1917 – Der wahre Oktober Film

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Ich war auf diesen animierten Film sehr gespannt. Ich versprach mir etwas vom Feeling der Oktoberrevolution mitzubekommen.
Die Regisseurin sammelte Zitate aus Tagebüchern von Künstler*innen und fertigte dazu aus Papier und Pappe den Film. In meinen Augen war das Material nicht ausreichend, um die Tage zwischen Februar und Oktober 1917 auch nur annähernd zu beschreiben. Herausgekommen ist lediglich: Maxim Gorki war zweifelnd, Majakowski begeistert und die anderen Künstler*inenn verängstigt. Der Konflikt darum, ob die alte Kunst zu vernichten oder zu erhalten sei, ist ja eigentlich spannend. Aber nicht in diesem Film.
Die Animation war schön anzusehen, aber nicht anderthalb Stunden lang.

Der geteilte Himmel – Schaubühne

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Wir hätten das Buch vorher lesen sollen. Glücklicherweise wussten wir im Groben worum es ging, sonst hätten wir gar nichts verstanden.
Die Bühne war ein Laufsteg und das Publikum saß an beiden Seiten. Sollte wahrscheinlich die Mauer symbolisieren. Nach dem ersten Dialog wurden aus Blecheimern, die mit Namen zerstörter Städte des 2.WK beschrieben waren, Glaskristalle(scherben) auf den laufsteg geschüttet. Das dauerte 15 Minuten und ich hatte Angst, das es so weiter gehen würde. Aber das Spiel war dann kurzweilig, vor allem weil die Laufstegbühne von vielen Seiten bespielt wurde, die Schauspieler gut waren und es Filmeinblendungen gab.
Die Dialoge waren wahrscheinlich Zitate aus dem Buch, eine Handlung war aber kaum erkennbar. Und so erschloss sich uns nicht, was der Regisseur uns sagen wollte. Schade!

Kleiner Mann, was nun – Maxim Gorki Theater

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Manchmal stelle ich mir das Gorki Theater als einen einsamen Ort inmitten all des rechten Mainstreams vor. So schlimm ist es noch nicht, kann es aber werden.
Nach den vielen antirassistischen und (queer)feministischen Stücken, widmet sich das Gorki der sozialen Frage. Natürlich soll das Sozialdrama Falladas aus den 30ern Jahren den Bezug zu heute herstellen. Und das gelingt. Einmal besonders gut, als Pinneberg bei der Begegnung mit den Obdachlosen auf einmal eine Zeitreise macht und auf syrische Geflüchtete trifft. Das Stück scheut sich nicht das etwas kitschige von Falladas Roman mit ins Stück zu übernehmen. Und so bleibt glücklicherweise keine Verzweiflung, sondern Hoffnung übrig. Und obwohl das mal eine etwas längere Aufführung ist, wird es nie langweilig oder unverständlich.

Zwei sehenswerte Dokumentarfilme

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Der Film „Alles andere zeigt die Zeit“ nimmt nach 25 Jahren den Faden von drei Personen wieder auf, die der Regisseur Andreas Voigt 1990 in Leipzig kennen gelern hat. Durch das Springen zwischen den Biografien und den zeitlichen Ebenen ist der Film nie langweilig. Im Gegenteil: es muss aktiv mitgedacht werden! Alle drei Protagonist_innen haben eine wechselvolle Geschichte, mit der sie sich – angeregt durch die Fragen des Regisseurs – auseinandersetzen. Die anschließende Diskussion mit dem Regisseur war nicht ganz so spannend, weil sie sich im Wesentlichen auf Nachfragen und viel Lob beschränkte.

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„Neben den Gleisen“ zeigt die Stammkund*innen eines Bahnhofskiosks in Boizenburg. Und das ziemlich genau und anschaulich im Sommer 2015, als hier täglich Gruppen von Geflüchteten ankommen und ins nahe Aufnahmelager gebracht werden. Die Protagonist*innen des Films erzählen von den Veränderungen ihres Lebens in den letzten 30 Jahren. Den meisten von ihnen geht es nicht so gut. Ein etwas deprimierender Film, aber trotzdem sehr sehenswert. Er wird sicher nicht lange im Kino zu sehen sein. Schade.

