Archiv für August 2008

Bohnensalat in den Anden
Bohnensalat in den Anden
Jesus mit der Knarre
Jesus mit der Knarre (dieses Foto bitte ordentlich zoomen)

Huaraz 17.8.08

Hier im internetcafe ist es so dunkel, dass ich nicht richtig sehen kann, was ich schreibe.
Wir sind schon wieder in huaraz. Leider, denn wir mussten den Treck abbrechen. Nicht wegen uns, es geht uns gut, sondern weil zwei leute unserer kleinen reisegruppe schlapp gemacht haben.
Vorgestern sind wir mit unserem guide mit micros ca. 5 stunden in die berge gefahren. Das war schoen, weil wir oeffentliche verkehrsmittel genutzt haben und nicht im privaten jeep. Aber auch sehr anstrengend, weil wieder so viele leute reingestopft wurden wie moeglich. Mit meinen langen beinen bin ich da echt gehandycapt. Fruehstueck gabs in einer lokalen kneipe. Da habe ich zum ersten mal cafee con leche auf diese art bekommen: ein grosses glas milch und einen kleinen becher kaffeeextrakt. Beides vermischt war recht lecker.
Dann gings weiter an tuerkisen gletscherseen vorbei und serpentinen einen pass ( ca. 4500m) hinauf und wieder hinunter. Atemberaubend!
Am startort mussten wir nochmal ueber 1 stunde auf die beiden esel warten, der zelt, kleidung und verpflegung tragen sollten.
Wir selbst brauchten nur unsere wasserflasche und krimskrams zu tragen.
Gegen 14.00 uhr gings dann endlich los: 2 amis, 1 ausi, 1 englaender, 1 guide, 2 esel, 1 eseltreiber und wir.
Wir begannen bei 3700m und liefen in den bergen an einem dorf entlang. Dort werden kartoffeln angebaut. Je weiter wir liefen, desto aermlicher wurden die behausungen – kein strom, fenster ohne glas. Wir wurden immer freundlich gegruesst, die kinder nicht ganz uneigennuetzig. Sie fragen nach schokolade oder suessigkeiten. Es scheint eine art sport zu sein. Wer es schafft es, den gringos was abzulocken. Ich glaube aber auch nicht, dass sie sonst viel suesses bekommen.
Den ersten zeltplatz erreichten wir gegen 18.00 uhr auf 3900m. Die beiden peruaner kochten eine suppe fuer uns und dann war es auch schon dunkel und wir gingen in die zelte. Wenn die sonne scheint ist es hier selbst in dieser hoehe t-shirt warm. Sobald sie verschwindet ziehst du alle 2 minuten ein weiteres kleidungsstueck an. Wir haben mit allen sachen im schlafsack gelegen und trotzdem gefroren.
Wecken war um 6.00 uhr – reif lag auf den zelten. Aber es gab coca-tee und brot mit marmelade. Da wurden wir wieder warm. Es sollte an diesem tag auf 4700m gehen. Deshalb sind wir schon um 7.00 uhr los gewandert. Es ging ganz gut voran, die steigung hielt sich in grenzen. Aber bei der duennen luft, ist mensch schnell ausser atem. Leider bekamen 2 leute auf 4100m die hoehenkrankheit (herzrasen, kopfschmerz, uebelkeit) und wir drehten alle nach langer diskussion um. Wir sind natuerlich darueber sehr traurig. So schoen fand ich die naechte im eiskalten zelt nicht – es sollte sich schon lohnen, solche strapazen auf sich zu nehmen. Aber, wenn es mir mal dreckig geht, moechte ich auch, dass umgekehrt wird. Wir hatten nur einen guide und mussten deshalb immer zusammenbleiben.
Der rest ist schnell erzaehlt, zelten auf einen tieferen platz. Dadurch gings den beiden wieder besser. Als ware nichts gewesen. Und heute dieselbe strecke mit den verschieden micros zurueck. Das war sehr anstrengend.
Wir haben allerdings einen kleinen umweg ueber eine kleine andenstadt gemacht. Das hat mich fast fuer alles entschaedigt: Eine kleine plaza im sonnenschein, blauer himmel, eisverkauefer, sonntaegliche ruhe, bohnensalat mit koriander und im hintergrund schneebedeckte andenberge. Mensch was willst du mehr?
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Das foto ist aus dem internet.

