Archiv für Februar 2009

San Gill 13.2.09

San Gil, 13.2.2009

Ein Reisetag: morgens haben wir uns eine Stunde Zeit für den beschaulichen Ort Giron gelassen und sind in zwei Gruppen durch die kleine Kolonialstadt mit ihren weißen Häusern gelaufen, ein paar Fotos gemacht, eine Mango (mit Salz und Zitronensaft – lecker!) auf der Straße gegessen und einen echten kolumbianischen Kaffee getrunken.
Dann haben wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel San Gil gemacht, sind aber auf halber Strecke ausgestiegen, um den Nationalpark Chicamocha zu besuchen. Dieser Nationalpark ist erst 2 Jahre alt und steht noch nicht in unserem lonely planet. Es ist ein Canyon, ca. 1500 m tief mit einer Seilbahn beide Canyonwände hoch. Die haben wir genommen sehr zur Freude unserer Mitreisenden. Dann hatten wir eine interessante Begegnung mit einem freundlichen Touribullen. Erst hat er uns in nahezu unverständlichem englisch ein monument erklärt, dann hat er dafür gesorgt, dass wir wohlbehalten an unser nächstes Ziel gelangen. Als wir nämlich am frühen abend fertig waren mir dem park, hielt kein bus mehr für uns. Sie waren alle voll oder wollten uns nicht mitnehmen. Unser freundlicher bulle organisierte uns ein taxi.
San gill empfing uns mit mittleren enttäuschungen: olle unterkunft, kein w-lan, keine gemütliche kneipe, kein vegetarisches essen, aber bier….

11.2.09 Santa Marta

Im Tayrona NP

Heute waren wir im Tayrona Nationalpark. Das ist 35km von santa marta entfernt, wo wir 2 tage blieben.
Der nationalpark besteht aus regenwald und karibischer küste. Leicht mit öffentlichen verkehr zu erreichen. Allerdings mussten wir über 10 Euro eintritt bezahlen. Aber landschaftlich hat es sich gelohnt. Die wege waren schlammig und teilweise unpassierbar, weil von pferdehufen zertrampelt. Am meer gibt es zahlreiche restaurants und saftläden, die müssen versorgt werden, das geschieht mit pferden.
Die karibische küste war stürmisch und ein wenig traumhaft, deshalb haben wir auch einige kiffer getroffen. Keine ahnung wie lange die schon am strand standen und kicherten.
Wir waren leider nicht so entspannt und hatten nur 15min zeit zum baden. Wir mussten zurück, um den bus noch zu erreichen.
Unsere 4 köpfige reisegruppe ist ein wenig langsam und läuft in verschiedenen tempi. Aber noch warten wir geduldig aufeinander.
H. ist heute einen schlammigen Abhang herunter gerutscht. Eigentlich wäre dafür eine Runde Bier fälllig gewesen, aber er hat mit seinen Schuhen geduscht. Damit hat er alle Spuren verwischt und alle haben ihr Bier selbst bezahlt.
Morgen geht’s auf eine 10stündige Busfahrt nach Giron, einer kolonialen Kleinstadt.

Bucht im Tayrona NP

Cartagena 9.2.09

Heute haben wir wohl eine der abgefahrensten touristenattraktionen erlebt.
Wir haben einen vulkan, einige kilometer entfernt von hier, besucht. Dieser vulkan ist nur 15m hoch. Er sieht aus wie ein sandkegel

Aufstieg zum Vulkan

Im trichter befindet sich keine lava, sondern schlamm, der nicht sehr warm ist. Den haben wir bestiegen und in diesem schlamm gebadet. Das ergibt dann diese zombihaften bilder.

Im Schlammbad

Der vulkan wird von einer kooperative betrieben. So hatten wir auch gegen etwas trinkgeld jeden erdenklichen welness service. Wir wurden mit schlamm kraeftig eingerieben, fotografiert und konnten schliesslich im see den dreck abbaden.