Der junge Karl Marx

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B. fand den Film etwas langatmig. Mir hats gefallen. Mensch konnte Zitate wiederentdecken. Der Bund der Gerechten wird im Handstreich übernommen und damit eine „gute“ linke Tradition begründet. Es wird diskutiert und gesoffen. Wunderbar. Linke Politik symphatisch dargestellt.
Kritik hin oder her. Ein schöner revolutionärer Kostümfilm.

Bangkok 29.3.2017

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Unser letzter Tag einer langen Reise. Wir wollten uns die alte Königsstadt Ayathua anschauen. Von 14 bis zum 18. Jahrhundert bauten hier sämtliche Könige ihre Tempel und Paläste. Heute sind es teilweise schön anzusehende Ruinen und UNESCO Weltkulturerbe.
Wir hatten herausgefunden, dass es mehrere Züge gab: ordinary, fast und Express, die sich erheblich im Preis unterschieden, aber nicht in der Schnelligkeit. Deshalb enschieden wir uns für ordinary, zahlten 15 Baht (40 ct) und setzten uns eine halbe Stunde vor Abfahrt in den Zug. Mit einer halben Stunde Verspätung fuhr der rappelvolle Zug ab und bummelte durch Bangkok. Da er sich in das Verkehrschaos einfügen muss, standen wir an jeder Ampel, an Baustelle auch mal eine halbe Stunde. Ordinary means ordinary – also gabs keine Klimaanlage und wir schwitzten unsere Klamotten voll.

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Als wir nach 4h 15min aus dem Zug stiegen, hatte unsere Laune ein Tief erreicht und die tuc – tuc Fahrer hatten wenig Chancen bei uns. Wir setzten über den die Königsstadt umgebenden Fluss und liefen zur ersten Tempelanlage. Hier gab es einen Buddhakopf, der zwischen die Wurzeln eines heiligen Bodibaumes geraten war und von ihnen umschlungen in die Höhe gewachsen war. Wie er dahin gekommen war? Darüber gibt es nur Spekulationen.

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Anschließend liefen wir zu einem gut erhaltenen Tempel: Wat Mahathat. Manche besuchten diesen Tempel auf einem Elefanten. Die drei weißen Stupas stellen die Ausnahme dar inmitten der roten Backsteinstupas. Allerdings haben die zahlreich heumstehenden Buddhas keine Köpfe mehr. Die Birmanischen Krieger haben sie vor ca. 200 Jahren als Trophäen in ihr Buddha-Wonderland mitgenommen. Als kleine Entschädigung zahlt nun Myanmar für die Restaurierung des größten stehenden Buddhas gleich neben den weißen Stupas. Weil die Arbeiten an dem gerade in vollem Gange sind, konnten wir ihn nicht anschauen.
Wir haben noch einen weiteren Tempel geschafft, bevor wir zum Zug mussten. Der war diesmal schön leer. Jedenfalls in der staubigen Holzklasse. Bis Bangkok gings zügig. Aber in der Stadt bummelte der Zug wieder. Erst als einige Langnasen entnervt ausstiegen und mit dem Taxi weiter wollten, gings flotter zum Bahnhof.
Den Abend haben wir im Food court bei Nudelsuppe und Thai-Veggie verbracht.
Heute Vormittag haben wir noch ein paar Mitbringsel eingekauft und uns sehr früh zum Flughafen aufgemacht. Wir sind jetzt vorsichtig.
Natürlich waren wir viel zu früh da und hatten noch Zeit für diesen Blogbeitrag. Den wir glücklich in Berlin angekommen, hiermit ins Netz stellen.

Bangkok, 27.3.2017

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Unser 4. Bangkoktag begann mit einem Gewitter. Bis 11 Uhr regnete es und den ganzen Tag blieb es so grau, dass ich nicht ein einziges Mal meine Sonnenbrille heraus holen musste. Das war ein Novum auf dieser Reise! Wir warfen unsere Pläne über den Haufen – wir wollten in die alte Königsstadt Ayutthaya – und machten eine lange Express Bootstour auf dem Chao Phraya River bis zum Ende der Linie.

