Berlin 8.4.2018

Der Rückflug von Madeira hat gut geklappt. Alles war in Time. Aber richtig schlimm war es in London Gattwick. Der Flughafen scheint Easy Jet zu gehören. Wie auch in Manchester mussten wir ausreisen und dann wieder einreisen. Das hieß alle Kontrollen noch einmal durch. Und das wird immer schlimmer, ging aber schnell. Nach den belastenden hektischen Kontrollen in einer hässlichen Halle kamen wir in den Duty Free Bereich. Es glitzerte und glänzte vor Schweizer Uhren und Schmuck, stank nach teurem Parüm. Da wirst du in Schlängellinien durchgeführt ohne eine Chance diesem Konsumterror zu entgehen. Als wir da endlich durch waren, kam die riesige Aufenthaltshalle – Massen von Menschen die da lang hetzen oder in Sesseln lümmeln und warten. Wir hatten Hunger. Im Flugzeug war es uns zu teuer – kleines Bier 6€ und Sandwich 5€. Auf dem Flughafen ist es genauso teuer, nur das die Umgebung so lieblos und verdreckt ist, wie zu DDR Zeiten die schlechteste Mitropa Gaststätte auf dem Banhof. Bloß den Bahnof kannst du verlassen und woanders Verpflegung besorgen. Das geht auf dem Flughafen nicht. Schweinerei!
Aber die 2 Stunden haben wir schnell überstanden und auch den restlichen Flug bis Schönefeld.
Am nächsten Morgen – es war sonnig, aber kalt – habe ich beobachtet, dass die sozialen Probleme in Prenzlauer Berg auch immer krasser werden. Alle diese Obdachlosen, die frierend vor den Cafees rumlungern. Ein kleiner Heißgetränk zwischen den klammen Fingern und wenn die Restaurantbesitzer ihnen aus Mitleid nicht ne Decke über die Schultern werfen würden, hätten wir hier auch unsere Kältetoten.
Ich will zurück nach Madeira!

In den Bergen von Madeira 4.4.2018

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Wir hatten heute eine schöne Abschlusswanderung vom Pass in der Mitte der Insel runter an die Nordküste Madeiras. 1000 Höhenmeter zunächst durch üppigen Wald bergab, dann auf ruhiger Straße zwischen Weinbergen entlang, später auch auf etwas befahrener Straße. In Sao Vincente empfingen uns sehr hohe Wellen zwischen hunderte Meter hohen Klippen. Wir saßen am steinigen Strand für zwei Stunden. Dazu gabs ein Büchsenbier und ein paar ebook Seiten. So schön kann Urlaub sein.

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Mit dem 4 Uhr Bus (der letzte) fuhren wir zurück über den Pass. 1000m hoch quälte sich das Gefährt Serpentine um Serpentine. Dann saßen wir vor dem Hotel in der Sonne.
Jetzt könnte der Urlaub beginnen, aber morgen früh gehts mit dem Bus nach Funchal und gegen Mittag fliegen wir zurück nach Berlin. Da solls angeblich schon Frühling sein. Dabei dachten wir, wir bringen ihn von hier mit …

In den Bergen von Madeira 3.4.2018

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Als wir heute auf den Pass kamen, war es regnerisch, aber noch trocken. Wir machten uns auf den Weg die Levada da norte entlang. Nach einer halben Stunde kam der erste Tunnel – 600m lang. Ohne Kopflampen kann mensch den Tunnel nicht schaffen. Der Weg neben der Levada ist ca. 50cm, manchmal etwas breiter. Dieser Tunnel war schnell geschafft. Am anderen Ende erwarteten uns große Wasserfälle und eine Regenwaldlandschaft mit Moosen, Farnen und Flechten. An einem Wasserfall von ca. 100m Höhe kam der nächste Tunnel – enger und ca. 1km lang. Birgit ging vor – sie hatte die bessere Lampe und mehr Mut. Manchmal stieß ich mir ganz leicht den Kopf oder kam bedrohlich der Felswand nahe. Aber alles ging gut und nach 20min waren wir durch. Dahinter wurde es einsam, denn kaum eine andere Wandererin geht durch den zweiten Tunnel. Wir folgten noch ein wenig der Levada und mussten dann über zahllose Treppen einen Berg besteigen. Oben sahen wir leider wieder einmal nichts – Wolken. Wir drehten um und gingen die 2 Stunden zurück. Wieder durch den langen Tunnel, wieder alles gut gegangen – nur ein wenig Kopf gestoßen. Am Eingang standen Leute und befragten uns nach der Beschaffenheit des Tunnels. „Alles easy“, tönten wir. Sie schienen wenig überzeugt und gingen auch zurück. Wahrscheinlich machte mein blutübertrömtes Gesicht keinen vertrauenswürdigen Eindruck.

