Berlin 30.7.09
31. Juli 2009nu issa daheim.
Die flüge waren fast pünktlich, wir wurden abgeholt und es gab kaffee und kuchen. Abends ein begrüßungsbier mit freundInnen.
Jetzt sind wir mit dem einrichten des alltags beschäftigt.
nu issa daheim.
Die flüge waren fast pünktlich, wir wurden abgeholt und es gab kaffee und kuchen. Abends ein begrüßungsbier mit freundInnen.
Jetzt sind wir mit dem einrichten des alltags beschäftigt.
Bill Smith (radio miami 278): ich stehe hier auf dem miami international airport, neben mir „heimatlos“ auf dem weg nach berlin. wir alle hier kennen heimatlos von ihren blog, auf dem sie ein jahr lang regelmäßig von ihrer reise durch süd- und mittelamerika berichtet haben. hallo heimatlos
heimatlos: hallo bill, schön dich zu sehen und schön nicht nur mit unseren leserInnen, sondern auch mit deinen tausenden hörerInnen in kontakt treten zu können.
Bill Smith (radio miami 278): ha, tausende. Aber mal im ernst. Was hat euch eigentlich bewogen ein blog über eine so lange zeit zu führen.
heimatlos: ehrlich, bill. Ein wenig exhibitionistisch musst du da schon sein. Die meisten menschen schreiben ja ihre paar geheimnisse in ein buch. Andererseits hat es uns auch geholfen unsere erlebnisse besser zu verarbeiten. In lateinamerika kriegst du ziemlich schnell mit, wie arm die leute hier sind. Als europäische reisende sind wir da richtig reich. Wir können uns dinge leisten, von denen dort viele nur träumen können. Du trägst z.B. eine regenjacke, die so teuer ist, dass eine arbeiterin dafür über einene monat arbeiten müsste. Natürlich weißt du dass, bevor du dort hin reist. Aber wenn du dann in einem hostel wohnst und neben dir leben die leute in hütten, oder du isst im restaurant und draußen stehen die bettler, dann musst du irgendwie einen umgang dazu finden, wenn du nicht wieder nach hause fahren willst.
Lange rede kurzer sinn: Wenn wir alles aufschreiben was wir sehen und beobachten, dann hilft das uns uns an die schweinereien die hier passieren zu erinnern. Und außerdem lesen es auch ein paar leute auf dem blog. Und infos sind ja immer gut.
Bill Smith (radio miami 278): Hattet ihr denn tiefere einblicke in die sozialen systeme der länder?
heimatlos: Das war natürlich ein problem. Wir haben versucht mit leuten zu reden. Das waren oft guides, sprachlehrerInnen, zufällige straßenbekanntschaften. In chile und kolumbien haben wir auch bei freunden gewohnt. Das war natürlich nicht ausreichend. So blieb unser blick ein außenstehender. Aber das hat ja auch seinen reiz – mensch schreibt eben auf, was sofort auffällt. Wir haben das dann durch wikipedia oder nachfragen abgesichert.
Bill Smith (radio miami 278) mhh. Aber offensichtlich hat es euch spaß gemacht aufs blaue raus zu schreiben. Ich persönlich fand ja eure späße manchmal ein wenig altbacken und kalauer lastig. Aber wie würdet ihr denn eure reise insgesamt einschätzen. Bitte aber in aller kürze.
heimatlos: Wir werden es versuchen. Unser flugzeug geht ja auch in ein paar minuten.
Unsere reise war ein voller erfolg. Von unseren erlebnissen werden wir noch jahre zehren. Es hat sich gezeigt, dass unsere lust auf entdeckung nahezu ungebrochen ist. Es war zwar nicht unser erstes sabbatjahr, aber das erste in dem wir fast ununterbrochen unterwegs waren. Wir haben mal gezählt: 99 hotels und einige zelt – bus- und flugzeugübernachtungen in 365 tagen. das bedeutet wir haben eigentlich jeden 3. tag woanders geschlafen.
Zum schluss hat das ganz schön gezehrt. In unserem nächsten sabbatjahr wollen wir deshalb nicht mehr so lange ununterbrochen unterwegs sein. Mehr verschiedene sachen machen – radfahren, wandern, bus fahren …..vielleicht auch mehr voluntary-work..
Und was unsere witze betrifft, bill – über geschmack lässt sich streiten, aber wie einer unser leser immer sagt: geschmackvoll muss es sein!
Bill Smith (radio miami 278): haha! da sehe ich euer flugzeug. Uns bleibt also nur noch wenig zeit. Worauf freut ihr euch denn am meisten in berlin?
Heimatlos: aufs s-bahn fahren (grinst). Wir freuen uns auf vieles – auf lilapapierschwein, auf die freundInnen, auf das eigene bett, auf schwarzbrot und ziegenkäse, auf die salatschleuder und ein bisschen auf die arbeit (grinst).
