Archiv der Kategorie 'Argentinien'

Salta 26.4.09 und Umfrage Nr. 7

Wieder zu zweit.
Argentinien ist flaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaach und nur an seinen rändern spektakulär. An so einem rand sind wir nach 20 stunden busfahrt endlich angekommen. Salta hat 500 000 einwohner und wirkt sonntäglich verschlafen. In der umgebung soll es schöne berge und weine geben. Vamos a ver!
Von hier aus ein herzliches: „Weiter So!“ allen pro-reli anhängerInnen.

Da wir nun wissen, dass mensch unsere bisherigen umfragen einfach nur googeln musste, kommt jetzt ein bilderrätsel. Aber sicher ist es für euch auch wiederr viel zu leicht.
Was hat die junge frau auf dem folgenden bild auf dem schoß?

rätsel

Viel spaß beim raten!

@norbert: nicht wundern, dass dein kommentar erst jetzt erscheint, wir müssen kommentare auf dem board oft erst genehmigen. Die Buchbestellung geht über amazon schneller. Ich hatte damals ein gebrauchtes buch bestellt. Aber: lange wartezeit erhöht die vorfreude.

Buenos Aires 24.4.09

Die zeit vergeht wie im flug. Morgen fliegt lilapapierschwein zurück nach berlin. Die letzten beiden tage haben wir buenos aires durchlatscht und einen ausflug nach tigre gemacht.
Tigre ist ein vorort in einem delta. Die gegend sieht aus wie rahnsdorf- neuvenedig. Wir hatten also einen recht entspannten tag mit flusschiffahrt durch kleine kanäle und ausführlichem lunch mit wasserblick.
Morgen bringen wir l.p. zum flughafen und wollen anschließend 20 stunden nach norden – salta fahren.

Buenos Aires 22.4.09

In rosario haben wir uns doch noch auf den langen marsch gemacht um den wahren guevara-platz mit dem richtigen denkmal anzuschauen. Ich bin den beiden revolutionärinnen müde gefolgt. Aber so gehts mir immer – ich laufe den revolutionären ereignissen hinterher.
Abends lief im hostel ein dokumentarischer spielfilm über che von steven söderberg „der argentinier“. Ich habe den anfang verpasst.

Seit gestern sind wir nun in b.a. – eine laute, stinkende, schmutzige, interessante und lebendige stadt. Wir haben ein schönes zimmer in einem upmarket-hostel.
Heute sind wir mehrere stunden durch die stadt gestiefel und haben ein paar sehenswürdigkeiten angeschaut. Interessanter ist es aber, einen eindruck von der stadt zu bekommen. Uns hat vieles an madrid erinnert, urbane lebensart und große alleen, armut und business trifft sich an der roten ampel, schicke caffees und 99cent shops, die wände voller graffitis und prachtbauten der jahrhundertwende.
Am nachmittag sind wir einer antikrisendemo gefolgt. Für einen mittwochnachmittag ziemlich viele menschen – jung und alt – aber richtig interessiert hats keine/n. Nicht mal die pöölizei war da!
Abendessen in einem italienischen restaurant mit berliner preisen (ohh – viel zu teuer) aber mit frischer pasta und massig leuten die draußen vor der kneipe auf freie plätze warteten.
Jetzt sitze ich hier in der jugendherbergsupmarketlobby und habe mein zweites happyhourbier. Die bässe sprengen mein trommelfell. Die schönen menschen zwischen 20 und 29 warten auf den beginn der „transsexuellenparty“ – wenn mann sich als frau und frau sich als mann verkleidet, gibt´s nen kostenlosen drink!
Lust auf ein drittes bier habe ich schon noch …?
Es lebe die sexuelle revolution.