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Wir landeten in einem Vorort von Bangkok und entdeckten kulinarische Köstlichkeiten: Dumplings mit tollen vegetarischen Füllungen. Weil sie sehr begehrt waren, mussten wir ein Weilchen bei der Herstellung zuschauen. Sie werden wie Pelmeni gemacht, aber per Hand und mit Reismehlteig. Anschließend werden sie gedämpft. Natürlich mussten wir uns durch alle Sorten durchprobieren und waren begeistert.

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Später trafen wir noch auf eine thailändische Bäckerei und kauften eine große Tüte voller Cookies, mini tarts und Brownies. Das alles ohne lonely planet und deshalb auch wenig touristisch.
Auf dem Rückweg machen wir an einem wunderschönen Tempel halt. Wat Arun oder Temple of Dawn liegt direkt am Fluss. Die Stupas sind mit filigranen Keramikmosaiken geschmückt. Sicherlich sieht er bei Sonnenschein noch viel schöner aus.

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Die Wettervorhersagen für morgen sind gut. Wir haben am Ende des Tages noch die Züge für morgen ausgekundschaftet und sind wild entschlossen an unserem letzten Bangkoktag noch mal auf Reisen zu gehen.

Bangkok, 26.3.2017

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Mit einem weiteren Geheimtip haben wir den Tag begonnen. Dazu mussten wir mit den Skytrain bis zur Endhaltestelle fahren und dann gings noch mit dem Taxi weiter. Das MOCA ist in einem schönen modernen Gebäude untergebracht und beherbergt moderne thailändische Kunst. Es hat zwar Spaß gemacht durch die fast leeren Räume zu streifen, aber die Bilder waren wenig spektakulär. Oft sehr bunt und gefällig, viel religiöses, schöne Frauen und viele Ornamente. Später habe ich gelesen: transzendale surrealistische Kunst. Ich glaube das trifft es. Wahrscheinlich wird das MOCA ein Geheimtip bleiben.
Zurück gings wieder mit dem Taxi zur Skytrainstation. Allerdings sind wir ungelogen einen 10km Umweg gefahren, weil es auf dem Highway keine Möglichkeit zum Wenden gab. Dann gabs noch Stau. Bangkok ist ein einziges Verkehrschaos.
An der Skytrainstaion befindet sich auch der berühmte und beliebte weltgrößte Chatuchaka Markt. Da waren wir eine halbe Stunde und haben glücklicherweise schnell den Ausgang gefunden.
Wieder in der Innenstadt gings nochmal nach Chinatown.

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Wir wollten was schönes essen. Aber das ist nie ganz einfach. Oft verstehen wir nicht, was da in Thai oder Chinesisch angeboten wird. Selbst wenn wir fragen, ist oft nicht klar, ob verstanden wurde, dass B. Vegetarierin ist. „No meat“ heißt oft, es dürfen schon etwas Huhn oder Fisch oder ein paar getrockneter Shrimps dabei sein. Heute hatte B. Tofu mit fettiger Schweinefleischsoße. Ich hatte überteuerten Reis mit Seafood. Leider beides wenig schmackhaft. Dieses Straßenrestaurant war leider eine Langnasenfalle.
Aber trotz aller Touristisierung Chinatowns. Es gibt noch so vieles exotisches zu entdecken: echte Haifischflossensuppe, scharfe Algensnacks, seltene Teesorten, brutale Damenhaarentfernerinnen und „Ich weiß auch nicht was da in der Suppe schwimmt“ Gerichte.

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Bangkok, 25.3.2017

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An unserem 2. Bangkoktag wollten wir es ruhiger angehen lassen, weniger laufen (die Stadt ist fußgängerfeindlich!) und ein weiteres Transportmittel testen: die Kanallinienboote. Zunächst gings wie gestern mit dem Skytrain zum Fluss und mit Boot zum Kanal. Wir folgten der Empfehlung (danke, Th.!) am Kanal durch das alte Bangkok in Ruhe zu spazieren.

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Der Spaziergang führte uns zum goldenen Berg, der natürlich ein Tempel war. Wir erklommen die den Berg umrundenden Treppen und hatten wirklich eine großarige Aussicht auf Bangkok.