Bill Smith (radio miami 278): meine letzte frage stelle ich allen meinen interviewpartnerInnen. Ein klassiker sozusagen – Wie fandet ihr unser miami?
Heimatlos: Wir haben den öffentlichen nahverkehr genossen – sehr gemütlich und schön kühl. Die museen waren toll, die jeans billig uns ich war baden. Die reichen sind hier so richtig reich. Aber jetzt kommt gerade der last call – Billy, machs gut.
Bill Smith (radio miami 278): hasta la vista
(aus technischen gründen wurde dieses interview veröffentlicht, bevor es geführt wurde.)
Gestern waren wir im historischen museum. Obwohl miami gerade mal etwas über 100 jahre alt ist, hat es eine interessante geschichte. Das konnten wir uns gestern im historischen museum ansehen – teuer aber gut gemacht. Anschließend waren wir in little habanna – dort wo die konterrevolutionäre wohnen.
Uns hat sich keiner vorgestellt, es gab mc donalds, touribusse, ein paar dominospieler in einer etwas schmuddligen gegend. Manchmal hörte mensch etwas salsa musik aus den cafes. Am mahnmal für die looser von der schweinebucht fehlten 2 köpfe von ihren helden. Sie wurden geklaut. Na ja die guten zeiten sind vorbei – früher als busch noch an der macht war …..
Heute beginnt unser letzter tag im sabbatjahr – also eine letzte auswertung.
Heute: Was wird uns fehlen?
am ersten tag: nichts
am dritten tag: frisch gepresste säfte
am fünften tag: hörbücher
am sechsten tag: berge, seen, vulkane, wasserfälle ….
am zehnten tag: zeit zum lesen
am zwölften tag: wandern
am neunzehnten tag: ständiger sommer
am zwanzigsten tag: frühstücken im restaurant
am 31. august: ausschlafen
am vierzigsten tag: stundenlanges busfahren
am einundsechsigsten tag: spanisch sprechen
am fünfundachtzigsten tag: guides
am einhundertzweiundzwanzigsten tag: hotelbetten
am einhundertdreiundzwanzigsten tag: hotelduschen
nach 3 jahren: ein ganzes sabbatjahr
Hier ist alles groß. Die leute fahren autos, deren räder, sitze und kotflügel ein paar zentimeter größer sind als in europa. Die portionen im restaurant sind auch größer, viele männer und frauen haben große bäuche. Die straßen haben mehr spuren und die shoppingmalls erst mal.
Mir gefällt das ganz gut. Auch die 24 oz budweiser büchse liegt gut in der hand.
Ansonsten ist miami nur teilweise interessant. Es gibt kaum wirklich gute sights. Das scheinen auch die touristinnen zu wissen. Ich glaube die meisten kommen nur zum baden und shoppen her. So sehen sie jedenfalls aus – wenn sie in kurzen hosen oder kleidchen mit der guchi-papptüte übern boulevard stelzen. Wir sind anders, wir hatten unsere neuen jeans in einer plastiktüte.
Aber miami hat auch eine der größten jüdischen communities in den usa mit einer interessanten geschichte. Heute haben wir das jüdische museum besucht – das war wirklich gut und lehrreich. Vielleicht entdecken wir ja noch mehr interessante seiten in dieser stadt.
Nach 6stündigem flug, und einstündigem public bus gezuckel haben wir hier gestern im biilighotel (Miami north beach) eingecheckt. Um uns herum große teure hotels, schicke autos, einige jachten und palmen. Das billighotel ist das teuerste seit einem jahr, hat aber eine kleine küche (mit nur einer kaffeetasse). Später hat uns noch der supermarkt preislich geschockt.
Hier wirds erst ab 20.00 uhr dunkel. Das ist auch neu für uns.
Trotz der tollen hotels ist der strand für alle da. Er ist hier nicht sehr breit, aber dafür kilometerlang. So haben wir gestern die ersten nachtstunden am strand verbracht.
Heute wollen wir ins art deco viertel in south beach und vielleicht später im schatten der großen hotels baden. Da kriegen wir nicht so schnell sonnenbrand
7. Auswertung: heute preise
Ein wichtiger punkt für uns, weil wir kulturell, historisch und strukturell geizig sind und, weil wir uns trotz doppelgehalt nicht alles leisten können.
Südamerika ist viel billiger als europa. Es gibt aber außnahmen.
Busfahren ist sehr billig. In der regel kostet eine stunde einen dollar. Das wird teurer, wenn du busse luxeriöser werden oder in chile, kuba oder argentinien fahren.
