Coroico 29.5.09

30. Mai 2009

El Chorro-Trek

Eigentlich hätten wir diesen trek auch ohne guide machen können, so einfach war diesmal der weg zu finden. Aber wer weiß das schon vorher und wir waren nach unserer letzten erfahrung unsicher und hatten angst uns wieder zu verlaufen.
Am Dienstag sind wir auf ca. 5000m höhe gestartet. Die landschaft war trocken und felsig. Das wetter wie immer in dieser höhe – trocken und sonnig.

start el choro trek

Jorge, unser guide, war eigentlich dreifach belastet – er führte uns, kochte und trug die lebensmittel. Wir haben ihn aber, so gut es ging, entlastet. Er ist 55jahre alt und in bewundernswerter kondition, hat sich wenig helfen lassen.
Nun ging es immer bergab in ein flusstal, dass wir die nächsten drei tage entlang gehen sollten. Schon nach ein paar stunden änderte sich die landschaft. Es wurde grüner, wenn auch noch wenig bäume zu sehen waren.
Die erste nacht verbrachten wir im zelt auf einem kleinen zeltplatz – 3600m hoch. Die menschen, die hier wohnen, ca. 40km von la paz entfernt, leben wie in einer anderen welt. Lebensmittel sind begrenzt – es wachsen kartoffeln hier, mulis und pferde zum transport. Um in die stadt und zurück zu kommen benötigen sie insgesamt 3 tage. Jegliche art von moderner zerstreuung ist unbekannt. Lediglich ein kofferradio macht hier sinn, wo es nur nachts etwas strom vom kleinen wasserwerk gibt. In den sehr einfachen häusern brannte ein offenes feuer. Wasser kommt vom bach. Müllentsorgung und kanalisation gibt es nicht. Schule und ärztliche versorgung? Dabei geht es ihnen noch gut – durch die wanderer gibt es abwechslung und ab und zu mal eine mandarine oder übriggebliebene spaghetti.
Am nächsten tag wanderten wir weiter hinunter in den regenwald. Es wurde wärmer, aber gleichzeitig kamen immer mehr wolken. Jetzt sahen wir die ersten tropischen pflanzen, der pfad wurde schmaler und alles wuchs üppig.
Am Nachmittag begann es zu nieseln und die sonne verschwand. Nach ca. 8 stunden erreichten wir den nächsten zeltplatz am hang. Wir hatten einen wunderschönen blick auf die grünen berghänge und ins 1000m tiefe flusstal. Wir waren jetzt ca. 2200m hoch. Die nacht war warm, aber es regnete in strömen. Die menschen, die hier wohnten, hatten nicht einmal mehr abends strom. Dafür gabs aber bananenstauden, mais und jede menge anderer essbarer pflanzen – ein garten eden. Trotzdem auch hier unvorstellbare armut und wir konnten nun verstehen, warum so viele menschen in das „bessere“ elend nach la paz oder el alto flüchten.
Am letzten tag verließ uns der regen nicht mehr. Noch einmal 5 stunden wanderten wir durch eine jetzt wildromatische, wolkenverhangene landschaft mit zahlreichen wasserfällen und üppigem grün.
In unseren rucksäcken trugen wir diesmal unsere klamotten, zelt, schlafsack, matten und das was wir jorge an lebensmitteln abschwatzen konnten. Am frühen Nachmittag erreichten wir wieder das erste straßendorf. Wir hatten muskelkater in den waden (vom bergablaufen) und leichte rückenschmerzen.
Ein minibus fuhr uns nach coroico. Wir checkten in ein schönes, altes hotel ein. Hier gibt’s frühstücksbufet und sauna. Wir sind fast die einzigen gäste, aber am Nachmittag kommen die mountainbiker, die den selben höhen unterschied in ein paar stunden parallel auf der sogenannten „death-road“ absolvieren. Sie spielen billard und trinken coca, bevor sie ein paar stunden später wieder in la paz sein werden.
Wir bleiben noch ein paar tage hier. Luxus genießen.
heute sind wir genau 10 monate unterwegs.

