Arica 30.11.08
30. November 2008Auf nach santiago – 2 000km oder 28 stunden im pullmann bus – salon cama! Wir sind montag abend dort.
Auf nach santiago – 2 000km oder 28 stunden im pullmann bus – salon cama! Wir sind montag abend dort.
Ein kostenloses internet im hostal und viel freie zeit verleiten zum schreiben.
Arica war bis vor 120 jahren noch peruanisch. Erst nach dem pazifischen krieg kam es zu chile. Bei wikipedia ist das schoen erklaert, aber nur soviel: Es ging um salpeter, das in den wuesten hier lag. Chile hat mit seiner staerkeren militaermacht nach 4 jahren lima erobert und bolivien den zugang zum meer abgeschnitten. Der friedensvertrag ergab die heutigen grenzen. Obwohl salpeter bald keine rolle mehr spielte, hat sich die eroberung der wueste hier gelohnt. Immerhin hat mensch spaeter die riesigen kupfervorkommen entdeckt. Heute ist chile der groesste kupferproduzent weltweit. Uebrigens hat pinochet die nationalisierung der kupferminen durch allende nicht zurueckgenommen.
Arica feiert seine eroberung durch chilenische soldaten heute mit einer riesigen fahne auf dem hausberg.

Dort gibt es auch ein museum voller kanonen, gewehre und uniformen. Es wurde auch ein video gezeigt, von dem ich nicht viel verstanden habe. Nur, dass heroische musik und begeisterter ton aus dem geraet tropften.
Die bolivianer nehmen es den chilenen auch heute noch uebel, dass sie ihre schiffe nicht vom eigenen hafen in den pazifik schippern lassen koennen. Die diplomatischen beziehungen sind sehr angespannt.
Zurueck aus den bergen.
Um es gleich zu sagen, die kopfschmerzen sind wir die 3 tage nicht mehr losgeworden. Zu hoch waren hier die anden und zu ehrgeizig unser programm.
Die erste guided-tour war 14 stunden lang. Der guide war sehr nett, aber ein wenig unorganisiert. Er hat die zeit mit uns vertroedelt. Wir sind 150km auf staubiger piste in den nationalpark hineingefahren. Die landschaft scheint lebensfeindlich. Eine hochebene (4500m) mit sandhuegeln. Darauf grasbueschel, wie pickel auf der haut. Moos – stachlig wie ein kaktus. Bluehendes salz – wie reif auf dem moos liegend. Es entsteht, wenn das unterirdische wasser an der oberflaeche verdunstet. Giftgruene felssteine, die sich als hundertjaehrige pflanzen entpuppen. Lamas, alpacas und vicunas – die kamele der anden. An einer ebenen pflanzenlosen flaeche sahen wir hunderte schwarze 2m im durchmesser grosse kreise. Es stellte sich heraus, dass das die schlafplaetze der lamas waren. Sie treffen sich hier in der daemmerung. Und weil sie auch mal scheissen muessen, sind die schlafplaetze schwarz von kleinen kuegelchen.
Am nachmittag erreichten wir dann einen salzsee.
Folgendes bild: Im vordergrund – vicunas, dahinter, im flachen wasser – flamingos, wiederum dahinter riesige bagger und lkw’s, die das salz abtragen, im hintergrund die vulkane. Eine idyllische industrielandschaft im nationalpark. Aber im liberalisierten chile kein wunder.
Dann gings noch zu einem schwefligen, heissen see. Alle haben gebadet, nur wir hatten wieder mal unsere badesachen vergessen.
In der daemmerung sind wir dann zwischen den salzbeladenen lkw’s die staubige sandpiste zurueckgerast. Voellig fertig und kopfgeschmerzt, ohne abendbrot und bier ins bett.
Am naechsten tag gings zu den vulkanen. Bestiegen haben wie sie nicht, aber eine kleine wanderung zu ihren fuessen gemacht. Der himmel und die vulkane waren bedeckt. Aber wir konnten das grollen hoeren – wie gewitterdonner kam es aus den vulkanen. Ich hatte fuer diese tour keine richtige ruhe mehr, weil wir um 17.00 uhr unseren bus zurueck nach arica bekommen mussten. Und der guide war wieder so gemaechlichhhhhhhhh.
