Pinar del Rio 28.10.08

29. Oktober 2008

Heute sind endlich die raeder und spenden aus dem zoll gekommen. Das hat also genau 14 tage gedauert. Schuld waren allerdings nicht die kubaner, sondern die deutschen. Die spenden waren nicht genau deklariert worden. das ist notwendig, um die zollbestimmungen einhalten zu koennen. Ausserdem hat eine frau einige „rot kreuz pakete“ mitgenommen. In denen steckten doch tatsaechlich spitzenunterwaesche und bunte BHs. Ein schmuggler hatte also der soligruppe was untergemogelt. Nun freuen sich die gaertnerinnen!
Wir mussten allerdings 2 wochen haeufig zu fuss in den garten und in die stadt.
Apropos – transportproblem
Am sonntag wollten wir in die stadt. Wir haben anderthalb stunden auf den bus gewartet und sind dann etwas entnervt mit einem taxi gefahren, waren 1 stunde zu spaet. An der bushaltestelle standen noch ein paar kubanerinnen, die viel geduldiger waren als wir. Wir haben uns vorgestellt, wie es ist, wenn mensch nie weiss wann der bus kommt? Es gibt hier stellen, an denen mensch trampen kann. leute in gelben anzuegen versuchen alle moeglichen transportmittel anzuhalten und die leute darin zuverfrachten. Aber es haelt selten jemand, obwohl es verpflichtend ist, leute mitzunehmen.
Ansonsten ist noch von einem treffen mit der kommunistischen jugend kubas zu berichten. Aber eigentlich haben wir keine lust davon zu schreiben, es waren nur sprechblasen. Unglaublich, was die uns zugemutet haben. Trotz nachfragen kam immer nur dasselbe geseier. Dejavu nr. 2

DEJAVU

25. Oktober 2008

Der tag als lucius walker kam …
Luicius walker ist ein pfarrer aus den usa und macht jaehrlich eine karawane um die antikubanische blockade anzuklagen. Nach dem hurricans sammelte er einige leute um sich und ist in diesen tagen nach kuba geflogen um zu helfen eine schule aufzubauen. In der letzten woche kam er nach pinar del rio in unsere kleines voelkerfreundschaftshaus. Am vortag wurde der zaun noch mal gruen und der buergersteig weiss gestrichen. Am morgen gabs schon um 7.20 uhr fruehstueck und dann warteten wir … nach und nach trafen die funktionaere ein, einige maenner standen gelangweilt um unser haus herum …
Um 10.00 uhr kam ein alter amerikanischer schulbus, aus dem ein paar vollbaertige maenner und ganz wenige frauen stiegen. dann folgten zwei stunden diavortrag und reden der kubaner. Auch wir wurden als deutsche helferInnen erwaehnt und beklatscht. Dann stand ein ami auf und sagte, dass sie jetzt an die arbeit wollen und der bus fuhr wieder ab.
Wir hatten einen arbeitsfreien tag …