Huaraz 14.8.08

Heute haben wir einen besuch bei den warmen quellen in der naehe von huarez gemacht. Nichts spektakulaeres. Aber es gehoerte noch zu unserem akklimatisierungsprogramm.
Morgen gehen wir auf einen vier tage treck. Es geht auf ueber 4000m – mal sehen ob wir uns nun ausreichend an die hoehe gewoehnt haben.
Der treck heisst santa cruz treck und ist der beliebteste hier. Nichts fuer all die coolen franzosen, amis und israelis die in der stadt unterwegs sind und anspruchsvolleres vorhaben. Die berge hier in der umgebung gehen bis ueber 6000m und wollen auch taeglich bezwungen werden.
Also erst in 4 tagen gibts neue post.
Uebrigens wohnen bei uns im hostal viele israelische backpacker- das macht auch eine kleine israelische fahne am eingang deutlich. In der umgbeung des hostals gibt es sehr viele antiisraelische/ bzw. propalaestinische graffitis. Ob das mit dem hostal zu tun hat oder zufall ist?
Heute habe ich meine ersten kokablaetter gekaut. Sie sollen gegen die hoehenkrankheit helfen und stimulieren. Der verkauf und der genuss sind nur in peru und bolivien erlaubt. Sie schmecken nach grass (also richtigem grass) und haben bei mir keine wirkung gehabt. Aber ich nehme sie auf den treck mit. Vielleicht sind sie da nuetzlich.

Huaraz 13.8.08

Gestern sind wir aus lima hierher gefahren. Die fahrt dauerte 6 stunden im voll klimatisierten luxusbus. Wir hatten oben ganz vorn sitzplaetze und einen wunderschoenen frontblick. Zuerst ging es ca. 2 stunden aus lima raus. Je weiter wir an den stadtrand kamen desto aermlicher wurden die behausungen. Die meisten bestehen doch aus ziegeln und sind ein oder zweistoeckig. Die Eckpfeiler bestehen aus stahlbeton und oben schauen dann die rostigen stahlbaender heraus. Es gibt also kein schraeges dach, aber die moeglichkeit irgendwann ein weiteres stockwerk draufzusetzen. Manche der huetten sind aus holz oder sogar aus bambus(?), die fertigteile gibt es am strassenrand zu kaufen. Viel der huetten sind aber auch schuppen oder verkaufsstellen.
Nach lima begann dann die wueste, die direkt bis zur steilkueste fuehrt und aus hohen sandbergen besteht. Das alles haben wir im diesigen feuchten wetter gesehen. Schon ein eigenartiges klima.
Nach ca. 400km sind wir von der kueste weg in die anden hinein. Nach einigen hoehenmetern begann die sonne zu scheinen und wir quaelten uns einige serpentinen hinauf. Am rande doefer, frauen mit grossen hueten und bunt angezogene kinder. Spaeter kamen wir zur hochebene (3000m) und sahen bald die schneebedeckten berge hinter huaraz .
Wir haben auch bald in unser hostel eingecheckt und sind dann im ort noch was essen gegangen. Das hostel war recht laut und wir konnten nicht einschlafen. Gegen mitternacht begann auch noch ein hund zu bellen und wollte nicht aufhoeren. Und dann …. kamen die kopfschmerzen. Uns hatte die hoehenkrankheit erwischt. Es wurde immer schlimmer und mir wurde auch noch schlecht. Bis ca. 14.00 uhr haben wir uns in den betten gequaelt, ein paar tabletten geschluckt und leise gestoehnt.
Jetzt geht es uns etwas besser, aber wir sind sehr kurzatmig und koennen und ueberhaupt nicht vorstellen in den naechsten tagen hier durch die berge zu wandern. Jede treppe ist schon eine herausforderung.

Lima 11.8.08

danke!
Im moment bin ich auf der internen blogsportliste auf platz 347! So gut war ich noch nie, immerhin wurde das blog gestern 52 mal angeklickt. Weiter so!
Heute waren wir in einer deutsch/peruanischen schule in lima. Die liegt am stadtrand und ca. 700m hoch. Das hatte zur folge, dass sie ueber dem nebel liegt. So hatten wir seit einer woche zum ersten mal sonne!
Die schule wird von einem katholischen orden gefuehrt. So gabs morgens erst mal einen „appell“ mit gebet. dann gings in die klassen. Wir haben 4 stunden gesehen – 1., 2., 3, Klasse und eine 6.klasse. Die kinder sprechen schon recht gut deutsch. In den unteren klassen wird viel gesungen und gereimt. Das hat uns gut gefallen. In den obern klassen wurde es doch schwerer – deutsche grammatik.
Ansonsten gabs noch baenke mit angeschweisstem stuhl. Ich musste mich da wie eine schraube hineinwinden -besonders in der ersten klasse. Ich habe so gar mit ein paar kindern vokabeln gelernt und dabei auch ein paar spanische woerter geuebt – leider schon wieder vergessen!
Morgen gehts nach huaraz. Dann mehr.