Schlaflos in Rosario 20.4.09

Heute morgen nach nächtlicher 12stundenfahrt auf dem busbahnhof: im fernsehen in einer endlosschleife – der historische händedruck zwischen obama und chavez. Ich glaube obama war eher überrascht als erfreut. Chavez hat ihm auch ein buch überreicht – „die offenen adern lateinamerikas“. Dieses buch können wir nur empfehlen. Chavez hat es wohl eher provokativ gemeint.
Jetzt sitzen wir gegenüber von che´s geburtshaus und haben auch schon einen schmucklosen park mit seinem namen besucht. Ein richtig revolutionäres feeling will aber nicht aufkommen, sicher weil auch revolutionärInnen ausschlafen müssen.

Mercedes 19.4.09

Die letzten tage haben wir im marschland verbracht. Inmitten von mehr als 1000 trockenen quadratkilometern liegen mehrere flache seen. Waehrend die umgebung staubtrocken gerade mal fuer ein paar kuehe und tausende termitenhuegel reicht, ist das marschland ein tierparadies. Und oekologisch einzigartig.
Fuer richtig viel geld hatten wir einen privattransport nach dem dorf colonia pellegrini, 2 privatbootstouren, eine privatwanderung und eine privatreittour. Wir haben die 2 tage voll ausgenutzt und das geld mit vollen haenden in der strukturschwachen region verteilt – reiche europaer halt.
Aber es hat sich wirklich gelohnt. Wir sind zu schwimmenden inseln gefahren. In der daemmerung gabs krokodile, capybaras (dem groessten meerschwein der welt), rehe, kraniche, laufvoegel, piranas satt. Und alle ganz dicht nebeneinander – vergesst die galapagos inseln!

Riesenmeerschwein

Am samstag haben wir auch noch affen gesehen.
Bei den netten mafia – gastgebern (alles wurde von der familie organisiert und kassiert) gabs regionale spezialitaeten – viel fleisch – zu allen mahlzeiten. Im dorf ist das pferd das verkehrsmittel nummer eins. Sogar kleine kinder und besoffene gauchos ritten besser als wir. Leider fuhr heute auch kein oeffentlicher bus, also wieder einen privattransport nach mercedes organisiert. Mit kuesschen vom padre verabschiedet und 120km ueber sandstrasse hierher.
Hier regnet es (endlich). Die stadt ist tot, nur im internetcafe schreien die kids wenn sie wieder einen klassenkameraden gekillt haben.
Um 19.00 uhr geht der bus nach rosario. Lilapapierschwein will che’s gebutsstadt sehen.

Posadas 17.4.09

Posadas ist so heiß ….. – wir schwitzen.
Außerdem liegt es an der paragayischen grenze. Und mit dem stempelversessenen lilapapierschwein waren wir mal wieder drüben. Diesmal war alles ganz deutsch und korrekt bürokratisch. Die beiden länder trennt ein kilometerbreiter fluss – der parana

Grenzfluss Parana

Im 17. und 18.jahrhundert haben in dieser gegend die jesuiten sogenannte „misiones“ gebaut. Das waren oft riesige kommunen mitten im dschungel in denen sie die hiesigen indigena missionierten. Die jesuiten akzeptierten mehr oder weniger ihre kultur und schützten sie vor den sklavenjägern. Bis zu 100 000 menschen lebten in den insgesamt 30 misiones in argentinien, brasilien, paraguay … Die misiones waren selbstverwaltet und irgendwann der katholischen kirche zu mächtig, zu gefährlich. Der orden der jesuiten wurde päpstlicherseits aufgelöst und pflanzen überwucherten die ganze geschichte.
Heutzutage ist alles wieder freigelegt und zu besichtigen. Richtig viele leute interessiert das nicht. Wir waren fast ganz allein in der riesigen anlage.

Misiones

Ein hauch von größe – wenn mensch überlegt, wie schwer es gewesen sein muss, in der damaligen zeit so etwas zu erbauen. Es gab keine straßen – die nächsten orte waren wochenlang entfernt ….

Und hier kommt noch ein foto von meinem 104. hamburger, den ich in südamerika verspeist habe. Nicht, dass ich ein so großer fan davon bin, aber das ist hier eben das nationalgericht. Mensch bekommt ihn nicht nur bei mc donalds.

hamburger

Dank an: lilapapierschwein für die fotos.

