Puerto Natales 29.1.09

29. Januar 2009

Heute haben wir bergfest – noch ein halbes jahr unterwegs. Das werden wir mit pizza, wein und bier feiern. Heute ist sylvia mit dem schiff aus puerto montt angekommen. Wir werden noch ein paar tage gemeinsam reisen. Dann gehts nach kolumbien.
Und hier kommt die aufloesung unserer beliebten umfrage:
Jawollll! Die pickelhaube war und ist die beliebte deutsche kopfbedeckung in chile. Um ehrlich zu sein, das ist sie auch noch in andern laendern, z.b in kolumbien oder schweden.
Die deutsche militaerindustrie hatte in chile einen guten absatzmarkt – kanonen, pistolen und eben auch pickelhauben. Isabel Allende schreibt sinngemaess: „Die chilenen lieben an den deutschen die pickelhaube und das bier, aber eigentlich wollen sie lieber englaender sein.“
Somit ist der preis, den stobi3 und helmut gewonnen haben klar:
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Puerto Natales 28.1.2009

28. Januar 2009

Nun folgt ein ellenlanger bericht von unserer 5-tageswanderung durch den torres del paine nationalpark.
Das koennte ganz schoen langweilig werden – deshalb empfehle ich diesen link. Einfach in ruhe reinhoeren:

hier.

Ihr koennt ja dann spaeter wieder dazustossen.
Diese wanderung war fuer uns eine besondere herausforderung, weil wir 4 naechte/ 5tage unterwegs sein wollten. Das hiess, dass wir zelt, schlafsack, matte, kocher, geschirr und die gesamte verpflegung in den rucksack packen mussten. Es muessen um die 15kg pro person gewesen sein.
Gluecklicherweise muss mensch das gepaeck nicht immer tragen – nur jeweils an den anfang der taeler. Dort kannst du dein zelt aufbauen und nimmst dann nur noch fuer den rest des weges was zu trinken mit. Am abend gehst du dann den weg zurueck zum zeltplatz. Dennoch haben wir das gepaeck manchmal 15km getragen.
Am ersten tag hatten wir sehr schoenes wetter und konnten die beruehmten torres sehen.

Torres del paine

Die berge hier bestehen aus verschiedenen gesteinsschichten. Vor 12 millionen jahren hat sich aus der tiefe der erde eine steinschicht dazwischen geschoben. In den folgenden jahren wurden diese schichten dann durch erosion freigelegt – das ergebnis sieht ganz witzig aus.

Los Cuernos

Die erste nacht im zelt war richtig kalt. Die folgenden naechte wurde es waermer. Dafuer kam aber der wind, der uns fast nie schlafen liess. Boeen, die das gesamte zelt beuteln und schuetteln. Nach dem wandern, haben wir uns immer eine fertignudelsuppe gekocht und sind dann in die schlafsaecke gekrochen, weil es einfach viel zu kalt war, um noch vor dem zelt zu sitzen und den abend zu geniessen. Oft mussten wir auch im zelt kochen, wegen dem wind.

zeltplatz

Aber dafuer hat uns die natur entschaedigt, was die fotos leider nicht so wiedergeben koennen.
Am 2. tag haben wir unser gepaeck zum naechsten tal getragen und sind am 3.tag ins tal del frances gestiegen. Es hat leicht gespruehgeregnet. Das machte dieses tal noch einmal wilder und romantischer. Ganz hoch zum aussichtspunkt haben wir uns nicht mehr getraut – zu steil, zu nass.

