Luxor 30.7.2010

30. Juli 2010

Unsere fahrt hierher dauerte 15 stunden und hat uns ganz schoen angestrengt. Es gab zwar ein paar pausen, aber die waren laut, der fahrer hat staendig gehupt und an schalafen war kaum zu denken.
Wir hatten uns ein hostel empfehlen lassen und dachten so auf der sicheren seite zu sein. jedenfalls wollten wir die schlepper austricksen und gleich bei ankunft ein taxi nehmen. Aber das war nicht so einfach. Umringt von mehreren jungen typen wurden wir in einen kleinbus bugsiert und bis zum bahnhof gefahren. Von dort sollten wir zu unserem hostel zu fuss gehen – begleitet von einem jungen mann. Den habe ich aber resolut abgewimmelt, weil ich angst hatte, dass wir dann mehr bezahlen muessen, weil wir ja gebracht wurden.
Erschrocken von meiner aggressivitaet hat er uns auch gehen lassen. Manchmal macht es sich ganz gut, wenn mensch dann erst mal wo anders hingeht um die verfolger loszuwerden. Also sind wir in den bahnhof, aber auch dort wurden wir umringt und gefragt, ob wir taxis brauchen, woher wir kommen, ob wir ein hotel wollen oder eine tour ….
Also wieder raus … dort warteten die hotelschlepper und fragten uns weiter, immer in engem koerperkontakt. Aber auch hier haben wir alle abgewimmelt und haben es tatsaechlich geschafft allein im hotel anzukommen. 20 meter hinter uns kamen die zahlreichen verfolger, die sich dann in die lobby setzten und scheinbar zur familie gehoerten. Und wozu das alles? Es war kein zimmer mehr frei …
So kam der cousin (Schlepper) und brachte uns zu einem anderen hotel in dem wir jetzt wohnen und kassierte seine provision
Fazit: manchmal sollte mensch sich einfach abschleppen lassen

Diese erkenntnis hat dazu gefuehrt, dass wir uns auch gleich 2 touren von unserem schlepper haben aufschwatzen lassen (wir waren reif – sie mussten uns nur noch abpfluecken). Eine feluckentour auf dem nil und heute die zahlreichen pharaonengraeber in luxor. Die feluckentour war ganz nett und entspannend. Die grabestour sehr anstrengend und sehr lieblos. Wir wurden von unserer guide durch die anlagen geschleust und alles musste sehr schnell gehen. Dazu kam die hitze – bestimmt 50 grad und kein schatten ausser in den grabkammern. Die waren aber sehr stickig. So fiel es uns schwer uns von den wunderschoenen hieroglyphen und statuen beeindrucken zu lassen. Immerhin alles ueber 3000 jahre alt. Vielleicht haetten wir auch mehr ueber diese zeit lesen sollen….oder besser in geschichte aufpassen?

beeindruckt hat uns aber auf alle faelle der hervorragende mango- und zuckerrohrsaft den wir hier nach der tour getrunken haben. Den hatten wir uns auch verdient und eine dreistuendige siesta im klimatisierten zimmer. Ausserdem werden wir uns morgen eine firstclass zugfahrt nach assuan goennen.

Dahab 27.7.2010

27. Juli 2010

Zurück vom berge sinai. Eine anstrengende, aber interessante tour. gestern mitternacht sind wir mit dem bus und ca. 6 ami-canadiereInnen dorthin gebraust. Mit uns kamen noch ca, 10 andere busse und über 100 menschen am fuß des berges an. Dann begann unsere prozession. Vorbei an kamelen („camel – wont ride camel?“) sind wir im dunkeln ca. 3 stunden den berg hinaufgstiefelt. Aber wir brauchten keine taschenlampen der weg wurde vom mond und den brennenden dornbüschen erhellt. Unterwegs gabs immer kleine getränkebuden, an denen unser guide mit uns pause machte. Die letzten meter sind steil und haben stufen. Wir waren viel zu früh da und haben ganz schön gefroren. Es ist schon krass aus dieser hitze an der küste zu kommen und dann einen pullover und ne jacke zu brauchen. Für diese eine nacht, habe ich die dicken sachen in den rucksack gepackt!
Auf dem berg lagen bestimmt nochmal hunderte leute, die da übernachtet hatten. Sie wollte sozusagen den doppelpack – sunset and sunrise. Mir wäre es zu kalt und vor allem zu schmutzig gewesen – backpacker sind schweine.
Der sonnenaufgabng war natürlich spektakulär und wurde mit lauten juchzern begrüßt. Ein kollektiv von brasilo-mexikanerInnen sang und betete lauthals. Ich musste daran denken, dass es auch mal schön gewesen wäre, wenn sie nicht aufgegangen wäre – ein heißer tag weniger!
Zurück gings schneller und wir konnten unsere pullover nach und nach ausziehen. bevor wir abfuhren, haben wir noch das orthodoxe kloster besucht. Aber wir waren zu müde, um wirklich interesse an den reliquien zu zeigen.
Zurück im touri-sonnen-land hat gott meine gebete erhört – eine leichte brise und w-lan geschickt. So sitzen wir in einem der jack johnson-restaurants und genießen den ca. 30 grad kühlen wind, interent und stella.