La Paz 25.5.09

26. Mai 2009

Morgen gehts auf trek. Wir werden drei tage in die yungas wandern. Immer bergab auf 1700m. Da wirds dann wieder schoen warm sein – auch nachts.

Heute haben wir nichts gemacht – nur zwei demos beobachtet.
Hier gibts scheinbar jeden tag manifestationen. Bolivien ist zurzeit hoch politisiert.
Zuerst kamen ein paar damen und herren der besseren gesellschaft. Vielleicht fuenfzig leute mit musikkapelle demonstrierten fuer die hauptstadt sucre. Wir wissen, dass es eine alte und neue feindschaft zwischen la paz und der nominellen hauptstadt gibt. Sucre steht wohl eher fuer die buergerliche opposition gegen morales. Ausserdem gibt es nicht unberechtigte vorwuerfe bezueglich rassismus. Die indigene bevoelkerungsmehrheit laesst sich nicht mehr alles gefallen und klagt ihre unterdrueckung an. Die leute in sucre wollen lieber das alles so bleibt wie es war. So war wohl die kleine demo der „weissen“ eher eine provokation.

pro sucre demo

Zehn minuten spaeter kam die arbeiterklasse. Das waren dann doch tausend. Die minenarbeiter demonstrierten fuer bessere lebensbedingungen. Und sie hatten dynamit dabei. Das haben sie aber nicht gegen die sucre-fans eingesetzt.

minero-demo

Die staatsmacht hatte wohl aber trotzdem angst und so hatten die mineros polizeispalier mit traenengas-gewehren.

Minero Demo

La Paz 23.5.09

23. Mai 2009

Birgit ist immer noch nicht ganz geund. Es war wohl eine staerkere lebensmittelvergiftung. Das hindert uns den naechsten trek in angriff zu nehmen. Deshalb klenere touren.
Gestern wurden wir in die nahen berge – cordillera real gefahren.

Cordillera Real

Mit einem kleinen reisebus und ca. 15 anderen touristInnen sind wir auf 5200m hoch gefahren worden. Bis vor 10 jahren gab es hier noch das hoechste skigebiet der welt, aber nun reicht der schnee nicht mehr aus – globale erwaermung!
Die letzten 200 hoehenmeter zum gipfel mussten wir laufen. Mit hilfe von genuegend koka-blaettern habe ich es geschafft. Birgit ging sehr langsam, aber auch sie erreichte den gipfel. So hoch waren wir noch nie!
Nach reiflicher ueberlegung und im hochgefuehl des efolges haben wir uns entschlossen einen neuen beitrag zum fahnenstreit zu leisten – siehe bld:

fahnenstreit

Auf dem rueckweg erzaehlte der guide, dass evo morales vor einigen jahren in dieser hoehe
fussball gespielt hat. Das war eine protestaktion gegen den entscheid der weltfussballorganisation nur noch spiele bis 2200m hoehe zuzulassen.
Morales meinte, mit der selben logik koennte mensch auch spiele unter 2000m verbieten. Recht hatte er!
Morales kann besser reden, ist sozialist und spielt besser fussball.
In diesem sinne: Scheiss auf koehler.

La Paz / El Alto 20.5.09

21. Mai 2009

Lea arbeitet seit ueber einem jahr in el alto mit kindern und jugendlichen in kuenstlerischen projekten. Sie hat uns heute el alto gezeigt.
Die stadt hat jetzt 1 millionen einwohnerInnen und liegt auf einer 4000m hohen ebene ueber la paz. Sie soll die schnellst wachsende stadt der welt sein. Staendig kommen menschen aus den doerfern, weil es hier arbeit gibt. Vor allem auf den zahlreichen maerkten in la paz und el alto.
Wir sind mit dem „mini“, einem alten japanischen kleinbus und 13 anderen menschen hinauf gefahren – die halbstuendliche fahrt hat uns je 0,10€ gekostet. Zunaechst sah es noch ganz urban aus, aber nachdem wir in ein anderes mini umgestiegen waren, wurden die strassen staubig und die haeuser schaebiger. Fast am stadtrand arbeitet lea. Wir haben uns zwei jugendzentren angesehen und von einem dach auf el alto geschaut.
- ein ein – bis zweistoeckiges haeusermeer ohne ende. Am horizont die schneebedeckten 6000er berge.