Valle de france

Noch am abend sind wir mit gepaeck weiter zum letzten tal. Der zeltpaltz hier war privat und wir mussten recht viel bezahlen. Dafuer hatten wir zusammen mit ca. einhundert anderen menschen 2 waschbecken, 3 duschen, 3 toiletten und ein kleines kochhaus. Der trek im park ist voller menschen. Dauernd trifft mensch leute, wird ueberholt oder ueberholt (manchmal) leute. Und immer „ola“ sagen. Da alle ungefaehr die gleiche strecke laufen, begegnet mensch sich oefter. Wir haben dann immer spekuliert – wie lange wird er noch brauchen, wo geht sie jetzt hin, na, die sieht aber ganz schoen muede aus. Fuer die backpacker aller laender ist dieser trek ein muss. Viele scheinen sich dabei zu uebernehmen, haben zu viel gepaeck oder nicht die richtigen schuhe an. Die allermeisten schaffen es – aber, ob sie es auch geniessen? Du triffst verrueckte typen, mitreisende ehefrauen, israelische koch- und wandergrossgruppen, norwegische angeber und deutsche grossklappen. Die meisten leute sprechen englisch oder hebraeisch.
Am vorletzten tag sind wir ins dritte tal bis zum gletscher ohne gepaeck gelaufen. Der gletscher war fuer mich nicht mehr so beeindruckend. Vielleicht weil wir nicht so dicht rankamen. Aber nun haben wir uns einem gletscher per boot, einem per bus und einem zu fuss genaehrt. Jedesmal eine andere erfahrung.

Diese wanderung hatte 22km ohne gepaeck. Wir haben aber an diesem tag noch mal 10km mit gepaeck rangehaengt. Wegen des zeltplatzes – zu voll, zu windig. Das hat uns am ende des tages nach 10 stunden fussmarsch einen schoenen zeltplatz gebracht. Und am letzten tag einen „spaziergang“ ueber eine ebene mit wunderschoenen blicken auf den park.

Alles ist hier hervorragend organisiert. Es gibt busse, die in den park fahren und dich auch wieder abholen, schiffe, die verbindungen schaffen, zeltplaetze in massen und sogar verkaufsstellen, die billignudelgerichte teuer verkaufen. Wir haben mit unserem essen genau gereicht. Am letzten abend haben wir unseren „wunderrum“ aus havanna geleert und so abschied und erfolg gefeiert.
Der park war eine herausforderung. Wir haben festgestellt, dass das gepaeck zu meistern war, dass wir wirklich glueck mit dem wetter hatten (eigentlich hat es fast nicht geregnet), dass 5 tage gereicht haben.

Weitere fotos findet ihr im fotoalbum patagonien

Pt. Natales 22.1.09 und Umfrage Nr. 5

23. Januar 2009

So, alles gepackt. Wir haben heute zelt, matte, kocher und toepfe ausgeliehen – fahrkarten gekauft. Morgen gehts in den torres del paine. Vielleicht fuer 5 tage, wenn wir es so lange aushalten und das wtter mitspielt. Unsere rucksaecke sind ganz schoen voll und natuerlich auch schwer. Wir werden aber so wandern, dass wir nur kurze strecken das ganze gepaeck schleppen muessen.
Uebrigens laeuft der hostelwarden hier den ganzen tag herum und pfeift.Er pfeift wie bei „raumschiff enterprise“ wenn sie dort beamen. Das raubt uns alle nerven – nur weg hier.

Da wir nun so lange nicht schreiben werden, gibts beschaeftigung – die 5. umfrage!
Hier die frage: Welche beliebte deutsche kopfbedeckung war und ist auch in chile sehr beliebt. Ihre hochzeit hatte sie jedoch am ende des 19. jahrhunderts.
Viel spass beim raten. Zur belohnnung gibts fuer die/den SiegerIn auch etwas typisch deutsch-chilenisches.

Puerto Natales 21.1.09

22. Januar 2009

Back to chile.
Gestern haben wir einen ort und einen gletscher besucht. Wir wollten nicht laenger in El Calafate (Argentinien) bleiben. Die stadt ist dermassen touristisch, dass es eine freude war, sie wieder zu verlassen. Aber kein/e patagonienreisende/r darf sie auslassen. Von hier kann mensch naemlich den beruehmtesten gletscher der welt besuchen – Perito Moreno.
4 km breit, 50m hoch und 35€ teuer – sehr beeindruckend. Mit dem bus faehrt mensch eine stunde von el calafate dorthin. Dann hatten wir vier stunden zeit. Die haben wir auch voll ausgenutzt. Bis auf ca. 100m kannst du herangehen. Es gibt einen catwalk mit balkonen, auf denen die menschen stehen und warten, dass der gletscher „kalbt“. Das problem ist aber, dass die schallwellen so verdammt langsam sind. Wenn es poltert, ist das eis schon lange ins wasser gefallen. Du brauchst also glueck und geduld. Oder bestimmte techniken: familien teilen sich die blickwinkel auf, pausenloses anstarren soll auch helfen oder dem gletscher ein gespraech aufzwingen, einige leute haben ihn angeschrien.
Im vergleich zum o higgins gletscher, den wir per boot erreichten, war dieser gletscher zwar groesser und einfach irre anzuschauen, aber den o higgins hatten wir eben fast fuer uns allein – mit einem drink dazu.
Gletscher Perito Moreno