Puerto Iguazu 14.4.09

Die nachtfahrt hierher war sehr bequem und kurzweilig. Es gab sogar sekt zur nacht. Und ich konnte meine beine beinahe ausstrecken.
Hier sind wir jetzt schon den zweiten tag. Nur wegen der weltberühmten iguazu – wasserfälle. Aber sie sind wirklich eine augenweide. Gestern haben wir sie uns im argentinischen nationalpark angesehen – von oben, von unten , von rechts, von links ….. Der park ist wohlorganisiert – es gibt catwalks (stahlstege mit geländer) – keine/r kann den weg verlassen. Dafür führen diese pfade auch ganz dicht an die fälle heran – die blicke sind wirklich spektakulär.

Wasserfall

Der stolze eintrittspreis (12,00€) ist gerechtfertigt. mensch kann nämlich auuch mit einer pioniereisenbahn und einer fähre zu den aussichtspunkten fahren. Wir haben auch noch nasenbären

nasenbär
und toucane

toucan
gesehen.
Heute waren wir auf der brasilianischen seite der fälle. Wir waren nur 5 stunden in brasilien – umgekehrt reziprok zur größe des landes. Hier hat mensch die 180 grad sicht auf die wasserfälle. Allerdings gabs nur einen wanderweg, alles andere waren touren, die bezahlt werden mussten. In beiden parks werden von privaten agenturen – speedboot, abseiling, rafting, hubschrauberflüge für teures geld angeboten. Die wasserfälle werden kommerziell gut ausgebeutet.
tagestouristInnen müssen keine einreiseformalitäten nach brasilien erleiden. Mensch fährt einfach über die grenze. Wir wollten aber (zur beweissicherung) einen brasilianischen stempel. Also haben wir auf dem rückweg bei den brasilianischen grenzern halt gemacht. Zunächst wurde uns gesagt, dass wir illegal im land wären – der einreisestempel fehlte. Müssen wir nun in den abschiebeknast?
Nach kurzer diskussion durften wir aber (nun legal) einreisen und kurz danach (regelgerecht) ausreisen. Das ganze hat uns eine halbe stunde gekostet und 2 wunderschöne brasilianische stempel gebracht.
Heute abend verabschieden wir uns von 4 reisegefährtInnen. Wir wollen parilla essen gehen. Das sind die traditionell gegrillten fleischbatzen hier.

Cordoba 10.4.09

Nach einer anstrengenden nachtfahrt, haben wir sogar noch 2 zimmer in einem rotten bahnhofshotel bekommen. Die anderen schlafen – nur ich muss arbeiten.
Gestern vormittag haben wir unsere erste rafftingtour for ever gemacht.
Wir dachten, dass wird ganz leicht. Aber die strömung, die von weitem niedlich und harmlos wirkt, sieht vom schlauchboot einem mitlerem tsunami ähnlich.
Aber unser bootsführer hat uns an gefährlich herausragenden steinen vorbeigesteuert. Trotzdem waren wir pitschenass und brauchten etwas zeit um unseren adrenalinspiegel wieder herunterzufahren.

Raffting

Wüstenraffting

reiten

Mein pferd will immer nur fressen – das kann ich aber gut nachvollziehen.

diese Strauße heißen anders

Die wüste lebt!

Wüste

Auch nach der wahl – die wüste bleibt ….

Barreal 8.4.09

In den letzten tagen haben wir so viel erlebt. Es blieb keine zeit zum bloggen Leider koennen wir auch keine bilder ins netz stellen, weil das internet hier sehr langsam ist.….