Pinar del Rio 25.10.08

Arbeitsbericht
Morgens um 9 uhr werden wir von einem traktor im haenger von unserer unterkunft zum botanischen garten gefahren. Auf der langsamen fahrt durch die stadt winken uns die leute zu. muss ein gutes bild sein: 9 Gringos, die sich krampfhaft an den seitenwaenden des haengers festhalten, weil sie traktor fahren nicht gewohnt sind. In cuba ist das keine ungewoehnliche Fortbewegungsart.
Im garten angekommen, werden die ArbeiterInnen von einigen auf cubanische art begruesst. das dauert so bis zur merienda, dem vormittagsbroetchen mit einer dicken scheibe wurst (fuer die vegetarierInnen mit oel) und einem verduennten O-saft aus eigener ernte.
gegen 10 uhr gehen wir arbeiten. zur zeit legen wir hochbeete an und saeen mitgebrachte samen aus. fuer die hochbeetbegrenzung muessen wir 20 cm tiefe graeben mit der spitzhacke ziehen. das ist schweisstreibend. dorthinei setzen wir asbestplatten und befuellen die 10 mal ein meter langen beete mit herangekarrter muttererde. die wird unter- und glattgeharkt, bekommt rillen und nach ausfuehrlicher diskussion wird gesaet. heute haben wir die cubaner mit wirsingkohl-, bohnenkraut- und gruenkohlsamen erfreut. ob sie damit was anfangen koennen? alles bastante alemano.
Um 12.30 ertoent die mittagsglocke. es gibt reis, linsen, suesskartoffel und eine scheibe gebratene wurst o.ae. und ein ei fuer die vegetarierInnen. nachdem essen sitzen wir ein bisschen rum – mit vollem magen arbeitet mensch nicht. an den meisten tagen haben wir nach dem mittag schluss, weil eine ausstellung in der stadt eroeffnet wird oder wir ein krankenhaus oder kindergarten besuchen. wenn es regnet, wird auch nicht gearbeitet, aber es regnet hier selten. ansonsten arbeiten wir am nachmittag nochmal 2 bis 3 stunden und werden immer gefragt, ob wir nicht schluss machen wollen wegen der cubanischen sonne und so. manchmal versauen wir die norm und effektivieren die arbeitsablaeufe. aber das bringt nichts, hoechstens laengere pausen.
nach der arbeit geht es mit dem traktorhaenger wieder zurueck in unsere unterkunft, duschen, eine erstes bier trinken oder welches im CUC laden besorgen. nach einem ueppigen abendessen haenegen wir entweder auf der terrasse rum, bier- und rum trinkend, spielen domino, herzeln, wuerfeln oder quatschen. vor mitternacht klettern wir in unsere doppelstockbetten und jan beginnt zu schnarchen zu den klaengen der klimaanlage.

Pinar del Rio 19.10.08

19. Oktober 2008

Von habana sind wir hierher zu unserer freundschaftsbrigade gefahren. Auf dem weg hierher sahen wir umgestuerzte hochspannungsleitungen, aber ansonsten war alles gruen und wenig zerstoert. Pinar ist eine kleine provinzstadt und sehr doerflich. Am busbahnhof waren wir zum letzten mal opfer der cuc-jaeger. Nun befinden wir uns in der obhut des kubanischen staates und seiner freundschaftsorganisation, die sich ruehrend um uns sorgt. Die ersten tage waren angefuellt mit viel warten. Wir hatten gespraeche mit der oertlichen staatsfuehrung und der leitung des botanischen gartens. Alles recht ungezwungen und ehrlich. So haben wir erfahren, dass ein/e arbeiter/in ca. 500 kubanische pesos im monat verdient, dass sind umgerechnet nicht ganz 20 euro! Allerdings muss gesagt werden, dass aber fuer kostenlose schulbildung und aerztliche versorgung gesorgt ist. Das koennen wohl keine anderen lateinamerikanischen laender von sich behaupten. Die grundnahrungsmittel sind spottbillig, aber schwer zu bekommen. Einfacher gehts mit konvertierbarer waehrung, aber an die kommen nicht alle ran. deshalb also die jagd nach den cuc.
Von freitag bis sonntag waren wir auf exkursion. Wir sollten fuer den botanischen garten samen sammeln. Das haben wir eigentlich nicht getan, sondern sind zweimal an den karibischen strand gefahren. Palmen, buddelsand, sonne, blaues meer …
Auch eine lange strandwanderung war dabei und wir haben dickbaeuchige palmen kennengelernt.
irgendwann zwischendurch haben wir dann doch noch ein paar samen eingesammelt und keimende kokusnuesse in den anhaenger geladen.
untergebracht waren wir waehrend der exkursion in einer metereologischen station, ganz am suedwestlichen zipfel cubas. die unterkunft war sehr einfach, dusche und klospuelung funktionierten nicht und das waschbecken existierte nicht. aber ab 17 uhr wurde salsa getanzt! leider gab es unzaehlige midges = kleinstmuecken und nun sehen wir entsprechend aus… abends wurde viel rum getrunken.
morgen ist unser erster richtiger arbeitstag im botanischen garten. wir hoffen sehr, dass es etwas arbeit gibt. als langzeitprojekt haben sie fuer uns vorgesehen, dass wir einen rosengarten anlegen, aber eine planung dafuer gibts noch nicht, auch keine rosen, dafuer aber ameisen, deren lieblingsfressen rosenblaetter sind. vielleicht buddeln wir erstmal einen wassergraben, um die ameisen von den rosen abzuhalten?