P.S: Morales hat gewonnen!

Lima 10.8.08

Wir fühlen uns bei sylvia sehr wohl. Alles läuft nahezu perfekt. Wir haben hier entspannte und doch interessante tage. Natürlich ist es nach 4 tagen schwer lima richtig zu beschreiben. Aber, wie immer, der reihe nach. Die ersten tage haben wir uns im stadtteil der reichen und touristen: miraflores herumgetrieben. Da wir immer noch etwas gestresst waren, haben wir es sehr ruhig angehen lassen. Wir sind taxi gefahren und haben die micros ausprobiert. Das sind kleine japanische busse, die den öffentlichen nahverkehr darstellen. So ein ding kommt alle 10s (in worten: zehn sekunden) und kostet 20 cent (in worten…), an der offenen tür steht ein mann und ruft an jeder kreuzung oder anderswo laut und unverständlich die diversen fahrziele, dann musst du dich auf die tür stürzen, das auto fährt an und der konduktor zieht dich in den wagen. Wenn du glück hast gibts nen sitz, wenn nicht musst du stehen (menschen über 1,50m gebückt), das auto wird so voll gemacht wie es nur geht – wetten dass…
Alles muss schnell gehen, denn wenn das micro steht, überholt ein anders micro deins und fischt an der nächsten kreuzung die fahrgäste weg. In anderen ländern heißen diese fahrzeuge: marschruta, bemo oder kolletivos ….
Am freitag waren wir in „sexo en la ciudad“ in orginalsprache mit spanischen untertiteln. Es war ganz schön, orte in new york zu sehen, die wir noch vor ein paar tagen besucht haben. Ansonsten habe ich bei diesem film sehr viel gelernt: z.B das es für mich ganz komisch ist, einen film über die schönen und reichen, in einen armen land zu sehen. Ich habe auch gelernt, dass sich hollywood zwar modernisiert (schwule und ältere frauen, dürfen jetzt auch gezeigt werden), aber immer wieder der selbe traum verkauft wird und das ist das ganze geheimnis. Und jetzt kommts: das funktioniert auf der ganzen welt! Das publikum hat nur einmal anders reagiert, als ein deutsches reagiert hätte – als sich die beiden schwulen geküsst haben, ging ein aufschrei durchs auditorium. Da ist hollywood wohl zu weit gegangen.
Gestern hat uns sylvia die innenstadt gezeigt, das hat mir ganz gut gefallen. Teilweise schöne alte kolonialbauten, alles nicht so aufgeregt touristisch, mehr einheimisches publikum. Anschließend waren wir noch im grand hotel bolivar einen pisco sour trinken – ein geheimtip! Es kam ein koloniales gefühl auf. Allerdings nur so lange, bis andere touristinnen, mit dem lonely planet unterm arm, die bar enterten.
In lima ist ganz klar, wer wo hingehört: wer deine schuhe putzt, den micro lenkt, das haus putzt, die straße kehrt gehört nicht in die gaststätten, in die taxis, in die banken usw.
Denen, den es besser geht, werden geschützt von zahllosen sicherheitsbeamten, kameras und polizisten. Partymeilen sind umzingelt von security, davor warten die taxis, um die kids nach der feier ins gesicherte wohngebiet zu bringen. Die kriminalität ist allgegenwärtig. Vor den museen der innenstadt stehen wasserwerfer und schützenpanzerwagen….
Und trotzdem hat es uns hier gefallen, weil die stadt voller lauter menschen ist, weil überall gebaut wird (lima boomt) und weil scheinbar arbeit für alle gibt und weil du als tourist, gern die realität ausblendest.