Hotels/ hostels/ pensionen sind mindestens halb so teuer in chile, argentinien, kuba. In den anderen ländern zahlst du im schnitt für ein doppelzimmer 10,00€. Dadür ist die qualität oft schlecht – schlechte matratzen, alte möbel, schimmel und manchmal schmutzig. Auch hier gibt es viele ausnahmen, was preis und qualität betrifft.
Verpflegung in touristischen restaurants mindestens halb so teuer, dafür oft mittelmäßig, aber nit vegetarischer variante. Essen auf märkten oder an der straße oft nur 1 -2 € für ein menü. Richtig gutes essen kostet aber auch viel. Da hotels nur in chile oder argentinien gästeküchen hatten, waren wir auf restaurantessen angewiesen. Und froh, dass es billig war.
Supermärkte gibts nur für die reichen. Deshalb sind sie oft teurer als in deutschland. Auf märkten gibt es alles, aber nicht was wir gewöhnt sind: z.B. butter, wurst, netten käse, tee, kaffee ….
touristische notwendigkeiten eintritte sind auch sehr billig, manchmal kostenlos. Die ausnahmen: nationalparks in argentinien und kolumbien, machu pichu, tikal. Ins geld gingen aber guides. Da du in südamerika fast nie alleine wandern kannst/darfst, musst du zahlen. Das ist oft sehr billig, aber läppert sich. Auch so genannte shuttle busse für touristen sind teurer.
Eine reihenfolge der länder, beginnend mit den teuersten:
1. kuba
2. argentinien
3. chile
4. ecuador, kolumbien, peru, guatemala, el salvador
5. boilivien
Zu sagen bleibt noch: Südamerika ist für uns so preiswert, weil die arbeiter und arbeiterinnen so schlecht bezahlt werden.
Nun sind wir wieder am Startpunkt unserer Reise angekommen. In Lima begrüßte uns ein weiteres Mal der winterliche Garua-Nebel. Es ist feucht und kühl. Wir verbringen den Reisepausentag mit Inforadio hören, Tagebuch schreiben und Souvenireinkäufen. Gestern haben wir uns von Tanja verabschiedet und sind über Miami nach Lima geflogen. Wir mussten erst hierher zurück, weil wir die gleiche Reiseroute wie vor einem Jahr nehmen müssen. AA ist absolut unflexibel. Es gibt auch kein vegetarisches Essen auf 6 h langen Flügen. So hat Jan immer reichlich zu essen und Birgit beschränkt sich auf die Beilagen.
In Miami muss mensch beim Umsteigen sein Gepäck abholen und zur nächsten Kontrolle schleppen. Das dauerte gestern mehr als 2 Stunden und führte zu Verspätungen auf der Hälfte aller Anschlussflüge.
Morgen fliegen wir nun wieder nach Miami (die werden sich wundern bei der Passkontrolle – zum 4. Mal nehmen sie unsere Fingerabdrücke und unser Foto).
Der Stopover von 5 Tagen dort wird hoffentlich ein schöner Abschluss unseres Sabbatjahres. Wir werden berichten. Hoffentlich gibts wi-fi…
Die drei tage in der 2. hauptstadt sind schnell vergangen. Wir haben ein wenig eingekauft, waren bier trinken und im eisenbahnmuseum. Tanja musste am sonnabend arbeiten. Sie gibt jetzt deutschunterricht um sich etwas dazu zu verdienen. Heute waren wir noch einmal in der innenstadt, die am Sonntag zum riesigen markt wird. Es gibt vor allem billige kleidung und die tausend kleinen dinge, die es auch bei uns im 99cent-laden zu kaufern gibt. Für viele menschen scheinbar ein großes sonntagsvergnügen. Die straßen waren voll. Viele familien und vor allem kinder: spielend, als verkäufer arbeitend, im tuch auf dem rücken der mutter, schlafend neben dem verkaufsstand, kinder die schon mütter sind. Viele kinder werden gestillt, während die mütter durch die straßen gehen.
Morgen früh fliegen wir weiter nach lima.
5. auswertung heute: das schönste – na klar ist es überhaupt schön auf der welt zu sein, aber manchmal gibt es eben dinge die noch schöner sind als nur schön. Wenn wir uns nicht ganz einig waren, haben wir 2 dinge benannt.
Der schönste Berg: Fritz Roy (arg.), Torres del Paine (chile)
Schönste Hauptstadt: Quito (Ecuador) La Paz (Bol.)
Das schönste Hostel/Hotel: in Giron (Kol.), in Copacabana (Bol.)
Der schönste See: Lago de los Santos (Chile), Titicacasee (Peru/Bol.)
Der schönste Gletscher: Perito Moreno (Arg.)