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Anschließend fuhren wir Kanalboot. Gerüchteweise halten die schnellen Boote so kurz an den Piers, dass mensch auf- und abspringen muss, um aufs Boot zu kommen bzw. wieder runter. Es stimmt: Alles geht sehr schnell, aber die Bootsführer*innen machen das Boot kurz fest und lassen schon die Zeit zum Ein- und Aussteigen. Wir beobachteten jedoch viele Leute, die schon vorher absprangen…

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Mit dem Kanalboot fuhren wir zum Jim Thompson Haus, eine Oase inmitten dichter Bebauung. Thompson war ein US amerikanischer Architekt, der mit thailändischer Seide erfolgreich Geschäfte in aller Welt gemacht hat. Er hat sich hier ein schickes 8teiliges Haus im ganzen Land zusammengekauft, dazu einige alte Buddhastatuen und andere antike Schätze zusammen getragen und die Seidenweber*innen kräftig ausgebeutet. Mit 60 Jahren ist er in Malaysia spurlos beim Wandern verschwunden. Sein Haus ist seitdem ein Museum und nett von innen und außen mit Führung anzusehen. Fotografieren war verboten.

Beim Einkehren in einer Garküche am Fluss traten wieder alle Kommunikationsprobleme zutage. Ich bekam ein Pad Thai mit Shrimps komplett bedeckt, obwohl ich eins mit Tofu bestellt hatte. Eine Aufklärung war nicht möglich. Die Köchin war sauer und ich bekam nix zu essen.
Also liefen wir zum nahe gelegenen shopping tempel mit food court in der obersten Etage und dort fand ich einen komplett vegetarischen Stand.

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Es war soviel los wie bei uns vor Weihnachten. An jedem Stand wurden wir gefragt, was wir kaufen möchten. Mir war das zuviel. Der heimatlose wollte Technik gucken, aber nur gucken ohne Verkaufsgespräch geht hier nicht. Deshalb verließen wir doch ziemlich schnell den Tempel, beobachteten noch einen break dance workshop und fuhren im skytrain nach hause.

Bangkok 25.3.2017

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Gestern haben wir unseren ersten Bangkoktag versucht. Wir wohnen ja ziemlich weit draußen (billig, aber komfortabel) und müssen deshalb mit dem Skytrain in die Innenstadt. Das heißt mensch kommt mit diesem Gefährt nur an den Rand des Zentrums. Von der innenstädtischsten Station würde mensch nochmal mindestens 1 Stunde bis zu den Museen usw. laufen müssen.
Deshalb sind wir auf die Weiße Flotte, die hier Chao Phraya Express heißt, ausgewichen. Absolut billig und absolut voll, weil irgendeine diesen Geheimtipp den anderen Tourist*innen verraten hat. Aber trotzdem toll auf dem Fluss bis ins Zentrum zu schippern.

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Wir sind am Königspalast ausgestiegen. Das hätten wir nicht machen sollen. Himmel und Menschen! Seit dem Tod des alten Thaikönigs pilgern täglich tausende zu seiner Leiche, gut von den ausländischen Tourist*innen zu unterscheiden, weil alle schwarz angezogen sind. Überhaupt ist die Königsverehrung unübersehbar. Überall Fotos in allen Größen in der Stadt. Es handelt sich dann aber um den neuen King.

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Wir haben trotzdem versucht dem Lonely Planet Spaziergang nachzulaufen, sind aber gar nicht erst in den Palast gekommen, weil wir zu kurze Hosen hatten.
Nicht schlimm, es gab ja noch ne ganze Menge anderes zu sehen. Wir liefen über den Amulettmarkt, am Denkmal der Demokratiebewegung von 1973 vorbei und endeten im wunderschönen Wat Pho in der Abendsonne.

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Von da haben wir es gewagt aus der Innenstadt zur ersten Metrostation zu laufen. Sah auf der Karte gar nicht so weit aus, dauerte aber 1 1/2 Stunden. Wir sind aber noch ein wenig durch Chinatown gewandert, um Grünen Tee mit getrockneten Früchten zu kaufen, aber den gabs da nicht.
Fazit: Für den ersten Tag Bangkok nicht schlecht, aber da könnte manches noch besser klappen.