el alto

Auf einem markt gabs leckkern fisch und ein mann gesellte sich zu uns.
Er fragte, wie wir dieses traurige leben hier finden. Wir waren ueberrascht, wegen so vieler ehrlichkeit. Und etwas sprachlos. Vielleicht auch, weil wir noch aermere gegenden gesehen haben.
Immer weiter gingen wir – bis zum rand der stadt. Hier grasten schafherden in mitten von muell. Die haeuser waren nun nur noch aus adobe-ziegeln, dahinter die trockene hochebene. Ganz schoen traurig.

HPIM4587

Spaeter sind wir wieder ins zentrum von el alto gefahren. Hier wieder ein markt neben dem anderen, eine ganze strasse mit wahrsagerInnen und beschwoerern.
Wo lea wohnt ist el alto fast schon wohlhabend, gepflasterte strassen, baeume und schicke haeuschen.
Leider mussten wir schon am fruehen nachmittag wieder runter nach la paz – birgit hats erwischt – durchfall und ziemlich schwach.

Übermüdet in La Paz 19.5.09

18. Mai 2009

Wenn ein land in südamerika an die üblichen klischees von „dritte welt“ erinnert, dann bolivien. Gestern sind wir vom lärmenden überfüllten busbahnhof in sucre abgefahren. Natürlich waren die plätze doppelt verkauft, ließ sich aber gut lösen. Der bus war nicht geheizt, ein fenster ließ sich nicht schließen, aber alle hatten decken dabei.
Gegen 7.00 uhr morgens waren wir in el alto. Das ist ein vorort von la paz. Inzwischen aber eine eigene stadt mit über 400 000 einwohnerInnen. Hier lebt die stärkste und best organisierte klasse am höchsten (4 000m). Es war saukalt, die leute warteten auf ihre minibusse, die sie zur arbeit bringen sollten. Die aber standen im stau, zwischen industrieanlagen, lkw-parkplätzen und wohnhäusern. An den mauern war alles klar: evo si und no te queremos usaid.
Einige hundert meter tiefer liegt la paz. Als wir um 7.30 uhr ankamen schien die sonne schon an den hängen. Mit dem taxi fuhren wir zum hotel.
Alle leute rannten zur arbeit. Das ist ein komisches bild, wenn das taxi nebenher fährt.
La paz ist ein einziger markt. In der gesamten innenstadt sind fußsteige voller stände und es gibt alles für alle. Für uns inzwischen ganz schön nervig, weil dazwischen die autos im stau stehen (wer wissen will, wie eine bleivergiftung schmeckt – flugkarte nach la paz lösen) und hupen. Von dem eigentlichen stadtbild sieht mensch wegen der stände eigentlich nichts mehr.
Dafür aber die volle vielfalt der indigenen bekleidung und des angebots.
Eben – „dritte welt“
Übrigens lebt hier die noch herrschende klasse ganz unten – aber nicht mehr lange.

Sucre 17.5.09

17. Mai 2009

In den letzten drei tagen waren wir einige kilometer von sucre in der cordillera fraile. Diese berge werden von einer gruppe indigena bewohnt, die sich jalqa nennen und quetschua sprechen.
Es war eine reise in eine vergangene zeit. Die menschen leben dort noch ohne strom, es gibt keine autos, kein maschinen für die feldarbeit. Die berge sind trocken, aber in den tälern fließen flüsse. Da die dörfer kaum über 3000m liegen, können alle gerteidearten, kartoffeln, erdnüsse und mais angebaut werden. Es gibt schafe, kühe und ziegen. Dennoch sind die jalqa extrem arm. Sie verbrauchen praktisch dass, was sie anbauen. Zum verkauf bleibt kaum etwas. Viele sind analphabeten.
Mit einem camion sind wir morgens losgefahren. Der lastwagen fährt alles was anfällt: tiere, menschen, gasflaschen, bierkästen und eben auch touristinnen (wenn´s sein muss). Nach 10 minuten waren wir staubbedeckt.