Dahab 26.7.2010

26. Juli 2010

Wir sind nun in aegypten. Dahab liegt am roten meer. Eigentlich ist die stadt nur ein schmaler bebauter kuestenstreifen. Es gibt keinen strand. Gleich am ufer beginnen die restaurants in denen menschg auf kissen sitzend auf die wellen starren kann. Das essen ist sehr preiswert und gut. Die restaurants ueberbieten sich in sonderangeboten. Dann kommt die promenade, auf der wir entlamgspazieren um das beste restaurant auszusuchen. Dahinter die hotels mit billgen zimmern mit meerblick. Dahinter die strasse mit den shops und dann beginnt die sand- und geroellwueste und der muell und die armut. Um die stadt herum viele bauruinen – wahrscheinlich ist der touriboom schon wieder vorbei.
Blendet mensch das aus, laest es sich hier gut leben.
Und so machen wir unser touriprogramm: Heute morgen waren wir schnorcheln. Heute nacht starten wir zu einer tour auf den berg sinai. Wir werden zum sonnenaufgang auf dem gipfel sein.
Aber so richtig gelingt uns das abschalten nicht und ausserdem ist es irre heiss.
Deshalb gehts aber auch schon uebermorgen nach luxor – dort soll es noch heisser sein.
p.s. in aegypten heisst amstel stella

Petra 24.7.2010

24. Juli 2010

Liebe leserIn,
wieder einmal muessen wir an dieser stelle unglaubliches berichten. Sicher erinnert ihr euch an unsere investigativen beitraege aus australien „koalabaeren unter eucalyptus-drogen gesetzt“ oder an die schweinereien der tourismusindustrie, die wir in suedamerika aufdeckten.
Auch von petra, bekannt als sogenanntes „neues weltwunder“ und tourismusmagnet koennen wir leider nicht erfreuliches sagen: Petra ist das groesste universal – studio ausserhalb holywoods!
Als vor einigen jahren steven spielberg beschloss den dritten teil der indianer jones triologie fertigzustellen, war das der startschuss fuer eine gigantische maschinerie. Aus dem weichen sandstein der wadi musa umgebenden berge wurden von tausenden aus amerika herangeholten steinmetzen filmkulissen geschlagen. Natuerlich reichte das engagement nur so weit, die aeusseren fassaden der gebaeude lieblos zu modellieren.

Nach ende der filmarbeiten wurden die filmkulissen auch fuer andere filme genutzt auch fuer den film „gladiator“

theater

Heutzutage versucht universal das gewaltige gelaende anderweitig zu vermarkten – getarnt als jordanisches tourismusunternehmen werden historisch zweifelhafte fuehrungen durchgefuehrt und touristInnen aus der ganzen welt herangekarrt. Die steinmetze, technikerInnen, buehnenbildnerInnen und kleindarstellerInnen wurden zurueckgelassen und fristen nun als souvenirverkaeuferInnen und kameltreiber ein kuemmerliches dasein. Sogar ehemals bekannte schauspieler wie kevin costner, armin mueller stahl und winfried glatzeder (der mann, der nach der oma kam) arbeiten hier als muellkehrer oder guide.
Wir haben madonna gesehen, die sich sich fuer eine handvoll dinar von touristInnen vor den filmkulissen fotografieren laesst:

ma

Seit einiger zeit geht das geruecht um, dass universal den film „lawrence von arabien“ hier neu auflegen will. Deshalb sieht mensch zur zeit tausende jugendliche backpacker mit kunstvoll geschlungenen pali-tuch um den kopf durch die kulissen streifen. Sie hoffen, dass ein scout sie fuer die hauptrolle entdeckt. Leider sollen aber schon einige von der fatah und der hamas rekrutiert worden sein.

Wir muessen uns nun beeilen, nach beendigung unseres blogeintrages werden wir schnellstmoeglich das land richtung aegypten verlassen muessen. Ihr lest dann wieder von uns. Vielleicht mit folgendem beitrag: „Kubakrise war nur ein klax – alte sowjetische abschussrampen in den koenigsgraebern von luxor entdeckt!“