Heute gings also gleich weiter ueber die grenze. Da zwei busse abgefertigt werden mussten, hat es an der grenze drei stunden gedauert. Eine halbe brauchten die argentinier und ueber 2 stunden die chilenen. Die haben naemlich jeden einzelnen koffer nach obst und tierprodukten durchsucht. Zwar haben sie einen typ mit moehren erwischt und ein exempel stauiert (strafe zahlen), waren aber insgesamt doch recht nachlaessig. So konnte birgit ihren schimmelkaese retten. Ich hatte schiss und habe meine gute fleischwurst weggehauen – mhhh.

Puerto Natales ist zwar auch sehr touristisch, aber nicht so aufgedreht und teuer, wie argentinien. Hier wird unser startpunkt fuer einige tage im nationalpark Torres del paine sein. Wir goennen uns den morgigen tag um alles zu organisieren und kraft zu sammeln. Hoffentlich bleibt das wetter so gut wie heute – sonnenschein.

In eigener sache, moechten wir alle interessierten auf das neue fotoalbum: Patagonien (mit den neuesten regenbildern) hinweisen. Bitte an den rechten rand schauen!

El Chalten 19.1.2009

20. Januar 2009

Das ist ein eigenartiges dorf. 500 einwohner und tausende touristInnen leben hier. Durch das dorf streift der heftige wind, jedes zweite haus ist eine bauluecke, ein rstaurant, ein hostal oder ein upmarket-outdoorshop. Aber auch autofriedhoefe und muellecken. Manchmal gibts blick auf den berg oder manchmal nur auf eine gasstation oder muellkippe. Die strasse ist neu geteert mit buergersteig – es fehlen nur manchmal die haeuser zu den auffahrten. Alles ist teuer hier, aber naechstes jahr vielleicht doppelt so teuer oder vielleicht auch alles verlassen. Eine richtige goldgraeberstadt. Jack London haette einen roman draus gemacht.
Aber es ist eine der wenigen staedte in suedamerika, wo mensch ohne touranbieter, busse oder taxis zum wandern kommt. Hier muss mensch einfach nur aus der tuer treten und ab gehts in den wald. Und was fuer ein wald! Eine spektakulaere landschaft mit bizarren felsen und gletschernasen sind anzuschauen. Im prinzip gibts drei, vier wanderwege ins gebiet hinein, aber freaks verbringen hier monate um den richtigen berg bei sonnenschein (sehr selten) besteigen zu koennen oder machen einen wochenlangen trip uebers gletschereis.
Weil es hier so lange dauert fotoss hochzuladen, gibts nur ein internetfoto
Wir sind hier wirklich kriminell geworden! Vorbei die zeit der geklauten shampoos aus den gemeinschaftsduschen. Mit grosser freude haben wir im vorherigen hostel eine nacht zu wenig bezahlt. Nur weil die dort so mit dem gelddrucken beschaeftigt sind, dass sie den ueberblicj verlieren. Wir hoffen das geht weiter so.

