Archiv für Juli 2009

Juayua 11.7.09 und 3. Auswertung

Seit zwei tagen sind wir hier und seit zwei tagen werden wir jeden morgen um 5.00 uhr durch die glocken einer benachbarten kirche geweckt. Es reicht hier aber nicht, dass sie fünf mal läuten. Es ist ein mehrstrophiges lied, welches sich wie die nationalhymne anhört. Das ganze dauert bestimmt drei minuten. Uns reicht eine minute um so richtig wach zu sein. Von da an hören wir alle stunde dieses lied, inzwischen summe ich es immer leise mit. Da andere kirchen mithalten wollen, läuten sie auch z.b. um 5,45 uhr oder um 6.10 uhr – aber leider nicht so schoen und so lange.
Juayua ist ein hübsches dorf auf der ruta de las flores. Es soll während des bürgerkrieges in den 70er/80er jahren stark unter den überfällen des militärs gelitten haben. menschen wurden gefoltert, getötet, verschleppt. Davon merkt mensch heute nichts mehr. Es gibt auch keine denkmäler oder so etwas. Nur einige fahnen der (sozialdemokratisch gewandelten) „fmln“ wehen neben denen der rechtsgerichteten „arena“ über ein paar häusern.
Juayana ist heute ein touristInnenmagnet, weil hier jedes wochenende ein fressfestival stattfindet. Das wollen wir uns heute früh noch „ansehen“ ;-) , bevor wir weiter machen.

Auswertung heute: Entertainment
Unsere rucksäcke sind deshalb so schwer, weil wir immer mehrere bücher mitschleppen. Aus angst, dass wir mal nichts zu lesen haben, schleppen wir manchmal jede/r bis zu 7 büchern mit uns herum. Dennoch gehen sie irgendwann aus. es gibt zwar manchmal book exchanges in hostels oder tourirestaurants, aber die bücher entsprechen oft nicht unserem geschmack. Dann machte es sich günstig, dass wir besuch aus berlin bekamen und damit neue bücher.
In diesem jahr habe ich über 100 stunden hörspiele auf sd karten überspielt. Die haben wir oft im bus oder abends mit unserem mp3 player mit kartenslot gehört. Die karten-idee war genial, weil wir die sd-karetn (wenn sie leer waren) in den fotoapparat gesteckt haben.
Ab februar kam unser lieber netbook zu uns. Von da an war alles möglich: filme, noch mehr hörspiele, karten- und killerspiele, inforadio im bett, dia-shows vorbereiten, texte runterladen, skype ….
Obwohl wir immer angst vor dem supergau haben --> der netbook wird geklaut, wir möchten nie wieder auf solchen langen reisen ohne ihn sein. Und es muss hier mal gesagt werden: netbook wir lieben dich!

Jetzt kommen noch ein paar hitlisten:
längste projekte: ästhetik des widerstandes (hörbuch) und 5 staffeln simpsons (film)
beste bücher: eduardo galeano: die offenen adern lateinamerikas, domitila: wenn man mir zu sprechen erlaubt
bester film: wolke 7

Tacuba 8.7.09

Mit 5 bussen, einem boot und 500m fussweg ueber die grenze haben wir el salvador erreicht. Chickenbusse sind zwar unbequem, aber mensch hat nie wartezeit. Ausserdem sind sie billig, da laesst sich auch die schlechte board-musik ausshalten.
grenze guatemala el salvador
Tacuba liegt in den bergen – kaffeplantagen und tropischer regenwald. Gestern haben wir eine gefuehrte wanderung durch die hiesige umgebung gemacht. Eine gruene gegend mit vielen interessanten pflanzen und tieren.

Kaffeeplantagen el salvaor

Wenn nicht der viele regen waere. So hat es uns auch gleich voll erwischt. Ein tropischer regen von biblischen ausmassen: nach 2 minuten waren wir bis auf die haut nass, nach 5 minuten die wasserfesten schuhe durch und nach 10 minuten wurde der weg ein bach. Unser guide wurde unruhig und trieb zur eile an. Wir mussten naemlich noch einen fluss ueberqueren, dass konnte bei diesem wetter schnell unmoeglich werden. Wir haben es noch geschafft – nur bis zu den knien im wasser. Ein sichtlich aufgekrazter guide gestand uns, dass wenn wir es nicht geschafft haetten, wir einen umweg von 4-5 stunden haetten in kauf nehmen muessen. Da waren wir doch recht froh. Wir konnten zusehen wie das wasser innerhalb von minuten stieg und den kleinen fluss unpassierbar machte.
Nach einer halben stunde hoerte es auf zu regnen und wir erreichten bald unseren pick-up, der uns zum hostal brachte.
Eigentlich wollten wir heute die routa de las flores erkunden, aber es regnet schon den ganzen tag.