Petra 22.7.2010

22. Juli 2010

Gestern sind wir mit einer tour nach wadi rum gefahren. Das ist ein wuestennationalpark. Landschaftlich ist jordanien fuer uns schon eine ueberraschung. Imposante felsige Berge ragen aus dem wuestensand. Das licht variiert von dunkel bis weiss. Blauer himmel und dunstiger horizont oder auch weite blicke in ebenen und hohe schluchten.
wueste
wir haben auch in der wueste uebernachtet. Diesmal wirklich in einem beduinenzelt. Es war alles ein wenig fremd und sehr schmutzig. So richtig haben sich die gastgeber nicht fuer uns interessiert. Sie waren mit sich beschaeftigt. Aber wir bekamen ein ausserordentlich reichhaltiges und schmackhaftes nachtmahl. Aber es war nicht fuer uns gemacht, sondern fuer eine maennerparty, die spaeter auftauchte. Ganz witzig: tanzende jungmaenner, die ganz ohne alkohol ihren spass hatten (fuer mich unvorstellbar).
Wir goennten uns eine shicha und beobachteten. Zum schluss wurde noch gebetet und dann sind alle wieder in ihren jeeps davongefahren.
Heute morgen lag das camp verwaist und wir bekamen etwas zum fruehstueck, das wir uns mit den katzen geteilt haben.
Dann hatten wir einen privattransport durch wunderschoene landschaft hierher – wadi musa (petra)
Morgen holen wir uns ein 2-tages ticket und exploren dieses neue weltwunder.

Aqaba 21.7.2010

21. Juli 2010

und das war unser gestriger tag
hammam: türkisches bad, zuerst saßen wir ca. 15 min in der sauna, dann ein paar minuten im dampfbad bis die haut schön durch war, dann kam ein fetter mann und hat uns mit einem harten schwamm die obere haut abgezogen und uns anschließend eingeseift, in einem dunklen raum wurden wir nun von kopf bis fuß durchgeknetet, zur entspannung durften wir dann noch eine weile im sprudelbad liegen
tschai nana: tee mit minzblättern
hakan nesser: schwedischer krimiautor
muttabal: auberginenpaste mit sesam und suchtfaktor
foul: bohnenpaste (siehe oben)
amstel: exportbier

Aquaba 19.7.2010

19. Juli 2010

Nach etwas über einer woche haben wir uns nach jordanien aufgemacht. Es gibt insgesamt drei grenzübergänge von israel aus. Nur ein grenzübergang versprach, unkompliziert zu passieren zu sein. Das hieß für uns vom norden in den süden nach elat zu fahren und dann dort rüber zu machen. Das bedeutete eine nachtfahrt mit dem bus – eng, aber nur 5 stunden. Der busfahrer hat uns netterweise an der kreuzung zur grenze um 5.00 uhr abgesetzt. Von dort sind wir nur noch einen kilometer gelaufen und hatten fast 2 stunden zeit, bis der grenzübergang öffnete. Mit der aufgehenden sonne konnten wir die roten berge und die beiden städte elat uns aquaba sehen. Um 6.00 uhr kamen die ersten gastarbeiter von jordanien aus. Da haben wir uns in die entegengestzte richtung auf den weg über die grenze gemacht. Israel wollte zum abschied jeweils 100 schekel (25€). Aber dafür wollten die jordanier keine visa-gebühren. Ansonsten war der übertritt erstaunlich leicht – kaum kontrollen. Im niemandsland standen dann schwer bewaffnete israelis. Immerhin waren noch bis in die 90er jahre beide länder im kriegszustand.
Auf der jordanischen seite gerieten wir dann in die hände der taximafia, die uns für die kurze strecke bis nach aquaba 10€ abknöpfte. Aber wir hatten keine chance den preis runterzuhandeln.
Aquaba ist ziemlich modern, aber doch arabisch. Kopftuchfrauen, laute männer, hupende taxis, aufdringliche händler… Aber die leute sind hier sehr freundlch und überraschen einen gerne. Als ein taxifahrer aus dem auto sprang und mir zurief: I will help you! Habe ich sofort abgelehnt, weil wir natürlich nicht taxi fahren wollten. Aber dann hat er uns nur freundlich den weg erklärt und ist von dannen gebraust.
Das hotel, dass wir uns ausgesucht haben ist rotten, aber hat schön große zimmer mit klimaanlage. Nachdem wir etwas nachtschlaf nachgeholt haben, sind wir zu einem privaten strand gefahren. Der gehört zu diesem hotel uhnd kostete uns mit transfer jeweils 10€. Es hat sich dann herausgestellt, dass ca. 8km vor der stadt am rande des öffentlichen strandes ein kleine burg steht, die einen swimmingpool hat und umkleidekabinen. Das war unser nachmittags-strandressort. Aber der pool war wunderbar kühl und auch das rote meer schön klar mit wunderschöner bergskyline. Wir sind ein wenig unangenmehm aufgefallen, weil wir kein getränke geordert haben (wer weiß, was das wieder kostet?).
Apropo getränke: bier kostet hier entgegen aller erwartungen nur 1,25€ im shop! Aquaba ist eine steuerfreie zone. Ich muss also meine enthaltsame phase ein wenig aufschieben.


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