El Chalten 18.1.2009

19. Januar 2009

Hier der bericht unseres legalen grenzuebertritts chile – patagonien
12.1.09 Chile Chico – Cochrane
Um 13.00 uhr sollte der bus nach cochrane fahren. Ein kleinbus wartete auf uns, die taschen und rucksaecke wurden in plastiktueten verpackt, der fahrer fluchte schon im voraus (camino terible) und dann machten wir uns auf den weg. 8 menschen sollten heute den beschwerlichen weg von 186km auf sich nehmen. Leute standen am strassenrand und winkten, beide nationalhymnen wurden gespielt und lustig gings zur stadt hinaus.
Die strasse war wirklich fuerchterlich, waschbrettartig und der fahrer machte an jedem oertchen pause um seine haende auszuschuetteln.
S7302214
Dafuer entschaedigte uns die landschaft – entlang des blauen sees mit wunderschoenen blicken, am ende ein reissender fluss. Verzweifelte tramperInnen, deutsche campervans (wie kriegen die ihre wagen ueber den ozean?) und wahnsinnige radfahrerInnen trafen wir alle 20km auf der staubigen schotterpiste. Bis nach cochrane haben wir 6 stunden gebraucht (30km/h).
Cochrane (3 000 einwohnerInnen) ist die letzte groessere stadt auf der carretera austral – die letzte tankstelle as well. wir haben in einer abgewrackten alten bude, die sich hospedaje nannte geschlafen.
13.1.09 Cochrane – Villa O Higgins
Am morgen trafen sich 7 deutsche, 6 israelische, 3 kanadische, 1 tschechische BackpackerInnen und drei chilenen, um die fahrt nach villa o higgins zu bestreiten. Schnell war klar, dass alle auf derselben abenteuerlichen route weiter nach argentinien wollten. Immer feuchter und immer spektakulaerer wurde die landschaft. Ungefaehr auf der haelfte mussten wir mit einer faehre einen see ueberqueren.
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Auf den ganzen 220km begegneten uns nur noch ca. 10 autos und 6 verrueckte radfahrerInnen. eine staubige strasse zwischen zwei weit entfernten doerfern – dazwischen nur berge.
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Villa O Higgins ist wirklich der letzte ort. Von hier sind es fuenf tagesreisen nach santiago. Das wetter war grau und der ort lag einsam zwischen den bergen. Nun kam die backpacker-gruppendynamik zum tragen – zunaechst haben alle stolz behauptet, dass sie ganz locker keine faehrtickets fuer den naechsten tag gebucht hatten – ganz locker, he. Wir kamen uns schon vor wie die spiesser, weil wir gebucht hatten. Aber kaum hielt der bus, stuerzten alle in das reisebuero, um die tickets zu kaufen. Dabei gab es genuegend fuer alle.
Wir suchten uns ein hostel und eine kneipe. Im dorf (500 einwohnerInnen) gab es mehr als 10 hostels und genausoviele restaurants, die alle auf uns 15 backpackerInnen warteten. Fuer die eingeborenen muss es schon ein komisches gefuehl sein, fast das ganze jahr von der welt abgeschnitten, dann 3 monate, in denen was los ist und alle gaeste bleiben nur eine nacht (und das auch nur 3mal die woche). So haben wir uns nicht gewundert, dass es hier etwas teurer war. Sogar internet sollte es im ort geben. Die wifi – zone funktionierte aber nicht. Zu viele berge…die carretera austral ist hier zu ende
S7302227
14.1.09 Villa O Higgins – Mansilla
Um 8.00 Uhr wurden wir mit dem bus abgeholt und zur 7km entfernten faehre gebracht. Dort wurde die gesamte backpackergemeinde verschifft. Der himmel wurde blau und wir fuhren durch eine seenlandschaft umgeben von bergen. Nach 3 stunden erreichten wir das ende des sees – mansilla. Fast alle backis stiegen aus, um sich auf den weg nach argentinien zu machen. Nur wir, zwei hollaendische radfahrerInnen und noch ein paar einheimische touris blieben auf dem schiff. Wir hatten die gletschertour gebucht. Das boot legte ab und fuhr in richtung eines seitenarms. Der wind wurde staerker und nach einiger zeit sahen wir die ersten eisberge.
S7302242