Cartagena 8.2.09

Manches erinnert hier an cuba – das klima. die lebensfreude der leute und deren geschaeftstuechtigkeit. Heute wollten wir eine kleine bootstour in die karibik machen. Es gab mehrere anbieter, aber eigentlich doch nur einen. Staendig unterschiedliche informationen und mit jeder neuen info wurde es teurer. Birgit hat versucht zu verstehen und schliesslich haben wir entnervt aufgegeben und eine kleine tour zu einem castle gemacht. Aber leider waren wir auch dort nicht erloest. Am castle angekommen mussten wir einen guide bezahlen, weil wir ohne nichts gefunden haetten, den eintritt ins castle haben wir runtergehandelt. Dann gabs noch jede menge getraenkeverkaeuferInnen, fischanbieter, muscheln, korallen, massage …. – die wir staendig abwehren mussten. Am ende wollte unser guide, dass wir noch seinem kumpel bezahlen, der staendig um uns herum geschlichen ist.
Das ist alles verstaendlich, wenn mensch die armut sieht, die auf der insel herrschte. Aber es nervt und macht dich so hilflos. Aber davon haben wir ja auch schon oefter geschrieben.
Das castle war eigentlich ganz abenteuerlich, mit fledermaeusen, kanonen, erkern und dunklen gaengen. Alles schoeen marode. Gekroent wurde es von einer ueberfahrt im holzkahn mit riesigen aussenbootmotor. Das fuehrte dazu, dass wir nahezu ueber die wellen flogen und einige mal hart aufschlugen. Aber ich dachte mir, der bootsfuehrer wird schon wissen was er tut. Als aber am ende der fahrt das benzin ploetzlich alle war, war ich mir da nicht mehr so sicher. Ein handy wurde gezueckt und ein anderes boot brachte eine tute voll des zaubersaftes. Wenn der kaept‘n der titanic schon ein handy gehabt haette?
P.S: wer die totale information ueber die naechsten 20 tage will kann ausserdem noch folgenden link nutzen: brigade helmut

Cartagena 7.2.09

Cartagena ist eine der aeltesten suedamerikanischen staedte ueberhaupt. In dieser stadt wurden die reichtuemer gelagert, die die spanier den menschen hier weggenommen haben. Deshalb wurde die stadt oft von piraten angegriffen. Unter anderem hat francis drake hier auch zugeschlagen. Spaeter haben sie deshalb haben sie eine stadtmauer gebaut und grosse wehranlagen.
Heute ist alles schoen restauriert und so laufen die reichen europaeischen touristInnen durch die innenstadt. Die souvenirverkaeuferInnen, taxifahrer, limo und bierverticker sind die modernen piraten, die versuchen sich wenigstens einen teil des geraubten reichtums der „dritten welt“ zurueckzuholen. Teilweise recht erfolgreich.
Spruch des tages: festungen sind sinnlos!

cartagena 6.2.09

heute haben wir uns aus der obhut unserer sehr freundlichen gastgeber_innen in medellin verabschiedet und sind 14 stunden lang bus gefahren an die caribikkueste nach cartagena. es gab nur 2 pausen und wir waren in sorge, ob wir die zweite haelfte unserer reisegruppe mit dieser gewalttour ueberfordert haben. aber sie haben entweder geschlafen und zur freude der umsitzenden sehr laut geschnarcht oder aus dem fenster die kolumbianische landschaft, die sich alle stunde veraenderte, bestaunt. wir haben huetten im hochland gesehen, die nur schwarze plastiktueten als waende hatten. es gab obst ohne ende am strassenrand und alle paar stunden stieg ein mensch ein, der leckere teigtaschen verkaufte.
in cartagena angekommen war es laengst dunkel und wir wollten nicht wieder 2 taxis nehmen wie am morgen. also stiegen wir in den shuttlebus richtung zentrum, erklaerten dem fahrer, wo wir hinwollten und quaelten uns durch den dichten abendverkehr. nach einer halben stunde liess er uns an einer unguenstigen stelle und bei weitem nicht in der naehe unseres hostels raus. wir brauchten fast eine stunde, um das richtige hostel zu finden und gingen erstmal ein erlösendes bier trinken.
nun haben wir hier endlich wi-fi – das hiesige w-lan – und koennen mit dem neuen spielzeug, das lila papierschwein fuer uns ausgesucht und grossartig vorbereitet hat, spielen.
Splitter:
1. Der schulleiter der deutschen schule in medellin: In kolumbien herrscht eine aufbruchstimmung und eine grosse zustimmung zur gegenwaertigen regierung. Es wurde viel erreicht, aber man kann sich noch nicht beruhigt zuruecklehenen.“ (gemeint ist der kampf gegen die guillerilia)
2. In der gaststaette laueft live die rueckkehr einer farc-geisel. Stundenlanges warten auf den hubschrauber, dann endlich kamera voll drauf auf die freudige familie – ein nationales ereignis
3. morgens um 6.00uhr kommt immer die nationalhymne im radio – das schafft eine hoehere arbeitsproduktivitaet
4. kolumbianerInnen fangen sehr frueh an zu arbeiten, die schule beginnt kurz nach 7.00 uhr morgens
5. helmut fragt eine unserer jungen gastgeberinnen (20 jahre) in medellin: “ do you like your country?“ Sie rollt mit den augen und seufzt: “ si, mucho!“ Es war ernst gemeint.
6. Jede bruecke im land ist militaerisch bewacht, auch fabriken, bewaffnete security allerorten, heute kontrolle im bus durch bewaffnete soldaten- alle maenner muessen aussteigen, ausser die beiden alten, als ich so tue, als ob ich nicht verstehe, darf ich auch sitzen bleiben.