Als erstes haben wir eine 2 taegige fahrt in die wuesten nationalparks hier gemacht. Der erste stop war an einem wallfahrtsort. Obwohl die katholische kirche diesen aberglauben nicht genehmigt, kommen hier tausende her, um einer selbst gewaehlten heiligen zu opfern. Sie bedanken sich fuer das auto, das neue haus, den sieg der fussballmanschaft, das verheilte bein, die geburt der niedlichen tochter, die liebeshochzeit, die augenoperation …. Es gibt mehrere kleine kapellen in denen dann logischerweise nummernschilder, modelle von haeusern, alte gipsbeine, hochzeitskleider, sportpokale, ganze fahrraeder oder fotos von babys aufbewahrt warden. Ein riesiger flohmarkt! Dazwischen leute die auf knien zur heiligen statur rutschen.
Im ersten wuestennationalpark sahen wir landschaftsformationen aus dem tertiaer (durch die tektonische plattenverschiebung sichtbar). Alles ist sedimentgestein durch wind und (sehr wenig) wasser lustig erodiert.. Hier wurden die bisher aeltesten saurierknochen gefunden. Es gab auch kleine bowlingkugeln, von denen keiner weiss, wozu sie im tertiaer benutzt wurden. Im zweiten nationalpark haben wir eine wandering in ein absolut stilles canon-tal gemacht. Steile rote felswaende – so aehnlich muss der gran-canon in den usa sein – und wohlriechende straeucher im wuestensand.
Und, genossInnen – die wueste lebt!
Wir sahen, wie sich fuchs und ein hasenaehnliches tier guten tag sagten, enten auf ausgetrockneten seen und natuerlich die niedlichen guanackos.
Diese excursion war mit zweimal 10 stuendigen autofahrten verbunden. Argentinien ist noch groesser als kolumbien. Wir waren ganz schoen fertig.
Wir haben dann noch mal eine viel zu kurze nacht in san juan verbracht und sind gestern hierher nach barreal gefahren ( 4h). Ein dorf zwischen den prekordillieren und den anden. Natuerlich trocken, wie alles hier, aber sehr malerisch und extrem gemuetlich. Barreal ist eigentlich eine oase – mit restaurants und reichlich bier. Der hostelward hat uns dann gestern gleich eine nachttour zum observatorium angeboten. Weil hier der himmel fast immer ohne wolken ist, lohnt sich die sternbeobachtung.
In einem richtig alten landrover haben wir uns erst einen salzsee angesehen und sind dann in der daemmerung immer hoeher auf 2200m gefahren. Dort wurden wir von einem astronom erwartet. Wir durften den mond und den Saturn durch ein kleines teleskop ansehen. Dann waren wir noch an einem grossen teleskop und haben ein 8 lichtjahre entferntes sonnensystem erblickt. Sehr interessant, aber unverstaendlich. Ich glaube nur martin hat wirklich verstanden was da vor sich ging. Er war auch richtig begeistert.
Heute morgen waren wir in der umgebung von barreal reiten. Die pferde waren sehr lieb und wollten immer nur fressen. Dadurch gings schoen langsam vorran. Wir konnten die schneebedeckten berge in den anden beobachten und felszeichnungen von idigenas.
Morgen wagen wir uns ans raffting – der fluss fuehrt gluecklicherweise nur wenig wasser.
Am nachmittag machen wir uns auf eine lange nachtfahrt nach Cordoba. Dort gibts dann hoffentlich auch wieder richtig internet und mailbeantwortung.

San Juan 4.4.09

Heute haben wir eine kleine tour in die umgebung von san juan unternommen. Auch hier ist alles sehr wüst(ig). Aber die san juaniter haben die sache ganz gut im griff. Es gibt einen staudamm, der das wasser aus den anden auffängt, energie wird produziert und dann zur bewässerung der weinfelder und olivenhaine verwendet. Nachdem wir uns den staudamm angesehen haben, wanderten wir ein stück in die berge hinein um eine autorennstrecke zu beobachten, dann gabs eine weinkellerhöhle mit sprudelsekt und zum abschluss das große konzerthaus. Uns wurden praktisch alle verfügbaren sehenswürdigkeiten offenbart.
Auf dem fruchtmarkt haben wir noch unsere mitag organisiert und am nachmittag hat mir lilapapierschwein geholfen ein neues layout für diese seite herzustellen. So richtig klar ist mir die aussage des neuen „heads“ selbst nicht, aber technisch ist es schon eine meisterInnenleistung.
Für die nächsten 2 tage haben wir uns in eine nationalparkstour eingekauft. Wir sind gespannt.