Spaeter auch den gletscher, der sich bis in den see erstreckte. Je naeher wir dem gletscher kamen desto stuermischer wurde es. Fast war es, als wollte der gletscher uns seine kraft beweisen. Inzwischen konnten wir nicht mehr an deck stehen, gischt und wind hauten uns um. Immer mehr eisberge in vielen farben von weiss, blau, grau und braun. Erst auf 100m entfernung – im windschatten des gletschers liess der sturm nach. Nun gingen wir wieder hinaus und staunten. Imposant, bizarr, gewaltig ….
Ab und zu brach etwas ab und spaeter bekamen wir einen pisco mit gletschereis.
S7302243
Nach einer stunde fuhren wir zurueck nach mansilla.
Die hollaenderInnen und wir stiegen aus. Morgen wollten wir auch nach argentinien. Oberhalb des anlegers gibt es eine kleine farm. Dort sollten wir nachtquartier bekommen, etwas zu essen und unser lastpferd fuer morgen. Uns empfing ein sonderbarer grossvater – kein wunder. Er lebt schon ewig in dieser einsamkeit. Im winter ist er allein, nur im sommer kommen ein paar seiner kinder – wegen der touristInnen. Wir 4 bekamen zwei zimmer in ricardos haus. Ich glaube, die betten waren lange nicht frisch bezogen. Aber ricardo war nett und erklaerte uns den morgigen weg – 22km zu fuss nach argentinien. Er wird auch die pferde mit unserem gepaeck fuehren.
15.1.09 Mansilla – Lago Desierto (Argentinien)
Am morgen war das wetter schlecht. Wir freuten uns aber auf die strecke. Nach einen kilometer kam der chilenische grenzposten. Die grenzer sind das ganze jahr hier, nicht nur, wenn die touristInnen kommen und sie stempeln muessen. Nein auch im winter koennten die argentinier angreifen – in diesem gebiet gibt es streitigkeiten um den grenzverlauf.
Der nieselregen verstaerkte sich und der wind nahm zu. Jetzt kam er, durch den sturm, manchmal waagerecht. Auf der haelfte der strecke gab es eine kleine huette, die ricardo gehoerte. Hier wollten wir uns mit ihm treffen. Als wir dort ankamen, waren wir pitschenass bis auf die haut.
In der huette haben wir feuer in der kochmaschine gemacht und tee gekocht. Aber warm, oder gar trocken sind wir nicht geworden. Nach 2 stunden sind wir wieder raus. Aus dem regen wurde nun schneeregen, die temperaturen sanken. Darauf waren wir nicht vorbereitet. Irgendwann passierten wir die argentinische grenze – nur ein schild. Die strecke war teilweise unter wasser, die baeche schwollen an. Uns war das egal. Wir stampften durch matsch und wasser. Um 17.00 uhr erreichten wir den Lago Desierto. In einer holzhuette standen unsere hollaenderInnen und noch 4 andere radfahrerInnen. Ueber einem kleinen feuer trockneten sie klamotten, schlafsaecke und schuhe. Dafuer hatten wir keine ruhe. Wir mussten erst einmal zu den argentinischen grenzern. Nach den ueblichen zetteln und stempeln wurde uns mitgeteilt, dass die faehre um 19.00 uhr kommen soll. Auch die pferde mit dem gepaeck waren da. Als aber um 19.30 uhr immer noch kein schiff durch den regenschleier in sicht kam, wurde klar, wir muessen hier uebernachten. Zum glueck wird birgits spanisch immer besser und nach laengerer diskussion zeigten uns die grenzer ein kaltes zimmer mit schmuddligen betten in einer huette – 30,00€. Wir suchten das bisschen trockenes zeug zusammen, was wir noch hatten und zogen uns um. Die brotreste und kaese kamen zum vorschein und oh wunder: eine kleine flasche rum, die wir seit kuba mit uns rumschleppen. Heute koennen wir sagen: Die hat uns gerettet. Denn jetzt wurde uns endlich etwas waermer.
16.1.09 Lago Desierto – El Chalten
In der nacht hatte es aufgehoert zu regnen, die sonne kam heraus. Gegen 11.00 uhr sahen wir am anderen ende des sees einen kleinen weissen punkt – unser schiff! Die hollaenderInnen und wir waren die einzigen fahrgaeste. Am gegenueberliegenden ufer erwartete uns eine bunte menschenmenge, beide nationalhymnen wurden gespielt (wir hatten uns als hollaender ausgegeben) und mit trara und einem bus gings nach el chalten. Wir bekamen sogar noch unser reserviertes zimmer in einem schicken hostel. Das hat aber wieder einige diskussion erfordert.
Und duscheeeeeeeeeeeen!