camion

Auf 4000m angekommen, gingen wir einen alten prespanischen pfad 1000m bergab. Unten erwartete uns eine frau und wir mussten wir wegezoll (1,00€) bezahlen. Die frau wies uns den weg zum nächsten dorf. Es sollten nur 2-3 stunden sein. Zunächst war alles ganz schön. Wir liefen weiter bergab an einem fluss entlang. Wir trafen 4 kinder, die auf dem weg von der schule nach hause waren. Sie brauchen täglich jeweils über 1 stunde. Sie wollten sich fotografieren lassen.

kinder

Dann fragten wir wieder nach dem weg. Es wurde klar, dass wir falsch waren – das hieß jetzt eine fluss überqueren und dann steil bergauf. Die flussüberquerung war noch ganz spaßig – nur die freundlichen kinder bewarfen uns vom ufer aus mit kleinen steinen. Aber wir fanden den weg bergauf nicht, durch gestrüpp kämpften wir uns aufwärts, bis wir schließlich einen pfad fanden. Oben angekommen war ich völlig fertig. Nun dauerte es noch mal 3 stunden auf einem feldweg bis zum dorf.
Obwohl das dorf einen ausgesprochen zurückgezogenen und ärmlichen eindruck machte, fanden wir dort vom tourismusbüro in sucre gebaute wunderschöne cabanas für die nacht. Wir bekamen sogar abendbrot und frühstück.
Auch amnächsten tag sollte der weg einfach zu finden sein und nur 4 stunden dauern – nun wir waren etwas skeptisch. 2 stunden kämpften wir uns einen berg hinauf, der gar nicht so steil aussah. Wir trafen indigena bei der feldarbeit, die uns den weg wiesen. Dafür wollten sie aber zigaretten, coca oder kleingeld. Das passierte uns öfter – das nächste mal nehmen wir genug gastgeschenke mit. Während birgit schnell vornweg lief, japste ich nach luft und musste oft verschnaufen. Oben fragten wir wieder nach den weg – diesmal sollte es noch 3 stunden dauern. Mit einer unbestimmten handbewegung wies uns ein mann den weg. Natürlich liefen wir falsch. Langsam wurde uns klar, dass wir uns nicht auf wegbeschreibungen und entfernungsangaben verlassen konnten. Aber wir sahen ein dorf, dass nun überhaupt nichts mehr mit der gegenwärtigen zivilisation zu tun hat.

dorf in corilleren

Nachdem wir eine stunde wieder zurück gelaufen waren, trafen wir einen jungen mit seiner kleinen schwester, der auf dem weg von der schule war (2 stunden). Er bot sich an uns den weg zu zeigen. Nochmal gings eine stunde ziemlich steil bergauf. Dann kamen wir zu einer „caretera“. Da war ich dann völlig fertig. Wir sind uns nicht ganz einig, woran es liegt. Ich denke mein massiger körper bekommt in 3000m höhe nicht genug sauerstoff um zufriedenstellend arbeiten zu können. Birgit denkt, ich tue nicht genug für meine kondition und fresse und saufe zu viel.

blick ins tal

Vom berg waren es noch einmal 3 stunden bis potolo. Insgesamt sind wir an diesem tag 8 stunden gewandert – wie viele kilometer, wissen wir nicht. Für mich war es die anstrengendste wanderung meines lebens – pienso.
Auch in potolo bekamen wir wieder betten in den schönen cabanas, allerdings gabs kein essen. Aber wir brauchten nur wasser….. und später ein bier. Die indegena-frauen in potolo machen wunderschöne webarbeiten. Alles mit vorsinflutlichen webrahmen. Bei unserem eintritt in das dorf wurden wir ständig angesprochen welche zu kaufen. Wie wir später erfuhren, waren wir die ersten gringos seit einer woche. Da muss die gelegenheit genutzt werden.