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Weil’s so schön war liefen wir noch eine andere Levada am Pass entlang. Die Wolken hatten sich fast verzogen und wir hatten neben Höhenangst auch wunderschöne Blicke ins 1000m tiefer gelegene Tal und bis zur Südküste Madeiras.
Ein Tag, der uns für den Regen der letzten Tage entschädigte.

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In den Bergen von Madeira 2.4.2018

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Unser Hotel liegt 400m unterhalb des Encumeada Passes von dem aus die Wanderwege beginnen. Morgens um 9.15 Uhr kommt hier der Linienbus vorbei und bringt uns hoch und um 16.00 Uhr fährt er wieder runter.
Gestern haben wir unsere erste Wanderung bei trockenem wolkigen Wetter in Angriff genommen. Leider kamen wir schnell in die Wolken. Das war nass. Später kam noch richtiger Regen dazu. Am Ende waren wir pitschenass. Aber in unserem Hotel gibts einen Radiator und unsere Sachen trockneten schnell.

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Heute morgen hatten wir blauen Himmel in Richtung Küste und am Pass ein paar Wolken. Also haben wir wieder den Bus nach oben genommen. Dort entpuppten sich die Wolken als Regen. So sind wir nur eine Stunde auf den Hausberg geklettert ohne irgendeine Art von Sicht. Vom Pass sind wir dann zum Hotel die Straße runtergelaufen, weil der Bus ja erst um 16.00 Uhr kommt. Auf unserer Höhe (600m) schien dann wieder die Sonne, so konnte wir am Nachmittag dann noch einen kleinen spaziergang ins Tal machen.
Morgen wollen wir wieder hoch. Es gibt noch eine schöne Levadawanderung vom Pass aus mit langen Tunneln. Da sind wir auch vor dem Regen geschützt.

In den Bergen von Madeira 31.3.2018

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Heute war unser Ortswechsel. Und obwohl die Insel sehr klein ist, haben wir einen ganzen Tag gebraucht um die ca. 30km zu unserem Hotel in den Bergen zu kommen.
Wir haben ausgeschlafen und ausgiebig in der Sonne gefrühstückt. Danach sind wir die 300 Höhenmeter runter in die Stadt gelaufen. Bis zur Abfahrt unseres Busses haben wir ein paar Postkarten geschrieben und gelesen. Um 13.30 Uhr kam unser Bus. Wir fuhren auf und ab die Küstenstraße entlang und brauchten anderthalb Stunden für ca. 25 km Luftlinie nach Ribeira Brava. Dabei fuhr der Bus sehr schnell, aber die Kurven und das auf und ab… Von hier gings nach einer kurze Pause in das Inselinnere, auf die Vulkanhöhen. Um 15.30 Uhr waren wir hier.
Das Hotel (etwas teuer) liegt wundeschön in den Bergen. Von hier aus können wir in den nächsten Tagen ein paar hoffentlich wunderschöne Wanderungen unternehmen. Heute haben wir uns mit den Blicken von der Terasse begnügt. Die sind allerdings vielversprechend.

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Funchal 30.3.2018

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WEil ich dem März nur 30 tage zugeordnet hatte und damit unseren Aufenthalt in Funchal falsch berechnet hatte, mussten wir heute für einen Tag das Quartier wechseln. Wir sind nochmal 100m höher gezogen. Ansonsten war das ganze unkompliziert. Wir haben nur unsere Rucksäcke abgestellt und sind dann runter in die Stadt zum Bus. Was wir auch nicht bedacht hatten, heute ist Karfreitag und der Busverkehr stark ausgedünnt. Anderthalb Stunden haben wir uns an der Haltestelle rumgedrückt, was bei dem Wetter nicht schwer war, bis der Bus kam, der uns zu unserer heutigen Levada bringen sollte.
Diesmal gings oberhalb eines Vororts von Funchal durch kleine Weingärten immer mit großartigen Blicken auf das Meer. Der Weg war wenig anstrengend und nicht herausfordernd wie gestern, aber kurzweilig.
Am Ziel hatten wir mächtiges Glück. Ein Bus kam und wir hatten schon befürchtet ein Taxi nehmen zu müssen. Nach dem Abendbrot bei PizzaHut (nie zu empfehlen) gings steil bergauf. Durchgeschwitzt kamen wir oben an. Jetzt sitzen wir bei Sonnenuntergang auf dem Balkon und genießen die Stadt und das Meer unter uns.