P.S: weitere unvergessliche regenwanderungen findet ihr hier:
bitte unter Mittwoch, Mai 04, 2005
W(h)anganui
nachschlagen

Chile Chico 11.1.09

12. Januar 2009

Es gibt also doch internetcafes im (fast) letzten nest – sogar zwei.
Chile chico liegt am zweitgroessten see suedamerikas, den sich, aehnlich wie den titicacasee, zwei laender teilen. Hier chile und argentinien. Gestern waren wir auch gleich nach unserer ankunft im nachbarland – Los Antigos. Obwohl nur 5km entfernt, hat das ganze fast 2 stunden gedauert. Hier wird noch auf stempel und viel papier wert gelegt. Das war um so unwirklicher, weil in los antigos eine grosse fiesta war und alle leute rueber wollten. Die beamten hinter dem schalter haben nur gestempelt, ausgefuellte papiere in verschiedene ablagen getan und irgendwas ausgefuellt. Es wurde in kein gesicht geschaut oder gar ueberprueft ob die person mit dem pass uebereinstimmt. Und das ganze zwei mal – chilenisch und argentinisch.
Die fiesta war der kirsche gewidmet und lief ab wie ein weissenseer blumenfest. Besoffene, ueberteuerter schnickschnack und ein bisserl musik. Nach ein paar bier sind wir wieder rueber gemacht. Diesmal wars an den kontrollstellen leerer.
Der see ist bonbongruen oder tiefblau. Umgeben von schneebedeckten bergen. An seinen ufern leben in einigen siedlungen hoechstens 10 000 menschen, verbunden durch eine schotterstrasse. Der tourismus ist hier zwar schon mal angekommen, aber wahrscheinlich gleich weiter. Die meisten backpackers nehmen den bus nach argentinien und so gibts zwar restaurants und cafes, aber alles ist zu.
Heute vormittag sind wir einfach ein paar stunden am see entlangspaziert (ohne guide und fast allein), die sonne hat geschienen und alles war in einem extraterristischen blau gehalten.
S7302200
Da chile chico zwischen zwei cordillieren liegt, ist das klima mild und trocken. Aber der see hat genug wasser zum bewaessern der obstplantagen – deshalb kirschen fest (AHA!). Ich habe mir heute ein paar aprikosen vom strassenbaum gepflueckt.

Coyhaique 9.1.2009

9. Januar 2009

Heute waren wir reiten. Fuer mich war es das erste mal und ich werde ein wenig muskelkater haben. Ich bin auf einem 14 jahre alten hengst geritten. Es ging bergauf und ich glaube das arme tier hatte ganz schoen an mir zu tragen. Ich kann jetzt aber lenken, gas geben und bremsen – wenn es das pferd auch will.
Insgesamt aber eine schoene erfahrung. Vielleicht kommen wir in den naechsten tagen noch einmal in den genuss des reitens und zwar deshalb:
Heute nachmittag waren wir 1 1/2 stunden in einem reisebuero und haben versucht unsere reise suedwaerts bis zum ende der carretera austral und den grenzuebertritt nach argentinien zu planen. Das war vor allem deshalb so schwierig, weil dahin mehrere busse notwendig sind und es hier keine fahrplaene gibt. Jede busgesellschaft macht ihr eigenes ding.
So ist der plan:
10.1.09 Coyhaique – Chile Chico (mit bootsfahrt)
12.1.09 Chile Chico – Cochrane
13.1.09 Cochrane – Villa O Higgins
14.1.09 Bus nach Pt. Bahamondez
anschliessend bootsfahrt
anschliessend schiffsfahrt zum gletscher o higgins (kostet aber extra)
15.1. 09 20km wanderung oder reiten
anschliessend bootsfahrt
anschliessend bus nach El Chalten (Argentinien)
dazwischen kommt irgendwann die grenze und nur die beiden letzten tage waren gluecklicherweise als paket zu bekommen.