Monterrico 5.7.09 und 2. Auswertung

An der pazifikueste …. schallalala
Hier ist es noch heisser als an der karibik – gefuehlte 45 grad im schatten. Es weht kaum ein lueftchen. Aber dafuer brechen die wellen 10m hoch an den strand. Deshalb kann mensch nicht im meer baden. Es gibt aber einen swimmingpool, der heisser als die aussentemperatur ist. Alle leute hier bewegen sich ganz langsam. Es bleibt nur den abend abzuwarten, dann gehts hier ab.
Gerade haben wir tanja nach guatemala city verabschiedet. Wir wollen morgen nach el salvador rueber. Vielleicht bleiben wir dort die restlichen 12 tage.
2. Fazit heute: Transport
Einen grosen teil unseres sabbatjahres haben wir im bus verbracht. Wahrscheinlich sind es einige zehntausend kilometer, die wir darin zurueckgelegt haben.
Eigentlich haben alle lateinamerikanischen laender ein gutes oeffentliches verkehrssystem. Es funktioniert nur ganz anders, als in europa. In fast allen laendern fahren moderne reisebusse – wer genuegend geld hat nimmt die. Fuer uns sind selbst die teuren busse sehr billig. In chile und argentinien haben fast alle busse video und auf langstrecken gibts was zu essen und manchmal sekt zum abendbrot.
In peru haben wir teure busse mit allem komfort genutzt, sind aber auch mit den einheimischen in alten brummern ueber sandpisten gerauscht.
In bolivien faehrt mensch auch laengere strecken in kleinbussen. Sehr unbequem, weil sie erst losfahren, wenn sie voll gestopft sind. In lateinamerika halten alle busse, wenn du sie heranwinkst (ausser die teuren langstreckenbusse). In den meisten laendern werden dann die busse unvorstellbar voll gemacht. In der regel gibt es fahrplaene, die auch ziemlich puenktlich eingehalten werden – das vorurteil stimmt also nicht. Busse fahren von busbahnhoefen, auf denen verschieden firmen ihre fahrtziele anbieten. Es lohnt sich immer preise zu vergelichen, manchmal zu handeln. In staedten, wo es keine busbahnhoefe gibt, wirds manchmal ganz schoen schwer sich zurecht zu finden.
In guatemala fahren alte amerikanische schulbusse. Die sind so eng, dass es fuer langbeinige schon weh tut, damit zu fahren. Die fahrer und ihre begleiter sind die verruecktesten. Waehrend in den anderen laendern zwar schnell, aber immer verantwortungsbewusst gefahren wurde, ist das hier halsbrecherisch. Ebenso die begleiter, die waehrend der fahrt auf den dachgepaecktraeger klettern und das gepaeck lagern.
Kuba ist ganz anders. Hier funktioniert ein oeffentliches transportsystem nur fuer die touristeInnen. KubanerInnen warten auf busse – stunden, tage monate.
In den staedten gibt es nur in santiago, buenos aires und medellin eine u-bahn. Die staedtischen busse ahren ohne fahrplan. In der regel sind das kleinbusse, die ihr fahrziel laut ausrufen. Auf der jagd nach fahrgaesten verstopfen sie die strassen – aber es gibt keine wartezeit. Allerdings ist dieses system fuer fremde (touristInnen nicht durchschaubar), deshalb gibt es ueberall billige taxis. Manche staedte haben noch andere verkehrsmittel – wie tuck-tucks (mopedrikschads) oder fahrradrikschas.

Guatemala City 3.7.09 und erste Auswertung

Wieder mal in der hauptstadt bei tanja – morgen wollen wir zusammen an die pazifikküste.
Nun ist es nicht mal mehr ein monat bis wir wieder in berlin sind. Zeit für rückblicke!
Heute: Verluste

peru – basecape nr.1
peru – basecape birgit
kuba (gepäckaufbewahrung havanna) – 600,00€
kuba (b) – 40,00€
chile (puerta varas)- basecape nr. 2
chile (puerto natales) – sonnenbrille birgit
chile (feuerland) – lesebrille
ecuador – pullover
argentinien (mendoza) – basecape nr.3
argentinien (san juan) – kopflampe
bolivien (la paz) – armbanduhr
bolivien ( irgendwo zwischen la paz und copacabana) – 100,00$
bolivien – 2. lesebrille
guatemala (antigua) – handy
guatemala (hinter antigua) – geldbörse mit 100,00€

Hoffentlich wars das!

