Heute nacht sind wir die annaehernd 1000km von santiago de cuba zurueck nach habana gefahren. Morgen frueh gehts mit dem flugzeug zurueck nach lima.
Am letzten tag in santiago haben wirs geschafft uns die moncada kaserne anzuschauen. Vorher war immer geschlossen.
Fuer die uneingeweihten: Die moncadakaserne wurde 1953 von fidel castro und ungefaehr hundert kampfgefaehrten ueberfallen um das signal zur revolution gegen das batistaregime zu geben. Die sache endete sehr blutig, ca. 20 wurden gleich dort abgeschlachtet, ca. 50 „auf der flucht erschossen“ oder zu tode gequaelt.
Die anderen wurden spaeter gefasst und zu mehrjaehrigen haftstrafen verurteilt. Im knast haben sie sich weiter organisiert und gebildet. Nach ca. 2 jahren wurde eine amnestie erkaempft und castro ging etwas spaeter nach mexico um die landung auf cuba vorzubereiten, die letztendlich zum sieg der revolution fuehrte.
Und darum gings auch im dortigen museum. Ansonsten ist die kaserne heute eine schule. Eine anekdote: Batista liess nach dem erfoglosen sturm auf die moncada die einschussloecher in den waenden zugipsen. Nach der revolution wurden sie wieder hervorgekratzt – so kann mench sie heute bestaunen und fotografieren. Was wir auch getan haben.
Archiv für November 2008
Neuer rekord am 16.11. --- 107 klicks an einem tag das ist revolutionaer!!!
Gestern waren wir in der naehe von santiage de cuba auf einem castillo. entgegen der staendigen ermahnungen aller, haben wir es mit oeffentlichen verkehrsmitteln erreicht. Wir werden immer gewarnt, weil sie so unzuverlaessig sein sollen und so gefaehrlich! Im endeffekt bleibt uns dann immer nur ein taxi zu nehmen. Und darauf haben wir eigentlich nie lust.
Gestern sind wir erstmal ans andere ende der stadt gelaufen, weil dort die busse noch leer sein sollen, wenn sie kommen. Dort haben wir eine stunde gewartet. Immer wenn leute an die haltestelle kamen wurde gefragt: ultimo? Das bedeutet, wer ist der letzte in der Reihe. Diese aufgabe hatten wir auf der hinfahrt verpeilt. Aber das war nicht so schlimm. Irgendwie haben alle leute reingepasst und nach einer halbe stunde waren wir im vorort von santiago. Ein nettes museum und wunderschoene ausblicke auf die karibische steilkueste mit der sierra maestra im hintergrund.
Der rueckweg dauerte laenger: zweieinhalb stunden haben wir gewartet. Das war ein wenig unsere schuld, weil wir einen bus fahren liessen – aus unsicherheit. dann kamen wieder die ultimo-fragen. Wir haben einfach nicht geantwortet. Aber als dann endlich der bus kam -haben sich alle der reihe nach eingeordnet. Und wir hatten angst als touristInnen einfach stehen gelassen zu werden. Aber gefehlt: wir wurden an den anfang der schlange durchgereicht! Ich war sehr beeindruckt von der disziplin der leute und dem gerechtigkeitsempfinden. Das entschaedigte uns nicht nur fuer die wartezeit, sondern auch fuer die letzten 2 wochen. Wo wir von den cuc-jaegern immer genervt wurden.
Am meisten habe ich mich gefreut, einfach mal 2 stunden von diesen geldjaegern in ruhe gelassen worden zu sein.
Wir stossen mit Rum an. Feiert schoen und singt kraeftig!
Heute waren wir im ehemaligen Hauptquartier von Fidel und Che in der Sierra Maestra. Gleich vorweg: entgegen aller revolutionaeren Romantik – Fidel hatte als Chef ein eigenes Haus und eine eigene Kueche. Soviel Gleichheit gab es also nicht.