Unser Weg vom 4.1.09 - 15.1.09

Hier seht ihr unsere tour vom 4.1.09 – 15.1.09 (schwarze linie)

Es ist nicht klar, ob wir waehrend dieser tage internet haben. Deshalb bitte nicht wundern, wenn eine woche keine postings kommen.

Coyhaique 8.1.2009

Vorgestern war ich beim frisoer hier.
Ein kleiner mann mit buckel, halbglatze und oberlippenbaertchen hat mich liebevoll eine halbe stunde bearbeitet. Er hatte handbetriebene haarschneidemaschinen ( wer kennt noch die kleinen plastikteile aus dem frisoerspiel?) und ein paar scheren vom baumarkt. Die ganze zeit wurde die schere bewegt klapp-klapp und gepfiffen. Vielleicht weil er nicht mit mir sprechen konnte oder weil er mir so unauffaellig die haare aus dem nacken blasen konnte. Zum schluss hat er sich sogar meinen „antennen“ gewidmet.

vorher nachher

vorher und nachher

Gestern waren wir im benachbarten nationalpark. Wir hatten einen schoenen blick in die patagonischen berge. allerdings haben wir uns kilometermaessig etwas uebernommen. Um ueberhaupt zum park zu gelangen mussten wir 2 stunden auf strassen laufen. Natuerlich mussten wir auch die 2 stunden nach unserer wanderung zurueck latschen. Heute haben wir deshalb einen ruhetag eingelegt.

Hier ist der sommer eingekehrt. Alltaeglich scheint das nicht zu sein. Ganz Coyhaique ist auf den beinen und hat sein/ihr bestes t-shirt an. Menschen liegen auf den wiesen und zeigen ihre designersonnenbrillen . Die touristInnen sitzen vor den cafes. Die leute wirken aufgeregt, fast wie im prenzlauer berg an schoenen maitagen.

Coyhaique ist die mit abstand groesste stadt ( 40.000 einwohnerInnen) im umkreis von 500km. Hier hersscht betriebsame kleistadtatmosphaere. Ich glaube wir werden patagonienfeeling erst in de naechsten tagen wirklich „erfahren“.

Coyhaique 7.1.2009

7. Januar 2009

Am sonntagabend sind wir auf die faehre gegangen sie sollte uns in 24 stunden nach chacabuco bringen.

Faehre nach Chacabuco Faehre nach Chacabuco

Fuer die lange ueberfahrt hatten wir uns einige lebensmittel gekauft.

Stilleben

Wir schliefen in einer 12 bett kajuete. Das bett war mindestens 20cm zu kurz, aber ich habe trotzdem ganz gut geschlafen.

Kajuete mein Bett

Am naechsten morgen war das wetter schlecht. Es hat geregnet und von der wunderschoenen kueste sahen wir nur umrisse.

schlechte Sicht

Da habe ich mir das schiff angesehen. Und ein paar fotos gemacht.

Faehre Toiletten
Working Class Aerea no pasaran
Matrosen Langeweile

Spaeter gabs mittag. Aber ich habe nichts bekommen, weil ich dieses schild nicht uebersetzen konnte:

Mittag

Das wetter war immer noch schlecht. Birgit hat tagebuch geschrieben.

Birgit schreibt Tagebuch

Und spaeter hat der kaeptn alle auf die bruecke gelassen.

Bruecke Volle fahrt voraus
Boardtelefon Bruecke

Das war glaube ich, fuer einige wie mit der modelleisenbahn spielen. Ich habe noch ein paar letzte fotos geschossen.

Fahne Laesst den Kopf haengen

Dann wurde das wetter besser und die sicht.

etwas bessere Sicht

Kurze zeit spaeter waren wir auch schon da.

Ankunft

Wir sind von board gegeangen und dann noch einige stunden nach coyhaique gefahren. Aber das ist eine andere lange geschichte. Auch wie ich beim frisoer war und in 5 stunden elf stunden gewandert bin. Und weil mich dieser blogeintrag ca. 3stunden gekostet hat, erzaehle ich davon ein anderes mal.

P.S. Viel besser seht ihr die fotos wieder einmal hier
Am rand findet ihr ausserdem links zu allen fotoalben, die wir ins netz gestellt haben.