An dieser stelle moechte ich einer alten liebe zum morgigen 59igsten gratulieren. Hoffentlich liest sie es an dieser stelle. Nun ist es vorbei. Aber…
Nichts wie weg!
An dieser stelle moechte ich einer alten liebe zum morgigen 59igsten gratulieren. Hoffentlich liest sie es an dieser stelle. Nun ist es vorbei. Aber…
Die letzten drei tage waren wir im colca-tal. Das ist der angeblich tiefste canon der welt. An einer stelle soll er ueber 3000m tief sein. Wir waren nur ca. 1500m tief. Diesmal hatten wir eine nette teamfaehige gruppe von insgesamt 7 leuten 1 italocanandisches paerchen, ein oesterreichisches paerchen, eine muensteranerin, ein peruanischer guide und wir. Fast alle waren schon seit monaten auf weltreise und so haben wir uns viel ueber preise in japan, berge in neuseeland, autokauf in australien, straende in mittelamerika und die kriminalitaet in quito unterhalten. Ist schon komisch. Aber es war sehr nett und entspannend.
Auch das colca-tal fanden wir beeindruckend. Am ersten tag sind wir runtergelaufen, dabei haben wir ein paar condore gesehen. Na ja- adler eben. Im tal haben wir wieder einmal bei einer einheimischen familie uebernachtet. Das ist fast wie eine pension, nur viel viel einfacher. Ich habe zum ersten mal in einem haus geschlafen, wo der fussboden aus festgetretenen lehm bestand. Alles sehr staubig. Gekocht wurde am offenen feuer, die meerschwein rannten ueberall herum – gegessen haben wir diesmal aber keine.

Das 6 jaehrige maedchen musste am sonntagmorgen seine hausaufgaben machen – 5 seiten schreibuebungen. Nebenbei hat sie noch auf ihren juengeren bruder aufgepasst und die zimmer gefegt. Lesen konnte sie noch nicht richtig.
Wir sind weiter zu einer oase im tal. Dort gab es einen swimmingpool. Wir haben ausgiebig gebadet und hatten um uns die gold-scheinenden Klippen.

Am nachmittag haben wir uns dann aufgemacht 1200m steil anzusteigen. Alle waren so motiviert, dass wir schon nach 2 1/2 stunden oben waren. Ich war voellig durchgeschwitzt.

(Hier sieht mensch deutlich den Weg, den wir steigen mussten)Im oberen dorf haben wir noch eine nacht verbracht und sind dann heute heute nachmittag zurueck.
Heute nacht fahren wir nach lima.
Am 9.10. geht unser flug nach habana. Dort bleiben wir fuenf tage. Am 15. oktober gehts nach pinar del rio – 3 wochen im botanischen garten arbeiten. Bis zum 20.11. bleiben wir in kuba. Sicherlich wird es dort viel schwieriger mit der internetkommunikation (teurer und ev. unzuverlaessiger). Trotzdem werde ich versuchen so oft wie moeglich zu schreiben. Auch die mails werde wir hoffentlich lesen koennen.
Wir koennen aber noch auf alle faelle in lima ins internet. Also wenn ihr noch mal schreiben wollt….?
Unsere tage in lima sind gezaehlt. Zeit fuer kleine auswertungen.
Mit Sicherheit in Peru
In peru ist sicherheit ein wert, der bezahlt werden muss. Nur die zahlenmaessig kleine mittel- und oberschicht koennen sie sich leisten – beim wohnen, im restaurant, auf reisen.
Dass es abgeriegelt und bewachte wohngebiete gibt, wissen vielleicht einige von euch. Aber habt ihr gewusst, dass es hier mauern mit stacheldraht vor den schicken haeusern gibt, durch die elektrischer strom fliesst?
Peruaner sind an sich sehr klein, aber die privaten securities die vor den upmarket bars stehen, sind wahre riesen.
Wir sind bisher zwei Mal beim einsteigen in den bus gefilmt worden. Ihr muesst euch vorstellen, jemand haelt die kamera mehrere sekunden direkt in euer gesicht. Auf meine frage: „warum?“ Antwort: „segure“ Versteht das nicht falsch, die kamera war zu unserer sicherheit da. Vielleicht um terroristen im bus identifizieren zu koennen?
Strassensperren gab es vor allem in den bergen. Sie waren harmlos, aber maschinengewehre sieht mensch hier haeufig.
Nichts deutet in dieser stadt auf den bedeutenden tag der deutschen hin. Erstaunlich wie ruhig, ja wie beinahe alltaeglich hier der tag verlaeuft. Keine fahnen, keine marschmusik, keine froehlichen gesichter. Normalitaet in ganz peru. Mensch koennte fast glauben, dass der 3.oktober in peru keine rolle spielt. Aber gefehlt.
Wir spueren eine gewisse feindlichkeit gegenueber uns deutschen. Heute morgen wurden wir freundlich aber bestimmt gebeten aus unserem schoenen 4 bettzimmer in ein kleineres zimmer in den keller zu ziehen! Angeblich wuerde das zimmer fuer peruanische touristInnen gebraucht.
Auch american airlines treibt es auf die spitze: jetzt sollen wir nur noch 100,00 € umbuchungsgebuehr bezahlen, aber dafuer gibt es im Juli und Juni 2009 keine fluege mehr. Sollen wir also schon im fruehjahr in die heimat zurueckkehren? Will das peru, und auch amerika?
Da nutzt es nichts den menschen zuzurufen: „auch ich bin ein stueck weit antideutsch!“ Sie wuerden es doch nicht verstehen?
Mit tiefen und eigenen gedanken denke ich an diesem tag an uns deutsche, die wir es immer so schwer haben!
Unsere sprachschule ist ganz gut. Zum ersten mal erlebe ich eine spanischschule, die nicht nur grammatik vermittelt. Wir haben jeden tag 2 stunden grammatik und anschliessend 2 stunden konversation. Das alles im einzelunterricht. Despues estoy bastante exhausto.
Arequipa ist eine sehr schoene stadt, wenn mensch die vorortslums uebersieht. Zum ersten mal habe ich in peru das gefuehl in einer grossstadt zu sein. Arequipa koennte auch ohne touristInnen ganz lebendig sein.
Wir wohnen in unserem hostal ganz allein. Dort haben wir das groesste zimmer bekommen und 4 angestellte arbeiten scheinbar nur fuer uns! Sie beschaeftigen sich. Sie raeumen das zimmer auf und stellen dinge von uns an unbekannte plaetze. Manchmal beschaeftigen sie auch uns – zum ersten mal mussten wir hier unseren pass abgeben. Aber wir haben ein eigenes bad und einen fernseher mit „Deutscher Welle“ – Finanzkrise, csu verliert, npd gewinnt- Ich wuerde sagen, das sind durchwachsene nachrichten.