Aber wir haben es geschafft. Die 3500m bergab waren ein genuss, weil der kopfschmerz langsam nachliess und die realistische hoffnung auf ein bier am abend stieg. Die precordillieren hier, bestehen aus riesigen sandduenen (ca. 500m hoch). Fast unten im tal fuhren wir dann zwischen diesen duenen durch ein liebliches gruenes tal. Endlich wieder baeume, wiesen, felder und obstplantagen. Das wunder der bewaesserung – im hintergrund die sandberge!
In arica arbeiten viele perunaerInnen. Z.B. als putzfrauen. Chile ist reicher als seine nachbarlaender. Einmal die woche muessen die perunaerInnen ueber die grenze und 24 stunden in peru bleiben. Das ist ihr freier tag. Dann duerfen sie wieder fuer eine woche in chile arbeiten. Es sei denn ihre chilenischen arbeitgeberInnen geben ihnen einen arbeitsvertrag, aber wer von denen will das schon.
3500 hoehenmenter mit dem bus in 3 stunden – klar, dass wir da ein wenig hoehenkrank werden. Putre ist ein chilenisches bergdorf mit touri-zentrum.
Aber nachdem wir uns hier in das hostel eingecheckt hatten, sind wir zur touristinformation gegangen und haben gefragt, ob mensch hier ein wenig wandern kann. Es gab einen weg, wir brauchten keinen guide. Aber es gab auch keine wanderkarten. So hat uns die sehr nette frau eine kryptische zeichnung angefertigt und in schwer verstaendlichem chilenisch den weg erklaert.
Wir sind schoen langsam losgestiefelt, wegen dem sauerstoffmangel. Die gegend ist wuestentrocken, viel sand und geroell. Natuerlich haben wir uns schnell verlaufen. An einem kleinen bauernhof fragte uns eine frau, wohin wir wollten. Wir waren total falsch und sie erklaerte uns den weg. Drei neue zeichnungen entstanden auf dem blatt papier, aber diesmal mit rotstift. es stellte sich heraus, dass sie die schwester der netten frau aus der touristinformation war. Sie war genauso freundlich und genauso waren ihre zeichnungen unverstaendlich.
Nach einer weiteren stunde kehrten wir um. Auch die kopfschmerzen waren staerker geworden.
Auf dem rueckweg wurden wir von der schwester eingeholt. Sie kam geritten. Und so endeten birgit und ich abwechselnd auf dem pferd zum fototermin.
Bevor wir uns endgueltig von der erfolglosen touristenfuehrerin verabschiedeten, haben wir noch die adressen ausgetauscht.
(Die pferdebilder gibts bald zu sehen)
Fuer morgen haben wir nun doch wieder eine guided tour gebucht. Zu den flamingos, die auf ueber 4000m leben. Eine ungefaehre zeichnung, wie wir dort hinfahren, haben wir schon aufgemalt bekommen…
Nun ein neues land – chile.
Die busfahrt war trotz der fast 20 stunden recht bequem. Wir hatten diesmal die teuersten plaetze mit liegesesseln. Aber birgit hat nicht verstanden, warum wir insgesamt 4 filme von zweifelhafter qualitaet sehen mussten. Ich schau mir eigentlich fast jeden scheiss an, wenn es die zeit frisst. Die landschaft warf wenig abwechslungsreich. Wer weiss schon, dass mehrere tausend kilometer suedamerikanische kueste nur sandwueste sind. Manchmal etwas bergig, dann interessanter, oft platt und von reisfeldern oder obstplantagen unterbrochen.
Kurz vor der grenze wurden wir auf obst kontrolliert, weil die hiesige provinz keine fruchtfliegen mag. Der grenzuebertritt selbst war kurz und unbuerokratisch. Und hier ist auch wueste und die stadt koennte auch peruanisch sein. Wir ueberlegen, ob wir morgen hoch in die andenfahren und eine kleine tour in einen nationalpark machen ( ueber 4000m und vulkane). Dann muessen wir uns aber beeilen, santiago is calling.