Wir waren mit zwei italienischen Revo-Fans und dem oblgatorischen Guide unterwegs. Die Italiener hatten alles ueber die cubanische Revolution und saemtliche Tagebuecher saemtlicher Revolutionshelden gelesen. Sie haetten eigentlich keinen Guide gebraucht und hatten glueckliche Gesichter bis wir sie nach Berlusconi fragten. Das Hauptquartier waren ein paar Huetten im Busch und eine Radiostation auf dem Berg inmitten einer bezaubernden Landschaft.
Kubanische Kommunikation:
Uns ist aufgefallen, dass viele CubanerInnen auf spezielle Art mit TouristInnen kommunizieren:
- sehr laut und ueber die Strasse hinweg „Hey, my friend, where are you from, alles klar, taxi? Habana? Santiago?“
- sehr leise von hinten: „Cigars?“
- VerkaeuferInnen oder Busfahrer, die viel mit TouristInnen zu tun haben, benutzen 0ft die Zeichensprache, auch wenn wir versuchen mit ihnen spanisch zu sprechen. am beliebtsten ist dabei der verneinende Zeigefinger. Mensch kommt sich wie ein kleines Kind vor.
- Pfeifen, Zischen wird haeufig benutzt von security, Polizei oder KellnerInnen, wenn du die falsche Tuer benutzt oder dich an den falschen Tisch setzen willst. Diese Ansprache muessen auch CubanerInnen erdulden.
Die meisen CubanerInnen jedoch sprechen spanisch mit uns oder versuchen ihr weniges englisch.
Bayamo liegt im westen des landes vor den bergen der sierra maestro. Dorthin werden wir morgen fuer recht viel geld gefahren. Wir werden das ehemalige hauptquartier von fidel und che besuchen. Es liegt mitten im busch und wurde kurz nach der landung der granma errichtet. Mensch muss dorthin, weil es fuer die eintragung ins grosse revolutionstagebuch notwendig ist. Damit liegen wir uneinholbar vorn …
Zur umfrage:
Richtig war jose marti
Sieger ist * m * Herzlichen glueckwunsch.
Der preis: Ein 3 peso schein mit dem bildnis von che
Trinidad ist eine kleine von der unesco gefoerderte kolonialstadt und ziemlich touristisch. leider konnten wir uns die letzten tage nicht so viel ansehen, weil ein hurrican sich angekuendigt hatte.
Paloma sollte am wochenende ueber das zentrum kubas hinwegfegen. So gab es ab freitag nur noch vereinzelt bier zu kaufen und auch die museen schlossen vorsorglich. Die kubanerinnen sassen vor den fernsehern. Gluecklicherweise drifftete er nach osten ab und war wohl dort auch nicht so schlimm. Hier gabs nur einen kurzen schauer. Bier gibts wieder, die museen haben immer noch geschlossen – ein freies wochenende fuer die angestellten.
Die umfrage zum thema denkmaeler ist noch nicht beendet. Auch wenn „m“ drei antworten gegeben hat, ist er/sie nicht automatisch gewinnerIn! Also noch ist alles offen!
Schaetzen sie mal!
Cuba ist das land mit der wahrscheinlich hoechsten dichte an helden (kaum frauen) der revolutionen. Demzufolge hat es hier unzaehlige denkmaeler. Welchen helden findet mensch am haeufigsten in stein, bronze, marmor oder beton in cuba?
Vier richtige antworten erhalten einen preis von geringem materiellen, aber umso hoeherem ideelen und kulturellen wert.
Santa clara ist die che stadt. Hier hat er mit einer handvoll kaempferInnen in den letzten dezembertagen 1958 einen militaerzug batistas entgleisen lassen und damit den entscheidenden sieg herbeigefuehrt. Am 31.12. ( erst am 8.1.1959 – der adm.)ist dann fidel in habana einmarschiert.