Nachtrag NYC

weitere fotos findet ihr, wenn ihr auf das bild klickt

New York

Lima 7.8.08

Wir sind jetzt in Lima.
Aber der reihe nach. Am abflugtag sind wir um 6.00 uhr aufgestanden. Da gabs natuerlich noch kein frühstück im guesthouse. Deshalb sind wir ein stück mit der subway und dann in einen deli. Dort gabs wunderbare omletts und kuchen. Natürlich waren wir drei stunden zu früh auf dem flughafen, was aber nicht zu schlecht war, weil wir uns doch recht dumm mit dem elektronischen einchecken angestellt haben. Aber wir bekamen hilfe.
Alles ging gut bis miami – dort hatte unser flugzeug 4 stunden verspätung, die sich dann noch auf 6 stunden verlängerte. Warum? Wahrscheinlich wegen des tropischen sturms eduardo über den tropen. Das flugzeug kam von jamaika. Im flugzeug saßen wir dann noch mal über eine stunde fest, weil jemandes gepäck gesucht wurde. In dieser zeit bekamen alle ein glas wasser – danke!
Die sitze waren so eng, dass es ein spaß gewesen sein muss die übermüdeten menschen zu sehen, wie sie in den stühlen gehangen haben. Es gab was zu essen, allerdings nicht für birgit. Vegetarisches essen gibts bei american airways erst ab flügen von 7 stunden dauer – logisch und verständlich – vegetarierinnen müssen leiden lernen!
Allerdings hatten wir mit wartezeit nun insgesamt einen 24 stunden flug. Glücklicherweise wies aber der pilot auf eine homepage hin, wo mensch sich beschweren kann.
Über mail hatten wir mit sylvia vereinbart, dass sie uns vom flughafen abholt. Sylvia arbeitet in lima als deutschlehrerin und hat uns angeboten bei ihr zu schlafen.
Wir haben von miami nach lima angerufen und dem anrufbeantworter mitgeteilt, dass sylvia nicht auf den flughafen kommen soll. Das bedeutete für uns die herausforderung nachts um 4 uhr vom flughafen nach lima zu kommen. Aber allen erwartungen und warnungen zum trotz haben wir ein taxi genommen, das uns sicher! zu sylvia gebracht hat. Die wir um 5 uhr aus dem bett geklingelt haben – aber sie musst ja sowieso bald aufstehen :-)
Den gestrigen tag haben wir nahezu verschlafen. Am späten nachnmittag haben wir ein taxi (viel billiger als die bvg) nach miraflores genommen und sind kaffetrinken gegangen und ne stunde am meer entlang gelaufen. Lima ist ein molloch, aber im gegensatz zu anderen trikontstädten sehr sauber – es gibt scheinbar genügend billige arbeitskräfte. Mensch sieht auch ständig putzende leute. Mehr kann ich über lima noch nicht sagen.
Es erweist sich als echter glücksfall das wir bei sylvia ein paar tage wohnen können. So können wir uns aklimatisieren, hilfe von ihr annehmen, ihren computer benutzen (aufmerksame beobachterinnen haben bestimmt die ü und ß wiederentdeckt) und einiges organisatorisches erledigen.
Heute wollen wir nämlich noch zu american airlines und unseren rückflug auf den sommer 2009 umbuchen. Ich glaube das wird nicht einfach – schließlich ist es american airlines!

Viginias Guesthouse NYC 29.7. – 5.8.08

Es ist zeit fuer eine kritik unserer unterkunft:
Viginias guesthouse ist verkehrsguenstig – 5min von der u-bahn an der grenze manhatan/harlem gelegen. Die zimmer sind alt und rotten, sehr klein. Gemeinschaftstoilete und Dusche. Insgesamt recht sauber, aber zeitweise wird nicht geputzt. Es gibt fruehstueck, aber sehr duerftig, ausser am wochenende. Zeitweise sehr laut, weil gaeste rumtoben. 60$ fuer doppelzimer
Insgesamt: Fuer ny o.k. – ** (zwei sterne)

NYC 4.8.08

Nachdem wir vor ca. einem jahr zum hinduismus uebergetreten sind siehe hier, war es zeit fuer einen religionswechsel. Jeden sonntag ist in harlem gospelgottesdienst. Mit mehreren hundert anderen touristen haben wir uns an eine der vielen kirchen angestellt. Nachdem wir versichert hatten, dass wir auch bis zum schluss bleiben werden, bekamen wir einen platz in der zweiten reihe. Es war, wie mensch es aus den filmen kennt. Ich war allerdings doch ueberrascht, wie alles durchorganisiert wurde. Eben eine show. Fast alle >echten< kirchenbesucher hatten aufgaben: ministranten, saengerinnen, musiker, platzanweiserinnen. Der rest der leute war touristIn. Es gab blues und gospel und eine markerschuetternde predigt. Nach zwei stunden aufstehen,setzen, schunkeln, klatschen und haendeschuetteln gab es oblaten und wein. Das habe ich nicht genommen.
Insgesamt aber die bessere musik, aber auch so stark ritualisiert, wie der hinduismus.
Am nachmittag waren wir dann noch in brooklyn und haben uns wieder die skyline von manhattan angeschaut. Das ist fuer mich wohl die schoenste Sight von new york.
Abends sind wir ans ende von brooklyn gefahren um griechisch zu essen. Das war sehr fettig und hat nicht geschmeckt. Aber zu hause fahren wir ja auch oefter nach kw, weil es da einen teuren aber schlechten china-imbiss gibt.

@ die alten in berlin: Ein deli ist ein grosser imbiss mit sehr reichhaltigem angebot. Es gibt z.B. indisch, chinesisch bufet, hamburger, salat und breakfast.