Habana 14.10.08

14. Oktober 2008

Wir haben schon eine menge sehenswuerdigkeiten in habana abgegrast. Leider alles zu fuss, weil wir nicht mit kolonialen pferdekutschen fahren wollen und uns vom oeffentlichen nahverkehr abgeraten wurde. Sie fahren sehr unregelmaessig, mit sehr langen schlangen an den bushaltestellen. Wir waren im revolutionsmuseum, im rummuseum, auf dem zentralfriedhof und haben uns althabana angesehen. Althabana ist eigentlich ganz spannend. Neben aufwendig restaurierten plaetzen und strassenzuegen, findet mensch auch voellig heruntergekommende gegenden mit schmutz und schlechten lebensbedingungen. Naeherst du dich den restaurierten teilen, siehst du auch wieder andere touristInnen und wirst zum opfer der CUC (konvertierbarer peso) jaegerInnen. Erstaunlich wie phantasievoll die kubanerInnen hier sind. In fast jeder kneipe wurden wir bisher beschissen. Es gibt selbst ernannte reisefuehrer, stylische menschliche fotomotive, bettlerinnnen, leute die milchpulver gekauft haben wollen, pferdekutschen, strassenkreuzertaxis usw. Unser Eindruck ist, dass die jagd nach dem cuc hat fast sportlichen charakter hat. Wie gesagt zum ueberleben reichts in kuba, aber alles was irgendwie ein wenig luxus (benzin, shampoo, t-shirts, tee, leckere wurst) bedeutet kostet cuc.
Heute wollen wir zum revolutionsplatz und aufs jose marti monument. Morgen gehts dann nach pinar del rio.

Habana 12.10.08

12. Oktober 2008

Wir sind planmaessig in kuba angekommen. Es ist sehr heiss hier. Mitternachtstemperaturen um die 27 grad. Habana ist lebhaft, mit wenig strassenverkehr. Die leute sehen nicht so arm aus, wie in peru. Sie wirken selbstbewusster und grossstaedtischer. Viele haeuser im kolonialstil und juenger sind restauriert. Aber die meisten ehemals herrschaftlichen haeuser werden von hausbesetzern bewohnt, die statt der transparente ihre waesche herausgehangen haben.
Die feuchte luft und der mangel sorgen dafuer, dass die haeuser nicht resatauriert werden koennen. Aber in berlin oder lima wuerden dann reichere leute in diesen wohnungen wohnen.
Es gibt in kuba eigentlich drei waehrungen: Lebensmittelgutscheine, die die grundversorgung sichern, pesos, die fast nichts wert sind und convertible pesos, fuer die mensch fast alles bekommt. Fuer uns touristen gibts alles in convertierbaren. Die preise sind aehnlich wie in berlin.
Unsere vermieterin hier kommt aus krefeld. Sie lebt schon 15 jahre hier, ja die liebe. Sie bekocht uns sehr gut, obwohl es sehr schwer ist alles zu organisieren. Ossis ihr kennt das! gerade nach dem hurrican, gibts kaum obst oder gemuese. Wir erfahren viel ueber kuba von ihr. Und erstaunlich – oder auch nicht – sie ist zu einer ueberzeugten kubanerin geworden. Und will auf keinen fall zurueck.
Und wir? Wir diskutieren zum ersten mal seit 19 jahren wieder ueber den staatssozialismus. Was muss besser werden, was verstehen wir nicht usw., wie gehts nach castro weiter? Dejavu!

Und das ist der Preis

9. Oktober 2008

Gewonnen hat: im *moment* vorbei (bitte melde dich)
Ein Bierflaschentragehalter im Inkalook fuer den Prenzlauer Berg!
Der absolute Hingucker! Herzlichen Glueckwunsch. Der Preis kommt im November nach Berlin.