potolo

Am nächsten tag fuhren wir wieder auf dem lastwagen nach sucre zurück. Diesmal konnten wir über die seitenwand schauen. Und das war atemberaubend. Wir fuhren an steilen abhängen entlang auf einer sandstraße, die sehr eng war und an vielen stellen waren die ränder ins tal abgerutscht.

cordillera fraile

Fahren war hier eine kunst und wir vertrauten auf die erfahrung des ca. 18 jahre alten fahrers. Jedenfalls hat er alle anderen lkw’s ueberhohlt. Ich hatte schweissnasse haende und graue haare (vom staub, natuerlich).
Nach 2 stunden hatten wir es ueberlebt. Die einheimischen stiegen am stadtrand von sucre aus um ihre verwandten zu besuchen. Hier sind in den letzten jahren siedlungen inmitten von staub und muell entsstanden. Neben aermlichen huetten sieht mensch immer wieder kleine palaeste. die meisten gehoeren zuegegebenerweise den neuen evangelischen sekten hier, aber es gibt auch privathaeuser. Das glueck liegt hier noch in der stadt!
Wir haben uns ausfuehrlich geduscht und unser altes zimmer im netten hostal wieder bekommen. Leider mit bedbugs.
heute nacht gehts nach la paz – wenn ich mich nur nicht immer jucken muesste.

die welt 11.5.09

12. Mai 2009

neindanke in kenia ist wieder online - lest selbst

Sucre 11.5.09

11. Mai 2009

Seit einigen tagen genießen wir das angenehme klima in sucre. Birgit hat jeden tag ein paar spanisch-stunden, während ich lese oder mit dem computer spiele.
Birgit erfährt jeden tag neues über bolivien. Ihr lehrer ein galleano und evo morales fan, wie wir, berichtete von der alphabetisierungskampagne. Mit hilfe von kuba und venezuela hat bolivien als drittes lateinamerikanisches land die alphabetisierung erreicht. Solche länder, wie chile oder argentinien noch nicht. Kubas unterstützung beinhaltet auch ärzte. Wir können sie jeden tag auf einem platz stehen sehen. Wo sie kostenlose augendiagnostik und –operation anbieten.
Seit morales gibt’s mehr geld für rentner und schwangere. Eltern jüngerer kinder dürfen nicht mehr entlassen werden. Dennoch ist bolivien ein sehr armes land. Bettlerinnen und kinderarbeit können wir überall sehen. Gestern waren wir auf dem schönen friedhof hier. Da viele gräber in bis zu 5m hohen schränken untergebracht sind, braucht mensch eine leiter um an sie heranzukommen. Diese arbeit bieten junge kinder an. Sie tragen die leitern und klettern zu den gräbern hinauf.

Friedhof

Friedhof

Aber es werden schuhe geputzt, gebettelt, im lokal bedient, geputzt usw. Für die alphabetisierung ist es deshalb wichtig, dass es auch abendschulen gibt. Praktisch werden hier die kinder und erwachsenen in drei schichten unterrichtet.
Wir streifenn durch die stadt, wenn birgits unterricht vorbei ist und sitzen in netten touristInnenkneipen, wo es für ganz wenig geld leckeres essen und getränke gibt.
Nachdem wir uns gestern einen film über che guevara in einer solchen kneipe angesehen haben, ein paar bier getrunken habenn, trafen wir vor der kneipentür eine junge bettlerin. Nachdem sie von uns ein paar groschen bekommen hat, schlief sie wieder ein. Es war 23.00 uhr.