Medellin 4.2.09

Nach den 9 stunden busfahrt, sind wir von klaus und helmut am busbahnhof abgeholt worden. Wir wohnen hier bei verwandten von helmut. Gastfreundschaft ist oberstes gesetz und so wird uns jeder wunsch von den lippen abgelesen. Das heisst aberauch, dass wir rundumdieuhr betreuung haben, wenig autonomie.
Medellin ist die botero-stadt, so waren wir heute auf dem platz wo ueber 20 von ihnen stehen.
Anschliessend sind wir mit der beruehmten metro gefahren. Dazu gehoert auch eine seilbahn, die ein pueblo mit der innenstadt verbindet. Hierist es wie in vielen suedamerikanischen staedten, die wohlhabenderen leben in der innenstadt und die armen auf den berghaengen am rand. Bis vor einigen jahren waren diese stadtbezirke die heimstatt der guilleros und der banden. Aber medellin wurde in den letzten jahren stark befriedet. Zunaechst wurde das problem militaerisch geloest und jetzt ist mensch dabei, die „faelas“ zu entwickeln. Deutlich konnten wir aus der seilbahnsehen, wie strassen und neubauten gebaut wurden. Und eben auch die seilbahn!
Vor der kirche standen fraue, die von der FARC ihre toechter und soehne zurueck forderten. Und erst gestern wurde in der stadt die befreiung von 5 solchen „geiseln“ gefeiert. Vor 15 jahren war medellin eine der gefaehrlichsten staedte der welt. Aber die zeiten von pablo escobar sind vorbei und die stadt ist stolz auf ihre erfolge. Nichts desto trotz wimmelt es hier von bettlern und obdachlosen.

Bogota 3.2.09 5.00uhr morgens

4 fluege, und wieder muessen wir eine fluggesellschaft dissen: LAN Peru! Sie verkaufen mehr tickets als sie sitzplaetze haben. Dann fordern sie die leute auf sich 48 stunden vor abflug im internet einzuchecken, aber schon 46 stunden vor abflug sind alle plaetze ausgebucht. So mussten wir zwischen santiago und lima auf zwei einzelplaetzen sitzen und konnten unser essen nicht tauschen.
In bogota hatten wir schon kontakt mit zahlreichen sicherheitsbeamten. Alles ist hier so abgesichert, dass mensch glaubt, wenn sie nicht in der naehe sind, wuetet die kriminalitaet.
Am flughafen ging alles so schnell, dass wir jetzt auf dem busbahnhof 2 stunden auf den ersten bus nach medellin warten muessen. Immer unter den wachsamen augen unserer freunde…
Aber internetcafe und andere cafes sind auch schon auf.

Punta Arenas 2.2.09

Tschau, Chile!

Punta Arenas 1.2.09

Goldsucher

Heute vormittag haben wir einen der letzten goldgraeber auf der welt getroffen. Die spaete kollonialisierung feuerlands (ende 19.jhd.) war ein resultat des goldbooms. Aehnlich wie in nordamerika. Nur dass, hier nie so viel gefunden wurde. dass es sich lohnt. Heute gibt es auf feuerland noch 5 gluecksritter. Wer weiss wo es sonst noch auf der welt solche verrueckten typen gibt. Unser goldgraeber war mehr als verrueckt. Fuer 100g kriegt er ca. 1000€ – keine ahnung wie lange er dafuer braucht.

Goldsucher

Er holt in einem muehsamen waschprozess nur staub aus der erde, der sich eben irgendwann summiert. Seine huette war ausgesprochen aermlich, seine arbeitsmittel hacke und schaufel, wie vor ueber hundert jahren. Ein kleines graues maennchen, was staendig herumwuselte und durch die gegend rannte um uns seine arbeit zu zeigen. Keine spur von abenteuertum und harter kerl.

Goldsucher