Funchal, 29.3.2018

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Heute sollte es mal etwas anspruchsvoller werden. Jan geht es wieder gut, eine Tageswanderung sollte also möglich sein. Wir wollten an der Levada de dos Tornos entlanglaufen. Das ist die neueste Levada von Madeira. Sie ist erst 50 Jahre alt. Der Wanderführer sprach von dunklen Tunneln und senkrechten Abhängen. Letztere sorgten für Unruhe wegen der Höhenangst.
Wir fuhren mit dem Bus nach Camacha, dem Ausgangspunkt in den Bergen und fanden die Levada recht schnell. Die Tunnel waren gar nicht so dunkel, weil wir schon immer den Ausgang sehen konnten, aber zeimlich nass. Es tropfte durch die Tunneldecke. Schwieriger und nicht angekündigt waren die beiden Wasserfälle, die sich über den Weg ergossen und duch die wir durchmussten. Aber da schien noch die Sonne und wir trockneten recht schnell. Wenig später begann ganz feiner Sprühregen, der stärker wurde. Wir waren in den Wolken. Insgesamt 4 Stunden stiefelten wir neben der Levada her. Das schönste: Immer eben, kein Anstieg. Leider blieben die Blicke wegen der Wolken nun aus. Trotzdem aber beeindruckend – eine wilde felsige Landschaft immer nur wenige Meter von der nächsten Siedlung entfernt. Am Ende kam noch ein Anstieg durch Gestrüpp und etwas Straße bis zur Bushaltestelle. Da waren wir dann aber endgültig nass und froren sehr bis der Bus kam.
Im Bus war es warm und gemütlich. Und wie erfreute uns der Fahrer. Ein Mensch der seinen Beruf liebt. Er und seine Maschine waren ein Körper. Mit Höchstgeschwindigkeit an die Kurve ran, abbremsen, in die Kurve legen, so dass, dass das Heck ein wenig schlingert, in der Kurve schon wieder beschleunigen und wieder vollen Speed bis zur nächsten Serpentine…. B. und ich konnten nicht sprechen (wegen dem Erbrochenen im Mund), aber wenn sich unsere Blicke trafen waren sie voller Wärme und Symphatie für diesen Fahrer: Hingabe und Körpergefühl und das alles im Niedriglohnsektor. Kein Vergleich mit seinen Berliner Kolleg*innen denen auch der letzte Spaß verboten worden ist – TürvorderNasezuknallen.
Wieder in Funchal mussten wir den Berg zu unserer Hütte hinauf. Aber das macht warm und auf halber Strecke gabs Bier und Tee – war ja auch wieder Platz im Magen.

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Funchal 28.3.2018

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Vorgestern abend sind wir hier angekommen.
Die Flüge waren anstrengend, aber o.k. Die Verschärfung der Kontrollen nimmt bizarre Formen an. Inzwischen ist der Ganzkörperscanner Pflicht, alle Kleinstflüssigkeiten müssen in durchsichtige Plastiktüten und in Manchester musste ich Laptop und e-book von einer Plastikschüssel in die andere legen. Warum auch immer.
Am Flughafen wurdden wir von der Pension abgeholt. Das war nett, aber auch notwendig. Obwohl wir nur ein paar hundert Meter vom Zentrum (Bushaltestellen) entfernt wohnen, ist es so steil, dass es ca. 1 Stunde dauert um vom Zentrum hier her zu kommen – mit Bierpause, um ehrlich zu sein.
Gestern hat mich eine kurze Wanderung am Meer ausgehebelt. War es der Zickzackkurs zum Meer und wieder weg, der uns durch die großen Hotels aufgezwungen wurde, oder die knallige Sonne mit anschließendem Sonnenbrand oder die hierher geschleppte Erkältung. Am Abend war ich jedenfalls ausgenockt.
Heute sind wir mit dem Bus auf den Hausberg (Monte). Von dort wollten wir runter wandern und zum Botanischen Garten gehen. Hier gabs aber 2016 einen Waldbrand. Der Weg ist seitdem gesperrt. Ein cleverer Taxifahrer fuhr uns und ein anderes Pärchen für 25€ auf die andere Seite des Tales und wir machten unsere erste ganz einfache Levadawanderung ins nächste Dorf. Levadas sind Wassergräben, die die Bewohner*innen früher mit Wasser aus den Bergen versorgeten. Diese Levadas durchziehen wie ein Netz die gesamte Insel. Und weil diese Gräben gereinigt werden mussten, findet sich daneben immer ein Weg, der heute als Wanderweg genutz werden kann. Unsere levada war kaum noch zu erkennen, aber der Weg war breit und gut zu gehen.
Was wir bisher von Madeira gesehen haben ist total dicht besiedelt. Die Berge gehen bis ans Wasser und es ist sehr steil. Heute war es trübe, aber warm und windstill. Ein idealer Tag um meine rote Platte zu schonen.