Demzufolge hat santa clara sehr viele che museen und denkmaeler. Das grosse mausoleum enthaelt einen appellplatz, ein kleines museum und die staette, wo seit ende der 90er jahre seine und die ueberreste seiner kampfgefaehrtInnen aus bolivien liegen. Auch der ort, an dem der zug entgleist wurde hat ein museeum.
Museen
In cuba herrscht kein mangel an arbeitskraeften. Die meisten museen sehen so aus, als ob sich seit 15 jahren nichts veraendert hat, einige raeume sind oft verschlossen. In so einem museum arbeiten immer sehr viele frauen in schuluniformaehnlichen kostuemen. Meistens sitzen sie an der kasse und erzaehlen sich was. Manchmal locken sie dich auch in einen abgeschlossenen raum, fotografieren dich in einem sessel und wollen dann einen CUC. Manchmal machen sie auch lichter an wenn du den raum betrittst und hinter dir wieder aus. So war es jedenfalls heute im museum der provinz villa clara. Ich stand vor den bildern und deren spanischen bezeichnungen und neben mir zwei frauen, die sich laut unterhielten. Weder die beschriftung noch die unterhaltungen habe ich verstanden. aber sehr klug getan ( haende auf dem ruecken, gerunzelte stirn) .
Ansonsten hat santa clara nichts zu bieten. Deshalb fahren wir morgen weiter nach trinidad (stadt in cuba) an die karibik.
Statistik ueber 3 wochen arbeitseinsatz im botanischen garten
22 arbeitsstunden
20 hochbeete gebaut, mit muttererde befuellt und samen ausgesaet
1 kuerbisfeld angelegt
1 amaranthfeld angelegt
40 baumscheiben gesaeubert
1 terassenbeet mit drei stufen gebaut (gesellenstueck)
1 schattenhaus gesaeubert
viele nette gaertnerInnen kennengelernt
2 exkursionen um samen zu sammeln
Besuch in 2 kindergaerten
Am donnerstag hatten wir am vormittag wieder einmal arbeitsfrei. Wir fuhren mit den raedern zum ersten kindergarten. Dort waren ca. 219 kinder und 22 erzieherinnen. Der kindergarten hat von 6 bis 19 uhr auf. Die bedingungen waren bescheiden, aber ausreichend – ein aelteres gebaeude, alte mobel und selbst gebautes spielzeug. Die juengeren kinder beschaeftigten sich mit angeleiteten rollenspielen. Z.B. haushalt, beim zahnarzt, schule, restaurant, buero mit computer, fernsehen. Alles von den erzieherinnen aus pappmachee selbst gebaut. Es gab auch politische erziehung – die kinder hatten eine art memory mit che und fidel. Die aelteren kinder lernen an 3 stunden taeglich etwas rechnen, lesen und schreiben. Vom aufbau hat mich der kindergarten sehr an meine eigene kindergartenzeit erinnert. Alles sehr strukturiert und kollektiv, wenig individualitaet. Aber sehr zielstrebig, fordernd und liebevoll. Uebrigens hat die ganze zeit ein grosser lautsprecher salsa und kindermusik geroehrt. Und zwischendurch wurde immer wieder getanzt und auch schon die kleinsten konnten meisterhaft die hueften schwingen. In diesem kindergarten wurden auch down syndrom kinder integriert. Der zweite kindergarten war natuerlich das genaue ebenbild. Das zeigt, dass die erziehung aehnlich wie in der ddr einheitlich geplant ist und wenig spielraeume laesst.
Kritik hin und her. Ein kindergartenplatz kostet 7 kubanische pesos im monat. In peru haben wir gleichaltrige kinder arbeiten, oder sich am strassenrand neben dem souvenirstand der mutter langweilen sehen. Peruanische kinder waren haeufig still, schmutzig und viele haben eine schule nur sehr kurz von innen gesehen. Kindergaerten gibts wohl nur fuer reichere.