Reisetage:119
Blogeinträge: 78
Buskilometer: ca. 5 000
Schiff: ca. 200km
verschiedene Betten: 30, 6 mal Schlafsack und 1 Hängematte
höchster (erlaufener) Punkt: 4200m (Anden)
tiefster Punkt: 2m unter Meeresspiegel getaucht (Karibik)
Bier: …. (das traue ich mich nicht zu schreiben)
Rumflaschen: 3
Mojitos: ca. 10
Pisco Sour: 5
überraschend billig: Essen in Peru (1,00€), Busfahrt in Kuba (0,01€)
unsagbar teuer: Internet in Kuba (6,00€ die Stunde),
schönste Sehenswürdigkeit: zu viele – Z.B. Rockefellercenter in N.Y., Inkatrail in Peru, Fidels Hauptquartier in Kuba
enttäuschendste Sehenswürdigkeit: Trinidad in Kuba
Krankheiten: Höhenkrankheit, Dünnschiss
erinnerungsträchtiges Essen: Meerschweinbraten (Peru), Reis mit Bohnen (Kuba)

Bitte wieder einfach das Foto anklicken und das Album „Kuba“ anschauen. Wer schnelles interent hat kann auch hier die Diashow sehen:
Diashow!!
Wieder in lima. Hier ist gerade das gipfeltreffen der apec statt. Die stadt ist voller polizei und die hotels und regierungsgebaeude sind abgesperrt. Wie uns der taxifahrer erzaehlte, gibts keine angst vor protesten in der stadt. Vielmehr fuerchtet mensch den internationalen terrorismus. Schade!
Ueberhaupt war unser taxifahrer sehr politisch interessiert. Er wollte wissen, warum es in der brd immer mehr nazi gibt. Ich muss ehrlich sagen, so richtig weiss ich immer noch nicht warum. Ausserdem ist mein spanisch so schwach, wie das englisch des taxifahrers. So hat er uns lieber von den deutschen comunities in suedamerika erzaehlt und das viele nazis nach dem krieg hierher kamen. Aber da wussten wir drei auch warum!
Die weiteren plaene:
morgen: mal richtig ausschlafen ![]()
uebermorgen: trip in die naehe von lima
montag: fahrt an die chilenische grenze
naechste woche: fahrt durch chile mit zwischenstops
1.12.: santiago de chile
2.12.: treffen mit t.
Casas particularis in Cuba
Casas particularis sind familiengefuehrte pensionen in cuba. Und neben den viazul-bussen eine angenehme und sehr erleichternde sache. Fast ausnahmslos haben wir freundliche gastgeberinnen ( immer frauen) erlebt. Du bekommst ein wenig einblick in die privatsphaere von kubanerInnen. Natuerlich sind es meist leute denen es besser geht. Sie haben schoene haeuser (85% aller kubenerInnen besitzen ihre wohnungen) und verdienen mit der vermietung natuerlich CUC. Wir haben neben der uebernachtung auch immer fruehstueck und abendbrot bekommen. Dabei waren unsere gastgeberInnen immer sehr ehrgeizig. Es gab ein mehrgaengiges abendbrot. Und da die haelfte unserer reisegruppe vegetarisch lebt und isst, war das essen auch immer eine herausforderung fuer die koechin. Nach dem hurrican war die obst und gemueseversorgung zusammengebrochen, da der sturm alles vernichtet hatte. So konnten wir in den casas miterleben, wie nach und nach wieder etwas gruenes auf den tisch kam. Birgit bekam zunaechts immer nur eier und soja. Da in kuba alles schneller waechst, waren nach 3 wochen mangold, dann radies und spaeter die gurken reif. Was wir dann auch als salat bekamen. Zum schluss gabs sogar wieder tomaten, bananen und mandarinen.
Bequem war fuer uns auch, dass wir von stadt zu stadt und damit von casa zu casa weitergereicht wurden.
Wir haben grosse haeuser mit kolonialen chick erlebt, aber auch viel selbstgezimmertes und fuer unsere verhaeltnisse einfache behausungen.
Unangenehm war nur, dass eigenartiger weise die preise fuer das essen nie ganz klar waren. So wussten wir nicht, ob der kaffee, den wir gerade angeboten bekamen was kostet oder nichts. Das hat uns immer ganz schoen belastet. Und war mit unserem geiz schwer vereinbar.