Sucre – 64. jahrestag des sieges

10. Mai 2009

Sucre ist nominell immer noch die hauptstadt boliviens. Hier wird gerade der 200.jahrestag des beginns seiner befreiung gefeiert.
Von potosi sind wir gestern 3 stunden mit dem bus auf nur 2800m gefahren. Hier ist das klima ganz anders. Aus den graffitis “ evo si“ in den anden, sind auf dem weg nach unten „evo no“ geworden. Es gibt in bolivien ein klares wirtschaftliches gefaelle zwischen den regionen. Waehrend in den bergen mehrheitlich die aermere bevoelkerung lebt, sind in den letzten jahren die tiefer gelegenen regionen wirtschaftlich erstarkt. Diese fuerchten nun um ihre pfruende (siehe heimatlos vom september).
Sucre liegt aber auf halber hoehe – so trifft mensch hier beide arten von graffiti. Auch das wetter ist ausgeglichener.
Heute waren wir in der casa de la libertad- der ganze nationale stolz boliviens. Hier wurde die unabhaengigkeitsdeklaration unterschrieben. Und ich musste mein basecap abnehmen, als wir in den saal eingelassen wurden. Die bolivianische geschichte wurde uns auf spanisch erklaert. Sehr interessant, jedenfalls was ich verstanden habe.
Z.b. sind auf dem bolivianischen wappen 10 sterne. Sie repraesentieren die provinzen boliviens. Nun hat aber bolivien nur 9 provinzen. Was soll also der 10. stern bedeuten?

Zu frueh gefreut. Das wird keine umfrage. Mensch braucht die antwort naemlich nur zu googeln.
EASY

Potosi 7.5.09

8. Mai 2009

Potosi ist eine stadt mit geschichte. Und fuer uns ein unbedingtes muss. Nachdem im 16.jhd im hausberg – cerro rico – silber gefunden wurde, haben die spanier hier den berg so lange ausgebeutet, bis sie vertrieben wurden. Das ergebnis war eine prosperierende stadt – zeitweise die groesste steadt der welt mit 200 000 einwohnerInnen. Das silber wurde nach spanien verschifft. Britische Piraten haben die silberschiffe gekapert. In potosi gab 80 kirchen, palaeste … eine boomstadt.
Die leidtragenden waren die indigena und die schwarzen sklaven. Die indigena haben im berg so lange geschuftet bis sie verreckt sind, die sklaven aus afrika sind schon gestorben, bevor sie ueberhaupt arbeiten konnten. Potosi liegt 4000m hoch. Es gibt unterschiedliche zahlen bis in die millionenhoehe. Unvorstellbar.
Vin den „guten“ zeiten ist heute nicht mnehr viel uebrig. Das koloniale stadtzentrum ist teilweise huebsch restauriert und obwohl es sich eigentlich nicht mehr lohnt, arbeiten immer noch 4 000 menschen im berg.

HPIM4384

Heute frueh haben wir eine tour in den berg genacht – zu diesen arbeitern. Die fuehrungen werden von den oertlichen reisebueros angeboten und von ehemaligen bergarbeitern gefuehrt. Zuerst sind wir zum markt gefahren. Dort haben wir cola, kokablaetter, dynamit, puren alkohol und zigaretten gekauft. Das sind geschenke fuer die arbeiter.

Geschenke fuer die Bergleute

Die arbeiter arbeiten in kooperativen, die immer einen hauptschacht ausbeuten. Der berg ist voellig zerloechert. Wir sind in den hauptschacht hineingegangen. Nur hier gibt es schienen fuer die looren.

Lore

In einer kooperative arbeiten immer mehrere teams. Ein team besteht aus dem „jefe“, seinen assistenten, den loorenschiebern und den arbeitern die ueber tage die wertvollen steine aussortieren. Der jefe verdient in guten wochen 2 000 bolivanos ( 200 euro), davon gibt er seinen helfern taeglich zwischen 50 und 80 bilvaros – je nach verantwortung – das sind 5 bis 8 euro. Gefoerdert werden minderwertiges silber, zinn und zink.
Bald haben wir den hauptgang verlassen und sind durch schmale loecher, ueber einfache holzleitern in tiefere oder hoehere schaechte geklettert. Alles mit holzbohlen, rostigen naegeln oder einfach verkantet abgesichert. es war nass und sehr rutschig.