Der schönste Wasserfall: Iguazu (Arg)
Die schönste Plaza: in Quito (Bol), Arquippa (Peru)
Der schönste Vulkan: Osorno (Chile), Izalca (El Salvador)
Der schönste Strand: Karibik in Kuba
Der schönste Trek: das „W“ in Torres del Paine (Chile), Inka Trail (Peru)
Die schönste Wüste: Salar de Uyuni (Bol)
Der schönste Ort: Giron (Kol.), Cartagena (Kol)
Das schönste Getränk: Pisco Sour in Lima (Peru), Mojito in Pinar del Rio (Kuba)
Das schönste Gericht: Papas a la Huancayina (Peru), Pasta mit Meeresfrüchten in Quito (Ecuador)
Die schönsten Souvenire: Guatemala
Die erste hauptstadt ist geschafft. San salvador war für uns mit viel laufen oder taxifahren verbunden. Die museen lagen sehr weit auseinander. Ansonsten haben wir in einer mall gegessen und die middleclass people beobachtet oder fotos sortiert.
heute gehts mit dem bus in (hoffentlich) 5 stunden nach guatemala city.
5. Auswertung heute: reisebücher
Das geht schnell.
Wir benutzen seit jahren den lonely planet, auch genannt die bibel. Obwohl teurer und manchmal schlampig recherchiert, haben wir uns an ihn gewöhnt. Die infos sind einfach umfassend und detailtreu.
Es gibt wohl noch andere gute reiseführer: footprint oder rough guide, aber wenn du weißt, dass ein reiseführer ganz gut ist, willst du kein risiko eingehen.
Unsere bibeln haben wir leider verschenken müssen, weil wir gepäck sparen wollten. Sie wären bestimmt eine schöne erinnerung gewesen. Aber so sind sie vielleicht anderen noch zu was nütze.
Wir sind vor allem nach san salvador gefahren, weil es hier ein paar plätze gibt, wo mensch etwas über den bürgerkrieg in den 80ern erfahren kann.
Gestern waren wir in einem park, in dem auf steinplatten die bisher bekannten namen der opfer der militärs stehen. Es sind ungefähr 30 000. Die wirkliche zahl liegt aber über 60 000.
Heute haben wir das romero-zentrum und ein schriftstellermuseum besucht. Romero war der erzbischof, der 1980 während einer predigt von den militärs erschossen wurde. Im zentrum gibt es ein paar ausstellungstücke von ihm. Vor allem aber beschäftigt sich das zentrum mit dem mord an 8 menschen an dieser stelle – 1989. Es waren jesuiten und ihre haushälterinnen. Sie wurden brutal von soldaten getötet. In einem raum liegen 4 unscheinbare fotobücher, dort kann mensch sich die zerstümmelten leichen ansehen. Wir haben die bücher schnell zugemacht.
Der mord an romero war jedenfalls der beginn des bewaffneten widerstandes gegen die militärregierung, der bis 1992 andauerte.
Das 2. museum hatte mehrere ausstellungen. Am interssantesten waren fotos aus dem bürgerkrieg und die nachgebaute sendestation des radios venceremos – des senders der fmln.
Wir hätten gern mehr erfahren. es gibt scheinbar keine zusammenhängende darstellung von dieser zeit. Aber immerhin besser als in chile – wo wir nichts zur pinochetzeit fanden.
Wir waren 3 Tage ohne Internet am Lago Coatepeque. Aber nun ist die Welt wieder in Ordnung und wir haben hier in San Salvador sogar wi-fi und ausserdem stehen 2 Computer auf dem Flur rum. Der Lago mit dem unaussprechlichen Namen ist ein Kratersee. Wir haben ihn an einem Tag umwandert. Leider is sein Ufer zum groessten Teil privatisiert und damit nicht zugaenglich. Die Mauern sind so hoch gezogen, dass es nur wenige schoene Blicke gibt. Wir umrundeten den see auf einer straße – rechts die hohen mauern, die die reichen schützen und links die hütten der armen, die keinen zugang zum see haben.
Unser hostelzimmer haben wir mit vielen Holzwuermern teilen muessen, die sich durch die Decke frassen. am Morgen fanden wir ihre haeufchen in unserem Bett und auf dem Boden. Am Tag nach der Seeumrundung haben wir einen nahen Vulkan erklommen. Wir mussten zunaechst zu seinem Fuss herabsteigen, um dann 50 Minuten an ihm hochzuklettern. Wahrscheinlich unsere letzte wanderung in diesem sabbatjahr und eine anstrengende allemal.

Heute sind wir hier angekommen und beginnen nun unser letztes projekt:
6 HAUPTSTÄDTE IN 2 WOCHEN
san salvador, guatemala city, lima, miami, london(2 stunden heathrow)) und berlin
Auswertung nr. 4 heute: Getränke
--- eine auswahl ----
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Peru
Chile
Ecuador
Kuba
San Salvador
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