Putsch in Honduras

Wir kriegen hier auch nicht mehr vom putsch in honduras mit, als ihr. Fuer neueste infos empfehle ich Nachrichten aus Amerika. Es gibt eine protestkundgebung in berlin

Unter dem Motto:
- Solidarität mit den sozialen Bewegungen in Honduras – Für die Bolivarische Revolution -

hat die Antifaschistische Linke Berlin (ALB) aus Anlass des Militärputsches in Honduras am Freitag, den 3.7. um 13:00 Uhr eine Kundgebung vor der honduranischen Botschaft (Cuxhavener Str. 14, U-Hansaplatz) angemeldet.

Die sozialen Fortschritte in den Mitgliedsstaaten des ALBA-Bündnisses („Bolivianische Allianz für die Völker unseres Amerika“) zeigen die Möglichkeiten eines Lebens jenseits von Krise, Krieg und Kapitalismus.

Auch in Honduras gab es kleine Schritte in diese Richtung. Die Militäroperation dagegen muss als Verzweiflungstat der Profiteure des Neoliberalismus verstanden werden. Gerade in Zeiten der Krise, in denen sich die Doktrin der Profitmaximierung ihr eigenes Grab schaufelt, ist die Unterstützung sozialer Alternativen von besonderer Bedeutung. Diese Hoffnung wird nicht nur dem Land selber genommen, in dem 80% der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt. Sollte der Militärstreich nicht beendet werden, droht die Nachahmung auch in anderen Mitgliedsstaaten der ALBA. Dem gilt es frühzeitig entgegenzutreten und auch im Namen der sozialen Bewegungen aus Europa seine Stimme zu erheben.

Freitag, den 3.7. um 13:00 Uhr eine Kundgebung vor der honduranischen Botschaft (Cuxhavener Str. 14, U-Hansaplatz)

Hoffen wir das beste!

Livingston 1.7.09

An der karibikkueste …. bamatabadam ……
Mehr noch als in kuba gehts hier karibisch zu. Reggae den ganzen tag, coole typen mit rutschenden hosen, hitze und palmen. Livingston liegt auf einer insel im flussdelta des rio dulce und ist nur per boot zu erreichen. Das haben wir gestern getan. Eine schoene 2 stuendige bootsfahrt, die zum schluss durch ein felsiges steiles tal fuehrte. Fast wie der donau-durchbruch.
Weil wir nur einen tag hier haben, haben wir uns mal wieder in eine tour eingekauft. Es wurde versprochen an einem tag die beiden sehenswuerdigkeiten hier – sauberer strand und natuerliche suesswasserbecken abzulaufen. War auch so, aber ein wenig langweilig. Das lag wohl am guide und an uns. Der guide war nebenberuflich als sex instructor (first lesson for free) taetig. Das stand jedenfalls auf seinem t-shirt. Ansonsten war er nicht sehr gespraechig und birgit hat ihn erst mit fragen geloechert und spaeter aufgegeben.
Hier leben auch die nachkommen der schwarzen sklaven (wie ueberall an der karibik). Sie nennen sich garifuna und sprechen ihre eigene sprache. Ein mix aus spanisch, franzoesisch, englisch, einer afrikanischen sprache und dem oertlichen maya-idiom. Natuerlich ist es heute schwer festzustellen, wer schwarz oder wer indigen ist. Gluecklicherweise gabs und gibts da einige vermischungen. Aber scheinbar waehlt mensch sich irgendwann die sprache und identitaet, die mensch will. Das hat aber natuerlich auch mit der hautfarbe zu tun. Ansonsten leben alle friedlich miteinander und es gibt keine diskrimierung – das hat unser guide jedenfalls behauptet bevor er fuer fast immer schwieg.
In der karibik zu baden, war kein vergnuegen. Das wasser war fast schon heiss! Und so flach, dass wir es nicht lange ausgehalten haben. Dafuer war das suesswasserbecken schoen kuehl. Spaeter stiessen noch 2 andere junge maenner zu uns, die von felsvorspruengen sprangen und an lianen schaukelten. Sie interessierten sich aber fuer die beiden freundlichen englaenderinnen und erzaehlten denen einiges.
Wir schwiegen mit unserem guide.