sind gut in medellin angekommen. turbulenzen waehrend des fluges haben dafuer gesorgt, dass es keine verpflegung gab – bei einer flugdauer von 1 1/4 stunde hatte das verticken von duty-free-stuff vorrang.
mit bus und taxi haben wir uns zu jorge und patricia durchgeschlagen. sie haben uns wie immer freundlich empfangen. interessante geschichten haben sie vom letzten abend mit helmut und klaus erzaehlt!!! statt agua diente haben wir cerveca und vino tinto getrunken und dabei von ecuador erzaehlt und die unterschiede zwischen bogota und medellin eroertert. die rivalitaeten zwischen diesen beiden staedten scheinen immens zu sein.
morgen haben wir noch zeit fuer die stadt und das erkunden der busverbindung zwischen den rivalisierenden staedten. die turbulenzen des fluges koennten auch auf den landstrassen zu spueren sein, sagt jorge. umgestuerzte baeume, blockierte strassen, warten auf die bomberos – das ist hier die feuerwehr – war in den letzten tagen haeufig der fall. das ist winter in kolumbien…sagt jorge. mal schauen, ob er recht hat.
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Wir sitzen gerade auf dem flughafen und probieren das w-lan hier. Es ist sehr langsam. Nachdem wir die kontrollen hier (sie sind natürlich die schärfsten – wir sind in kolumbien) hinter uns haben, warten wir auf unsere billig-maschine nach quito.
Heute vormittag waren wir noch mal in der citty. Es war sonntäglich lebhaft, immer noch sind wir überrascht über die vielen obdachlosen, die mitten auf der straße liegen und schlafen. Sie sehen elend aus. Viele liegen auch an den hauptstraßen auf dem standstreifen. Manche ernähren sich aus den abfallsäcken, die hier auf die straße geworfen werden.
Einerseits sind wir etwas traurig, weil wir das land im schnelldurchlauf absolviert haben. Andererseits sind wir auch froh hier weg zu kommen.
Ob es in ecuador anders ist?
Heute waren wir im kaffee-nationalpark. Das war eher ein themenpark, ein wenig rummel, ein wenig botanischer garten, seilbahn und eine kaffeeplantage. Wir sind aber alle wege abgelaufen und haben einiges ueber den kaffee gelernt.
In diesem zusammenhang gibts auch die neue umfrage:
In berlin heißt er kaffee schwarz, anderswo cafe negro oder espresso. Aber wie heißt der schwarze kaffee in kolumbien? Er wird in cafes oder auf der straße verkauft, ist meist zu dürre, aber süß.
Als preis winkt echter kolumbianischer kaffee aus dem nationalpark, der schon ende februar berlin erreichen wird.
Wenn der zoll mitspielt und es nicht mit dem kolumbianischen exportprodukt nummer 1 verwechselt. (zusatzfrage: was ist eigentlich das kolumbianische exportprodukt nr. 1?)
Reisetag:
Vorbei an plantagen, gruenen bergen und schluchten.
Vorbei an endlos langen kasernen mit martialisch bewaffneten soldaten.
Vorbei an huetten aus holz und plastik.
Blick aus dem reisebusfenster auf die wirklichkeit.
Bogota war die ersten tage kalt und nass. Viele obdachlose, bettlerInnen, verkehrschaos …. Definitiv nicht zum wohlfühlen, weder für uns touristInnen, noch für die einheimischen.
Wir sind ein wenig durch die innenstadt gestiefelt. Augenfällig die viele polizei, armee und security.
einem freund hatte ich geschrieben, in kolumbien ist es auch nicht anders, als in peru. Das muss ich zurücknehmen. Kolumbien ist durchuniformiert! Es besteht ein ausgesprochen großes sicherheitsbedürfnis beim staat und bei denen, die geld verdienen und ausgeben wollen.
Die museen in bogota sind sehr gut. Das goldmuseum hat nicht nur sehr schöne stücke aus der vorkolumbus-zeit, sondern informiert auch über die geschichte und die herstellung des metalls. Der eintritt in die museen ist spottbillig oder kostenlos.
Aber nicht nur das hat mich beeindruckt. Auf dem Bolivar-Platz standen frauen und männer und hielten transparente in die luft. So etwas interessiert uns ja immer.
Anscheinend handelte es sich um eltern von getöteten soldaten. wahrscheinlich im kampf gegen den linken „terror“ gefallen? Fragt sich, wo die mütter der getöteten guerillos stehen? Fragt sich auch, wie der frieden erkämpft werden soll. Das hat sich scheinbar ein einsamer gegendemonstrant auch gefragt.
Wenn wir es einigermaßen richtig übersetzen, heißt es ungefähr so: kann mensch humanität mit bombardements erkämpfen? Aber vielleicht kanns eine/r von euch besser übersetzen?
Dem Simon Bolivar (übrigens auch ein terrorist) ist das alles scheißegal.
Er schaut auf den neuen justizpalast gegenüber:
Wahrlich kein schmuckstück. Aber dafür bombensicher und neu.
1985 hat die M-19 den palast besetzt und zahlreiche richter gefangengenommen. daraufhin gab es mehrtägige heftige kämpfe bei denen das gebäude zerstört wurde und wohl bis zu hundert menschen starben. Die m-19 war für spektakuläre aktionen bekannt, so stahl sie auch einmal das schwert von simon bolivar aus einem museum in bogota. Deshalb muss mensch heute beim verlassen dieses museums durch eine metalldedektoren-schleuse. Bei mir hats nicht gepiept!