Flaschenhalter

Flaschenhalter

Wir hatten gestern ueber 50 Klicks!

Umfrage Nr. 2

8. Oktober 2008

Leider ging in den letzten tagen die anzahl der lesreInnen zurueck. Aus diesem grund haben wir uns schweren herzens entschlossen ein preisauschreiben zu veranstalten. Also:
Was ist „perro caliente“ ?
Diejenige / derjenige mit der ersten richtigen antwort erhaelt einen wertvollen peruanischen preis.

Lima 8.10.08

Buerokratie
Fall1
Heute wollten wir zum kubanischen konsulat. Aber wir sind nur bis zur sprechanlage vorgedrungen. Dort wurde uns im schnellst moeglichen spanisch erklaert, dass das „system“ kaputt ist (ich nehme an die frau meinte das computersystem) und es deshalb keine „tarjeta de turista“ gibt. Wir sollen in ein reisebuero gehen, sie empfahl zwei. Oder einen moment warten. Wir standen eine halbe stunde mit einem peruanischen Ehepaar vor der tuer auf der strasse. Dann hat birgit wieder geklingelt und sich ueber die unfreundlichkeit beschwert, uns vor der tuer stehen zu lassen. Wir sollten wieder warten. Nach einer dreiviertel stunde hat die peruanerin verlangt, den konsul zu sprechen. Wir standen immer noch vor der tuer. Wir sind nach einer stunde gegangen. Heute ist hier ein feiertag, deshalb hatte eins der empfohlenen reisebueros zu. Bei dem anderen haben die angestellten den freien tag genutzt, um das haus abzureissen und eine bauruine zu hinterlassen. Morgen muessen wir um 12.00 uhr auf dem flugplatz sein Also keine panik. Wir werden morgen frueh mal wieder vorbeischauen.
Fall 2
Als wir auf unserer hinreise in miami nicht durch die passkontrolle mussten, haben wir uns gewundert. Uns fehlt auf der gruenen karte der ausreisestempel. Nun haben wir von anderen reisenden erfahren, dass das zu grossen problemen bei einer erneuten einreise in die usa kommen kann. Die vereinigten staaten denken dann naemlich, dass wir uns immer noch illegal im land aufhalten und wundern sich, dass wir ploetzlich von ausserhalb kommen. Denen ihr problem dachte ich bisher, aber gefehlt. Jetzt haben wir uns die green card mal genauer angeschaut. darauf steht, dass wir fuer alles selbst verantwortlich sind, was mit der karte passiert. Die nette dame von american airlines (das sind die anderen buerokraten) gab uns einen vordruck, der ausfuehrlich erklaert was in unserm fall zu tun ist.
1. den gesamten pass kopieren
2. beweisstuecke suchen, die klar machen, dass mensch sich gerade nicht in den usa aufhaelt
3. persoenliche erklaerung/entschuldigung, wie das nur passieren konnte
4. alles, und die gruene karte in einen briefumschlag
5. als einschreiben abschicken (wohl gemerkt heute ist ein feiertag, die post hat zu)
6. die usa wird auf keinen fall antworten
Wir fanden zum glueck eine post, die offen war. Bei unserer naechsten einreise werden wir sehen, ob die vereinigten staaten mit der entschuldigung fuer unser fehlverhalten einverstanden war.

Lima 7.10.08

Wieder in lima, die laute und hektische stadt. Und das schoenste: american airlines hat doch noch einen flug gefunden, der erst am 29.7.09 in berlin landet. Allen, die uns ihre wohnung und ihr ehebett angeboten haben, falls wir eher zurueck gemusst haetten – vielen dank. Vielleicht werden wir spaeter mal darauf zurueckkommen.
Wir waren so begeistert, dass wir noch mal 50€ draufgelegt haben und einen einwoechigen stopover in miami einlegen werden. Wollen doch mal sehen was die alten castro-gegner machen.
Morgen muessen wir noch zum kubanischen konsulat hier und ein visum kaufen. Ausserdem wollen wir noch ueber unseren staatsempfang in habana reden.


Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (8)