enge Gaenge

Dann trafen wir auf die ersten arbeitsgruppen. Hier gaben wir unsere geschenke ab. Mit druckluft und wasser werden bis zu 9 loecher 1,20m in den stein gebohrt. Die bohrer sind (fast) die einzigen maschinen im berg. Wenn loecher in die decke gebohrt werden, duscht der „jefe“ gleichzeitig. Wir haben aber auch einen mann gesehen, der nur mit hammer und meissel den stein aus dem fels geschlagen hat. Am ende der schicht wird dann gesprengt. Die dynamit und staubdaempfe sorgen dafuer, dass die meisten bergleute nach ca. 20 jahren die staublunge kriegen. Dann haben sie ansdpruch auf eine 150 euro rente und ziehen in die taeler um besser atmen zu koennen. Die lebenserwartung eines bergmanns hier ist sehr gering. Um sich den arbeitstag zu erleichtern wird massenhaft koka gekaut, cola getrunken und zum feierabend geraucht und getrunken.
Ungefaehr 10 tonnen werden mit jeder sprengung freigelegt. Die nuessen aus dem berg. Die assistenten befoerden mit einer einfachen seilwinde und handkraft in saecken den stein nach oben, dort wird er in die lore gepackt und rausgefahren.

Schwerstarbeit

In einer schicht schaffen die bergleute ca. 8 loren (8 tonnen) raus. Eine schicht dauert normnalerweise 6 stunden, dazwischen werden 2 stunden pause eingelegt. Aber viele arbeiten laenger, sonntags oder nachts. Kinderarbeit ist zwar verboten, aber wenb stoerts. So arbeiten auch kinder ab 10m jahren am wochenende oder in den ferien.
Ehrlicherweise muessen wir sagen es gibt noch eine elktromotorwinde im schacht. Wir haben aber nur ungefaehr 6 arbeitstrupps an der handwinde gesehen.
Das klettern ueber die leitern war fuer uns nicht nur abenteuerlich, sondern total anstrengend. Auf 4000m hohe faellt das atmen sehr schwer. Ausserden wurde es immer heisser, je tiefer wir in den berg kamen.
Zum abschluss bekamen wir noch den „tio“ zu sehen. Die bergleute sind sehr aberglaeubig. Dieser berggeist muss immer beruhigt und zufrieden gestellt werden. Zum feierabend, an festtagen oder wochenenden treffen sich die bergleute an dieser stelle und trinken puren alkohol (nur purer alkohol verhilft zu puren silber), stecken dem tio eine zigarette in den mund und rauchen gemeinsam, legen koka hin.

tio diabolo

Die ehefrauen und toechter duerfen uebrigens nicht in den berg, touristinnen schon.
Als wir wieder draussen waren, haben wir aufgeatmet. Es war anstrengend, ein wenig abenteuerlich, beeindruckend, traurig ….
Um so mehr haben wir uns ueber unsere mitreisenden geaergert. Eignetlich moegen wir ja neuseelaender sehr. Aber die waren einfach nur bloed. Sie haben bei der ganzen tour nur die koerperliche und fun herausforderung genossen. Und so war fuer sie der hoehepunkt, die sprengung einer stange dynamit. Ein silvesterspass – die stange haetten die bergleute besser gebrauchen koennen.

Angeber

Das dynamit, dass sich unser guide hier in den mund steckt hat noch 5 minuten zeit um zu explodieren. Der mann daneben ist micht unser freund.

Am nachnmittag waren wir noch in der ehemaligen muenze. Heute ein museum, dass den ehemaligen reichtum der stadt und den muenzpraegeprozess darstellt. Alles schoen aufgestellt und gut erklaert. Aber was fehlt: die leiden, die kaempfe der indigena.
Vielleicht brauchts dann doch mal ne stange dynamit …….


Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (8)