Gegenüber vom neuen justizpalast steht das alte parlamentsgebäude. Dort fand ich dieses graffiti:
Soll das eine drohung oder ankündigung sein?
Keine angst. Der M-19 ist heute teil der sozialdemokratischen partei kolumbiens und hat dem bewaffneten kampf lange abgeschworen. FARC und ELN noch nicht.
Heute scheint in bogota die sonne – da sieht doch die welt gleich ganz anders aus?
Heute wurde hier der Strom abgeschaltet. In Kuba haben wir zeitweise stromabschaltungen erlebt. Aber kolumbien ist besser. Bisher haben wir fast jeden tag stromausfälle gehabt.
Hier in san gill geschah das planmäßig. So wie die autofreien sonntage in den 70ern in der BRD. Aber heute stromabschaltungen in deutschland – undenkbar. Nichts würde mehr gehen.
Wir haben nicht erfahren warum.
Jedenfalls waren trotzdem alle Geschäfte auf, es muss allerdings das eis in gefriertruhen aufgetaut sein. Manche geschlossenen geschäfte waren mit vorhängeschlössern gesichert – die alarmanlagen funktionierten nicht.
Kolumbien ist sowieso einzigartig. Hier wird das Obst gesalzen, der kaffee wird aus thermoskannen auf der strasse verkauft und die kirchenglocken bestehen aus kuchenblechen und werden ab 5.00 uhr morgens in unregelmässigen abständen geschlagen. So hört es sich jedenfalls an.
Morgen gehts nach bogota.
San Gil, 13.2.2009
Ein Reisetag: morgens haben wir uns eine Stunde Zeit für den beschaulichen Ort Giron gelassen und sind in zwei Gruppen durch die kleine Kolonialstadt mit ihren weißen Häusern gelaufen, ein paar Fotos gemacht, eine Mango (mit Salz und Zitronensaft – lecker!) auf der Straße gegessen und einen echten kolumbianischen Kaffee getrunken.
Dann haben wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel San Gil gemacht, sind aber auf halber Strecke ausgestiegen, um den Nationalpark Chicamocha zu besuchen. Dieser Nationalpark ist erst 2 Jahre alt und steht noch nicht in unserem lonely planet. Es ist ein Canyon, ca. 1500 m tief mit einer Seilbahn beide Canyonwände hoch. Die haben wir genommen sehr zur Freude unserer Mitreisenden. Dann hatten wir eine interessante Begegnung mit einem freundlichen Touribullen. Erst hat er uns in nahezu unverständlichem englisch ein monument erklärt, dann hat er dafür gesorgt, dass wir wohlbehalten an unser nächstes Ziel gelangen. Als wir nämlich am frühen abend fertig waren mir dem park, hielt kein bus mehr für uns. Sie waren alle voll oder wollten uns nicht mitnehmen. Unser freundlicher bulle organisierte uns ein taxi.
San gill empfing uns mit mittleren enttäuschungen: olle unterkunft, kein w-lan, keine gemütliche kneipe, kein vegetarisches essen, aber bier….
Heute waren wir im Tayrona Nationalpark. Das ist 35km von santa marta entfernt, wo wir 2 tage blieben.
Der nationalpark besteht aus regenwald und karibischer küste. Leicht mit öffentlichen verkehr zu erreichen. Allerdings mussten wir über 10 Euro eintritt bezahlen. Aber landschaftlich hat es sich gelohnt. Die wege waren schlammig und teilweise unpassierbar, weil von pferdehufen zertrampelt. Am meer gibt es zahlreiche restaurants und saftläden, die müssen versorgt werden, das geschieht mit pferden.
Die karibische küste war stürmisch und ein wenig traumhaft, deshalb haben wir auch einige kiffer getroffen. Keine ahnung wie lange die schon am strand standen und kicherten.
Wir waren leider nicht so entspannt und hatten nur 15min zeit zum baden. Wir mussten zurück, um den bus noch zu erreichen.
Unsere 4 köpfige reisegruppe ist ein wenig langsam und läuft in verschiedenen tempi. Aber noch warten wir geduldig aufeinander.
H. ist heute einen schlammigen Abhang herunter gerutscht. Eigentlich wäre dafür eine Runde Bier fälllig gewesen, aber er hat mit seinen Schuhen geduscht. Damit hat er alle Spuren verwischt und alle haben ihr Bier selbst bezahlt.
Morgen geht’s auf eine 10stündige Busfahrt nach Giron, einer kolonialen Kleinstadt.
Heute haben wir wohl eine der abgefahrensten touristenattraktionen erlebt.
Wir haben einen vulkan, einige kilometer entfernt von hier, besucht. Dieser vulkan ist nur 15m hoch. Er sieht aus wie ein sandkegel
Im trichter befindet sich keine lava, sondern schlamm, der nicht sehr warm ist. Den haben wir bestiegen und in diesem schlamm gebadet. Das ergibt dann diese zombihaften bilder.
Der vulkan wird von einer kooperative betrieben. So hatten wir auch gegen etwas trinkgeld jeden erdenklichen welness service. Wir wurden mit schlamm kraeftig eingerieben, fotografiert und konnten schliesslich im see den dreck abbaden.