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Malerweg / 8. Tag / 31.10.2017

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Weißig – Pirna 17 km
Die Nacht war gar nicht so kalt, weil wir uns gut unter den dicken Steppdecken versteckt hatten. Nach dem Frühstück wollte die Inhaberin über 60€ von uns haben. Ein Preis, wie er nicht abgebacht war und viel zu teuer für eine spartanische Unterkunft ohne Heizung! Also hab ich mich mit ihr gestritten und 10€ weniger gezahlt. Sie war sauer.
Der Tag war kalt und regnerisch. Über den Rautenstein gings ein letztes Mal mit Leitern und Treppen über die Felsen. Dann oberhalb der Elbe auf einem sehr nassen Weg mit vielen umgestürzten Bäumen. Die wir manchmal kletternd überwinden mussten. Dann gings runter zur Elbe und wir sind für Bier und Tee in Niedervogelsang eingekehrt. Die vorletzten Kilometer haben wir auf dem Elbradweg zurückgelegt. Das war windig kalt. Zum Schluss wollten uns die Organisatore*innen des Malerwegs auf schönen Wegen durch Pirna führen. Das klappe nur semigut, weil der Weg schlecht ausgeschildert und durch Baustellen versperrt wr. Aber wir haben zu früh am Bahnhof und nahmen dann einen regionalzug nach Dresden. Auf dem Hauptbahnhof sind wir in unserem traditionellen Februar-Bahnhofscafe auf unsere Zug gewartet. Der war wegen des Feiertages sehr voll und wir haben abwechselnd auf dem Boden gesessen.
Um 20.00 Uhr waren wir zu Hause.
Der Malerweg ist sicherlich einer der schönsten Fernwanderwege hierzulande. Abwechslungsreich und etwas herausfordernd. Großartig!

Malerweg / 7. Tag / 30.10.2017

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Papstdorf – Weißig 23,5 km
Nach schmalem Frühstück liefen wir um 9 Uhr los. Es hatte schneegeregnet und war entsprechend kalt. Über 3° kam das Thermometer nicht. Wir mussten erstmal 4 km bis zum Wiedereinstieg in den Malerweg laufen. Wir liefen über den Papstein und um den Gohrischstein herum. Dann ging es hoch zum Pfaffenstein und in einer großen Schleife runter nach Königstein. Den Bäcker versagten wir uns aus Zeitgründen. Wir füllten nur unsere Brotbüchse mit Kuchen auf. Anschließend ging es hinauf zur Festung Königstein, deren Besichtigung wir uns klemmten. Wir nahmen nur einen kurzen Imbiss im Biergarten und beobachteten die anrollenden Touribusse. Von hier ging es runter nach Thürmsdorf. Hier wollte wir im Schlosscafé auf eine heiße Schokolade einkehren. Aber diese Idee haten an diesem schönen, kalten Brückentag zu viele Leute. Es war voll. Unser letzter Abschnitt auf dieser längsten Etappe führte oberhalb der Elbe an der Malerwegskapelle vorbei. Das waren nochmal schöne Blicke auf dem Weg nach Weißig. Unser Quartier war ein ehemaliges Betriebsferienlager. Unbeheizte Schlafräume und ein Ofen-beheizter Aufenthaltsraum. Heißer Tee und heiße Dusche machten und fit für die letzte Unternehmung an diesem Tag: Suche nach Abendbrot. Zum ersten Mal waren wir nicht erfolgreich. Es gab nur ein Hotel mit völlig überzogenen Preisen. wie gut, dass wir Vorräte angelegt hatten…

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