnet im tempel von edfu beinahe ein grosser steinblock auf den kopf fiel. Aber da glaubten wir noch an einen zufall und wir kennen ja die sicherheitsbedingungen in aegypten. Aber am naechsten tag lag linnet tod in ihrer kabine und simon hatte einen schuss ins bein bekommen. Jetzt stellte sich heraus, dass wir die einzigen waren, die linnet symphatisch fanden. Alle anderen passagiere hatten was gegen sie und somit auch ein mordmotiv. Als dann auch noch ein zimmermaedchen ermordet wurde, waren wir fast soweit, das schiff vorzeitig zu verlassen.
Aber da mischte sich gluecklicherweise dieser nette belgische privatdetiktiv herr poirot ein. Er war auch zufaellig auf dem schiff. Am letzten abend rief er uns alle in den salon und klaerte die morde auf. Eine unschoene sache. Wer haette gedacht das simon (linnets netter ehemann) der moerder war. Und alles nur wegen dem geld.
Ansonsten gabs viel gutes essen, teures bier und einen nil, der gemaechlich an uns vorbeizog. Wir haben ihm stundenlang hinterher geschaut.
Trotzdem ist fuer uns klar: Nie wieder eine nilkreuzfahrt!
Wir fahren heute nacht mit dem orientexpress nach kairo. Da wird es friedlicher zugehen.
Vor 4 tagen sind wir in luxor aufgebrochen. Zuvor haben wir uns noch den großen karnak tempel um 6.00 uhr früh angesehen. Das war sehr schön, weil wir fast allein auf dem riesigen gelände waren. Jetzt bekamenn wir doch einen ungefähren eindruck von der großartigkeit der alten ägypter. Fast wie im alten hoolywood schinken.
Mit dem zug sind wir dann am selben tag morgens nach assuan – 3 stunden 1.klasse abteil. Das war keein richtiger luxus, hatte aber breite und bequeme sitze mit klimaanlage.
Assuan kannte ich nur vom gleichnamigen staudamm, dessen bau ich während meiner kindheit verfolgt habe. Damals war das ding ein politikum, eng verbunden mit nasser, der sowjetunion und dem kampf gegen den amerikanischen imperialismus. Ich glaube auch heute noch der längste staudamm der welt und ein zeichen der industriellen stärke ägyptens.

Assuan selbst ist unglaublich heiß. Es ist nicht mehr weit zum sudan. Der nil hat hier ein paar kleine inseln, eine davon haben wir besucht. Und natürlich waren wir auch am staudamm und im museum. Aber eigentlich ist nachmittgas schluß mit sightseeing. Dann liegen wir erschöpft in unserem klimatisierten zimmer und dösen. Hier gibts auch wieder einmal wifi und so sitze ich oft am laptop und surfe.
Eigentlich ist ägypten ein billiges reiseland, vor allem was tgrasport und unterkunft betrifft. Allerdings die eintrittspreise zu den gräbern und tempeln sind hoch oder sagen wir mal europäisch. Sie sind auch die einzigen kosten, die nicht verhandelbar sind. Alles andere ist eine frage der nerven und der abgebrühtheit. Auf der strasse werden einem ständig touristische angebote unterbreitet. Gehst du über den markt, werden die händler manchmal sogar körperlich. Auch wenn sie nichts von dir wollen, wirst du angerufen: „hello!“. Alles ziemlich unangenehm. So muss es berühmten schauspielern gehen – du bist eine öffentliche person. In der regel wollen wir nichts von den leuten und hoffen sie lassen uns in ruhe. Aber manchmal wollen wir doch was, z.b. eine fahrt zum staudamm oder zum museum. Dann muss gehandelt werden, sonst wirds teuer. Im restaurant wird häufig versucht uns zu bescheißen. Manchmal macht es dann keinen sinn sich zu wehren, weil es mehr nerven kostet, sich um einen euro zu streiten.
Aber dann passiert es eben doch, dass irgendwass den tropfen ergibt, der dass fass an den rand des überlaufens bringt. So haben wir uns gestern mit den fährleuten um einige cent gestritten.
Seit ein paar tagen machen wir umwege um nicht an einem gewürzhändler vorbeizumüssen, der uns ständig sehr betimmt fragt, wann wir endlich bei ihm kaufen.
Auf unserem netten hosteldach gibt es einen swimmingpool.
Von dort oben kann mensch auf die altstadt schauen. Und das ist schon heftig. Die dächer sind oft müllablageplätze, in den höfen weiden schafe, die kleinen straßen sind sandwege, einige häuser sind nur noch ruinen.
Auf der kleinen insel gegenüber gibt es zwei ärmliche dörfer und daneben das große mövenpickhotel – getrennt durch eine mauer.
Morgen machen wir uns auf den langen weg nach kairo. Zunächst erfülle ich mir einen traum – eine nilkreuzfahrt. Allerdings nur 2 tage von assuan nach luxor. Von dort mit dem nachtzug (orientexpress
) nach kairo.
Nun habe ich es auch geschafft eine kleine fotogalerie ägypten einzurichten, folgt diesem link:
egübten und dann diashow anklicken
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